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Magnetgelagert und ölfrei: Die Dampfturbine SST-600 wurde von Siemens gemeinsam mit der Hochschule Zittau/Görlitz entwickelt und an Vattenfall übergeben.

Magnetgelagert und ölfrei: Die Dampfturbine SST-600 wurde von Siemens gemeinsam mit der Hochschule Zittau/Görlitz entwickelt und an Vattenfall übergeben.

Bild: Siemens

Erste ölfreie Dampfturbine Schweben ohne Öl

11.06.2015

So laufen Dampfturbinen auch ohne Öl wie geschmiert.

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Eine Dampfturbine in einem Leistungsbereich bis 10 MW, die nahezu ohne Schmierstoffe auskommt, hat Siemens erstmals ausgeliefert. Die Lagerung erfolgt über vollständig ölfreie, luftgekühlte elektromagnetische Lager. Die Ventilantriebe benötigen lediglich eine minimale Ölmenge und werden mittels einer Software über Elektromotoren gesteuert.

Der Probelauf der ersten magnetgelagerten Turbine im Vattenfall-Braunkohlenkraftwerk Jänschwalde im Südosten Brandenburgs wurde bereits erfolgreich abgeschlossen und die Dampfturbine des Typs SST-600 offiziell übergeben. Seit Februar 2015 arbeitet sie zuverlässig im regulären Volllastbetrieb mit einer Drehzahl von bis zu 5700 Umdrehungen pro Minute. Sie wird als Antrieb für Speisewasserpumpen eingesetzt.

Auch andere Siemens-Dampfturbinenmodelle mit einem Rotorgewicht von bis zu 10 Tonnen und einer Leistung von 45 kW bis 40 MW können aus technologischer Sicht und abhängig von den erforderlichen Betriebsbedingungen ebenfalls mit Magnetlagerung ausgerüstet werden.

Durch den Wegfall des Öls sind magnetgelagerte Dampfturbinen umweltfreundlicher und verfügen über einen erheblich verbesserten Brandschutz. Die ölfreie Turbine ist folglich besonders für Kunden interessant, die höchste Anforderungen an die Betriebssicherheit stellen, wie in der Öl- und Gasbranche oder für den Einsatz bei Offshore-Anwendungen auf Bohrplattformen. Da der Rotor sozusagen berührungsfrei „schwebt“ und nicht mehr auf einem Ölfilm gleitet, sind Verschleiß und Reibungswiderstand nicht mehr vorhanden- Der Wirkungsgrad der Dampfturbine erhöht sich so um bis zu einen Prozentpunkt.

Unterstützung aus der Forschung

Die erste magnetgelagerte Dampfturbine wurde gemeinsam mit der Hochschule Zittau/Görlitz entwickelt. Zu der Kooperation gehören Konzeption, Aufbau, Betrieb und Test eines gemeinsamen Versuchsstands zum Nachweis der technischen Machbarkeit einer magnetgelagerten Dampfturbine. Siemens zeichnete verantwortlich für die technische Projektleitung des Versuchsstands und des Prototypprojekts, für die Konstruktion der Dampfturbine, die Auslegung der Magnetlager, den Bau und die Inbetriebsetzung sowie für den Probebetrieb der magnetgelagerten Dampfturbine.

Bildergalerie

  • Kein Zaubertrick: Da der Rotor der Turbine sozusagen berührungsfrei schwebt und nicht mehr auf einem Ölfilm gleitet, sind Verschleiß und Reibungswiderstand nicht mehr vorhanden, so dass sich auch der Wirkungsgrad der Dampfturbine um bis zu einen Prozentpunkt erhöhen kann.

    Bild: Siemens

  • Gutes Vobild: Auch andere Siemens-Dampfturbinenmodelle können aus technologischer Sicht und abhängig von den erforderlichen Betriebsbedingungen ebenfalls mit Magnetlagerung ausgerüstet werden.

    Bild: Siemens

  • Damit alles passt: Ein Siemens-Mitarbeiter arbeitet an der magnetgelagerten Dampfturbine im Kraftwerk Jänschwalde.

    Bild: Andreas Franke

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