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„Improvisation, Fantasie und Querdenken – das werden Maschinen nicht ersetzen können.“

„Improvisation, Fantasie und Querdenken – das werden Maschinen nicht ersetzen können.“

Industrie 4.0 Wo bleibt der Mensch?

11.05.2016

Roland Bent, Geschäftsführer Phoenix Contact: Der Mensch ist und bleibt der entscheidende „Faktor“. Auch im digitalisierten Unternehmen. Maschinen können keine Kreativität entwickeln oder echte Innovationen schaffen. Sie führen keine Teams und entwickeln keine Visionen.

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In Zukunft werden Prozesse, Abläufe und Daten umfassender vernetzt sein. Das gilt für Produktionsabläufe und -anlagen sowie für die Prozesse in Produktentwicklung, Unternehmensverwaltung und Vertrieb. Dadurch werden uns Maschinen, Rechner und vernetzte Systeme viele Routinetätigkeiten abnehmen und vieles selbstständig ausführen. Die Menschen werden auch in Zukunft diese Prozesse überwachen und dafür sorgen, dass Maschinen und Produktionsabläufe störungsfrei laufen. Finale Entscheidungen treffen auch in Zukunft nur Menschen.

Maschinen und Rechner helfen, die wachsende Komplexität zu beherrschen. Aber: Die Flexibilität und Kreativität des Menschen, die Fähigkeit, Bestehendes zu hinterfragen und neue Wege zu gehen, Improvisation, Fantasie und „Querdenken“ – das werden Maschinen nicht ersetzen können.

Die Beschäftigung wird sich verändern. Arbeitsplätze in ihrer heutigen Struktur werden entfallen, dafür werden neue mit veränderten Anforderungen entstehen. Fraktale, arbeitsteilige Strukturen werden durch interdisziplinäre Teamstrukturen abgelöst werden. Die Vernetzung von technischen Abläufen und Strukturen erfordert vernetztes Denken bei den Beschäftigten der Fabrik von morgen. Breites interdisziplinäres Wissen wird genauso gefordert sein wie tiefes Fachwissen in Spezialdisziplinen. Das Denken in Prozessen und Strukturen sowie das Agieren in Netzwerken werden zentral, Sozialkompetenzen noch bedeutsamer. Das Arbeiten in interkulturellen, abteilungsübergreifenden Teams bedeutet auch, dass breitere Führungskompetenz gefragt ist. Technische, kaufmännische und soziologische Aspekte bis hin zu linguistischen Gesichtspunkten werden Berücksichtigung finden und verlangen von den Menschen, dass sie sie beherrschen. Bei den Beschäftigten bedarf es der Offenheit, das eigene Fachterrain durch Breitenwissen zu erweitern, immer wieder Neues zu lernen und Veränderungen positiv zu betrachten. Ohne die Zukunft zu euphorisch zu sehen – Arbeitsdichte und -dynamik werden mit Sicherheit hoch bleiben – bieten diese Veränderungen für alle, die sie aktiv und frühzeitig angehen, große Möglichkeiten der Gestaltung und Weiterentwicklung.

Niemand kann heute genau sagen, wo uns die technische Entwicklung der Digitalisierung wirklich hinführen wird. Eins ist aber sicher: Die notwendigen Veränderungen lassen sich nur erfolgreich gestalten, wenn es gelingt, alle Mitarbeiter, die dazu bereit sind, auf diesem Weg mitzunehmen. Dazu ist der frühzeitige Dialog zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, zwischen Management und Betriebsräten nicht zu ersetzen. Es gilt, gemeinsam die Zukunft zu entwerfen und die notwendigen Maßnahmen zu gestalten. Der Mensch bleibt da, wo wir ihn auch heute sehen: mittendrin.

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