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Byton-Weltpremiere auf der CES 2018 in Las Vegas.

Bild: Byton

Bytons intelligenter E-SUV feiert Weltpremiere Tesla bekommt deutsch-chinesische Konkurrenz

09.01.2018

Am Nachmittag des 7. Januars 2018 präsentierte der Elektroauto-Entwickler- und Hersteller Byton in einer Vor-Pressekonferenz zur International Electronic Consumer Show (CES) in Las Vegas sein erstes voll fahrfähiges Konzeptfahrzeug. Serienreif soll es schon 2019 sein.

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Es ist elektrisch, kann sich selbst fahren, verbindet sich mit dem Internet über 5G, nutzt Amazon Alexa als virtuellen Assistenten, und kann sogar seine Fahrer und Passagiere durch Gesichtserkennung identifizieren: das Konzept-Auto von Byton. Während viele dieser Funktionen in jedem Concept Car zu finden sind, hat dieses einen konkreten Zeitplan für die Produktion und sogar ein Preisziel. Das Startup wird in seinem Hauptsitz China Ende 2019 sein erstes Auto auf den Markt bringen, gefolgt von der Markteinführung in den USA und Europa im Jahr 2020. Das junge Unternehmen rechnet damit, das Auto für etwa 45.000 Dollar, das sind kanpp 38.000 Euro, zu verkaufen.

Von München nach China

Das Startup selbst ist schon ein kleines Phänomen: Gegründet im chinesischen Nanjing von Carsten Breitfeld, der schon Entwickler der BMWi Modelle i3 und i8 war. Im Team ist ebenfalls Daniel Kirchert. Er leitete zuletzt die chinesischen Geschäfte für Infiniti, die Nobelmarke von Nissan. Zuvor war auch er bei BMW in München. Ebenfalls ehemals bei BMW und nun im Byton-Team: Mark Duchesne und Benoit Jacob, der das Modell designt hat.

Das Aufkommen moderner Elektrofahrzeuge hat in der Automobilindustrie so etwas wie einen Wilden Westen geschaffen, der den Aufstieg kapitalkräftiger Startups ermöglicht. Tesla ist das beste Beispiel dafür. Byton steht auf einem soliden Fundament, denn das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Nanjing, ein Investorenbüro in Hongkong, ein Designzentrum in München und einen Softwareentwicklungsstandort für autonomes Fahren im Silicon Valley.

Wie geht die Tür auf?

„Wie geht die Tür auf?“ Das könnte ein Mitfahrer fragen wenn er vergeblich den Türgriff sucht, denn diesen gibt es nicht mehr. Stattdessen prüfen insgesamt drei Gesichtserkennungskameras die biometrischen Daten und entriegeln die Türen für autorisierte Personen. Durch Berühren des Touchsensors öffnet sich dann die jeweilige Tür. Selbstverständlich werden nach der Identifikation der Befugten auch die Türen für Mitfahrer entriegelt. Zwei Kameras übernehmen die Funktion klassischer Außenspiegel; eine weitere im Heckbereich liefert zusätzliche Bilder.

Keine Zeit mehr im Stau verschwenden

Auf der CES sagte Byton-Chef Breitfeld, dass das Auto in zwei Varianten verfügbar sein wird: eine mit einer 71 Kilowattstunde Batterie für 400 Kilometer Reichweite und eine andere mit eine 95 Kilowattstunde Batterie 520 Kilometer Reichweite. Im Schnelllademodus wird die Batterie in einer halben Stunde auf 80 Prozent aufgeladen. Das autonome Fahren ist ein wichtiger Bestandteil von Bytons Plänen. Das Unternehmen betonte, dass das neue Auto den Fahrgästen Zeit geben wird, die sie sonst im täglichen Stau am Lenkrad verbringen würden. Zum Start plant das Entwicklerteam Stufe 3 des Selbstfahrens, was bedeutet, dass das Auto in vielen Situationen selbst fahren kann, aber in einigen Fällen muss der menschliche Fahrer die Kontrolle übernehmen. Er muss also weiterhin aufmerksam beim Fahren sein. Das Fahrzeug wird technisch auch für Stufe 4 ausgerüstet sein und kann somit alle Fahraufgaben bewältigen, sodass der Fahrer sich beim Fahren mit anderen Dingen beschäftigen darf, etwa ein Buch lesen oder Mails checken. Diese Fähigkeit erfordert allerdings zuerst eine Änderung des Gesetzes, um auf öffentlichen Straßen zugelassen zu werden.

