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Nahaufnahme: Extrudiertes Model eines 525 kV kunststoff-isolierten Kabels mit Kupferkern.

Nahaufnahme: Extrudiertes Model eines 525 kV kunststoff-isolierten Kabels mit Kupferkern.

Bild: ABB

Neues Gleichstromkabelsystem Übertragungskapazität verdoppelt

18.03.2015

Ein neues 525-kV-Kabelsystem überträgt hohe Leistung und spart dabei Gewicht.

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ABB präsentiert auf der Hannover Messe 2015 unter anderem ein kunststoffisoliertes (XLPE) Gleichstromkabelsystem für Spannungen bis 525 kV, das eine so hohe Leistungsdichte aufweist, dass erstmals ein Kabelsystem ungefähr die gleiche Leistung übertragen kann, wie ein Freileitungssystem.

Das höchste Spannungsniveau, das bei dieser Technologie derzeit in kommerziellen Anwendungen zum Einsatz kommt, liegt nach Angaben von ABB bei 320 kV – somit wurde eine Steigerung um 64 Prozent erreicht. Mit dem neuen 525-kV-Kabelsystem konnte die Übertragungskapazität auf bis zu 2600 MW mehr als verdoppelt werden. Gleichzeitig sinkt das Gewicht je installiertem Megawatt.

Die Steigerung der Übertragungsspannung beruht dabei auf einem neuen Isoliermaterial aus vernetztem Polyethylen, das gemeinsam mit einem führenden Hersteller von Kunststoffen entwickelt wurde. Das innovative HGÜ-Kabelsystem wurde bereits erfolgreich getestet. Es steht damit ab sofort ein komplett geprüftes Kabelsystem zur Verfügung, das zusätzlich bereits den vorgeschriebenen Langzeittest für neue Kabelsysteme bestanden hat.

Tests bestanden

Dabei wurde das Kabel selbst, Kabelmuffen und Kabelendverschlüsse innerhalb eines Testaufbaus in einem Testlabor und unter der Aufsicht eines unabhängigen Gutachters für mehr als ein Jahr einem aufwändigen Testprogramm unterzogen. Damit ist die Zuverlässigkeit des Kabels und der Komponenten (Kabelmuffen, Kabelendverschlüsse) entsprechend der relevanten technischen Normen nachgewiesen. ABB bietet dieses Kabel ab sofort mit den gleichen Gewährleistungen wie die bisherigen Kabel am Markt an.

Für die deutschen HGÜ-Korridore steht damit ein Erdkabel zur Verfügung, mit dem bis zu 2,6 GW je Kabelsystem übertragen werden können, das heißt je HGÜ-Korridor mit 2 GW Übertragungsleistung reicht ein Kabelsystem (mit nur zwei Einleiter-Kabeln). Damit halbiert sich die Trassenbreite und da im Vergleich zu den MI-Kabeln auch nur halb so viele Kabel verlegt werden müssen, sinken sowohl die Tiefbau- als auch die Logistikkosten. Zusätzlich wiegen die Kabel nur rund die Hälfte, wodurch die Länge der einzelnen Kabelabschnitte mehr als verdoppelt werden kann (auf etwa 1200 m je Kabeltrommel) und damit auch nur die Hälfte an Muffen gesetzt werden muss.

Schnell montiert

Für kunststoff-isolierte Kabel können die Muffen bereits in der Fabrik vorgefertigt werden, so dass vor Ort je Muffe nur etwa zwei Tage Montagezeit benötigt werden. Zusätzlich können bei der Produktion der kunststoff-isolierten Kabel in der Fabrik Zeiteinsparungen erzielt werden, so dass mit den gleichen Produktionsmaschinen mehr kunststoff-isolierte Kabel produziert werden können.

Für die HGÜ-Trassen konnten bisher schon Teilverkabelungsstrecken mit 500 kV-MI-Kabeln geplant und realisiert werden, durch das von ABB entwickelte 525 kV-XLPE-Kabelsystem sind nun jedoch zusätzliche Effizienzvorteile möglich. Gegenüber den klassischen MI-Kabelsystemen ergeben sich erhebliche Ressourcen, Kosten- und Zeiteinsparungen, sowohl in der Produktion als auch in der Installation.

Halle 11, Stand A35

Bildergalerie

  • Montage des 525 kV kunststoff-isolierten Kabelsystems in der Testhalle.

    Bild: ABB

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