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Der tragbare Elektroantrieb soll jedes Fahrrad in zehn Sekunden in ein E-Bike verwandeln.

Der tragbare Elektroantrieb soll jedes Fahrrad in zehn Sekunden in ein E-Bike verwandeln.

Bild: TU Münster
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Pedelec-Motor fürs Fahrrad In zehn Sekunden das Fahrrad zum E-Bike tunen

08.02.2017

Einbauen, festzurren und losfahren: Ease ist ein Elektroantrieb, der in jeden Rucksack passt. In zehn Sekunden verwandelt Ease jedes Fahrrad in ein Pedelec.

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Felix Römer hatte keine Lust mehr auf die stickige Bahn. Der Doktorand wollte sich den täglichen Arbeitsweg etwas erleichtern. Dafür tüftelte er mit seinen Kollegen Marius Mrosek und Simon Schmalfuss an einer Lösung. Die drei Erfinder lernten sich an der Tumcrate kennen, einer Forschungseinrichtung der Technischen Universität Münster in Zusammenarbeit mit der Nanyang Technological University in Singapur.

E-Bike in zehn Sekunden nachrüsten

Ihr Ergebnis: Ease - ein 250-Watt-Elektromotor, der nahezu jedes Fahrrad in zehn Sekunden Umbauzeit in ein Pedelec verwandeln soll. Besondesr praktisch: Der handliche Antrieb lässt sich zusammenklappen.. Damit passt der Motor in jeden Rucksack. Für die nötige Power ist ein Lithiumakku verbaut, der je nach Beanspruchung für eine Strecke von bis zu 50 Kilometern ausreicht. Sobald eine Geschwindigkeit von 25 km/h erreicht ist, schaltet sich der Motor aus – das ist gesetzlich vorgeschrieben, damit Pedelecs noch als Fahrrad durchgehen.

Einen ersten Prototyp gibt es schon. Wann Felix Römers Rad-Helferlein die Marktreife erlangt, ist bisher noch unklar. Auch ein Preis steht noch nicht fest. Wer sein altes Fahrrad dennoch schon zum E-Bike machen möchte, kann zu GeoOrbital greifen: Der elektrische Reifen kostet rund 1000 Euro und funktioniert ähnlich wie die Idee aus Singapur.

Nachrüst-Trend auf dem Prüfstand

Der Trend, herkömmliche Fahrräder durch einen Nachrüst-Antrieb in E-Bikes zu verwandeln, hält sich seit Jahren. Neben Begeisterung erntet die Idee auch viel Skepsis. Thomas Herzog, Entwickler des wiederaufladbaren Fahrrad-Nachrüstsatzes Pendix, räumt mit den geläufigsten Mythen und Irrtümern auf, die um "selbstgemachte" E-Bikes kreisen.

  1. Nachrüstsätze gelten als unzuverlässig und unfallanfällig. Die Mehrbelastungen des Rahmens durch die elektronische Unterstützung können viele schwer einschätzen und setzen auch deshalb lieber auf Komplett-E-Bikes. Der E-Bike-Sachverständige Ernst Brust hat den Pendix-Nachrüstsatz getestet und kam zu dem Schluss: „Mit dem Pendix-Antrieb wird das Nachrüsten von Bestandsrädern marktfähig und für den Händler rechtlich und technisch realisierbar.“

  2. Durch den Umbau haftet der Händler als Hersteller. Er ist strafbar, wenn ein Schaden auftritt - egal an welchem Bauteil. Deshalb kooperiert Pendix mit verschiedenen Versicherungen, die bei Haftungsansprüchen einspringen. Gerd Schaarschmidt, Generalagent für die Nürnberger Allgemeine Versicherung: „Der Antrieb ist so sicher, dass er – wenn er sachgemäß angebaut wird – nicht mehr Gefahren birgt als ein herkömmliches Rad ohne Elektro-Antrieb. Bisher hatten wir noch keinen einzigen Schadensfall.“

  3. Kunden interessieren sich nicht für Nachrüstsätze, sondern wollen lieber ein kompelttes E-Bike. Die meisten wissen allerdings nicht, dass man Räder auch professionell nachrüsten kann. Der Fachhändler Peter Englmeier stellt hingegen einen Trend vom Komplett-E-Bike hin zum Nachrüsten fest: „Die Nachfrage wird stetig größer, und die meisten unserer Kunden möchten lieber ihr eigenes Rad umbauen, weil sie dadurch nicht gezwungen sind, ihr gutes Fahrrad unter Wert zu verkaufen.“ Plus: Die Kunden haben dann zwei Räder in einem, ein normales und ein E-Bike. Das verbraucht zudem weniger Platz im Keller.

  4. Das Nachrüstsätze nicht an alle Räder passen, stimmt mit Einschränkungen. Es gibt Nachrüstantriebe, die nur für bestimmte Radtypen geeignet sind. Das hängt wiederum vom Typus des Nachrüstsatzes ab: Ist es ein Vorderrad-, Hinterrad- oder Mittelmotor? Mittelmotoren, die am Tretlager verbaut werden, sind die flexibelsten Antriebe.

Auch weitere Vorurteile, etwa, dass Nachrüstantriebe über schwache Akkus verfügen und das Fahrrad klobig, schwer und laut machen, gelten nicht für alle Modelle. Nutzer, die zwischen einem Voll-E-Bike und einer Lösung zum Nachrüsten schwanken, sollten sich daher gut über Vor- und Nachteile informieren.

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