Shoppingtour mit Alexa

Byton plant schließlich, das Auto mit einer 5G-Datenverbindung auszustatten, obwohl es sich beim Start wahrscheinlich mit 4G begnügen muss, da 5G bis dato noch nicht verfügbar sein wird. Flachantennen, die in das Dach integriert sind, verarbeiten Daten und machen die heute bei den meisten Autos übliche Haifischflossenantenne überflüssig. Diese Datenverbindung wird den virtuellen Assistenten des Autos unterstützen, der Amazon Alexa sein wird. In einem Demo-Video zeigte Byton beim Start, wie Passagiere Alexa nach einem Navigationsziel fragen und eine Einkaufsliste ausfüllen können. Das Fahrzeug wird mit schwenkbaren Vordersitzen ausgestattet sein, die sich drehen können, sodass alle Passagiere einander gegenüber sitzen können. Das Auto hat einen Touchscreen in der Mitte des Lenkrads integriert, der es dem Fahrer ermöglicht, Ziele einzugeben und mit dem Auto zu interagieren. Die Entwickler bezeichnen das Konzept als SUV, obwohl es an der Dachlinie etwas niedriger ist als typische SUVs. Wegen der elektrischen Plattform, auf der es gebaut wurde, kündigte der Hersteller an, dass es sich auch mit der Produktion einer Limousine und eines MPV oder Mehrzweckfahrzeugs befassen wird.

Das Feature Air Touch für Gestensteuerung erlaubt die Displaykontrolle über Gesten. So kann der Fahrer zum Beispiel ein Ziel vom Hauptdisplay mit einer einfachen Handbewegung ins Navigationssystem ziehen. Das Fahrer-Tablet ermöglicht die Kontrolle über das Shared Experience Display, Navigation, die Sitzverstellung und andere Funktionen. Die Seiten des Tablets beinhalten die wenigen vorgeschriebenen echten Knöpfe im Fahrzeug.

Der mütterliche E-SUV

Byton Life ist eine digitale Cloud-Plattform, die verschiedene Apps, Daten und Smart Devices auf eine intelligente Art und Weise innerhalb des Fahrzeugs mit den Fahrern und Passagieren verbindet. Vier Life Features werden auf der CES vorgestellt: my Health, my Communication, my Entertainment and my Activities. Verschiedene Sensoren ermöglichen dem Auto unter anderen auch den Gesundheitsstatus des Nutzers zu analysieren, zum Beispiel das Gewicht, die Herzrate oder den Blutdruck. Es unterstützt Video- und Telefonkonferenzen, vernetzt den Nutzer mit Familie oder Freunden oder ermöglicht ein konstruktives Arbeiten an verschiedenen Dokumenten. Life ermöglicht es, Musik, Videos oder anderen Content vom Smartphone direkt in dem Augenblick auf das Fahrzeugdisplay zu übertragen, wenn der Nutzer ins Auto steigt. Eine lernende Software analysiert Kalender, Locations, Hobbies und weitere Daten der Nutzer und gibt Tipps für Freizeitaktivitäten. Alle Features und Services sollen höchste Datensicherheit in der Cloud und innerhalb des Fahrzeugs ermöglichen. Das Unternehmen kooperiert dabei mit externen unabhängigen Datensicherheitsexperten um höchste Sicherheit zu garantieren. Die selbstlernende Smart Gateway-Technologie ermöglicht es, den Sicherheitsstatus des Fahrzeugs in Echtzeit zu analysieren, potentielle Fehler zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

Der E-SUV in zwei Leistungsvarianten an: 200kW (400NM Drehmoment) aus einem Motor für das Fahrzeug mit Hinterradantrieb, 350kW (710NM Drehmoment) aus zwei Motoren für das Fahrzeug mit Vierradantrieb. Das Auto wird am Produktionsstandort in Nanjing, China, gebaut. Die Fahrzeugpreise starten bei 45.000 US-Dollar (rund 37.500 Euro) und kommt in China 2019 auf den Markt, in den USA und Europa 2020. 2021 folgt die Limousine, 2022 ist der Siebensitzer geplant.

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