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Bild: Pixabay

Biomasse Holz aus Fukushima liefert Energie

27.10.2016

Entrade liefert Biomasse-Kraftwerke nach Fukushima und verwertet darin radioaktives Holz.

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Entrade will japanische Stromnetze mit kleinen, grundlastfähigen Biomasse-Kraftwerken stabilisieren. Dafür hat das Unternehmen ein Büro im Fukushima Renewable Energy Center eröffnet und wird mit der Präfektur Fukushima, dem Vize-Gouverneur Toshiyuki Hata und dem Unternehmen Green Growth zusammenarbeite, um das in Großbritannien bereits umgesetzte Betreiberkonzept nun auch auf den japanischen Markt zu übertragen: Viele kleine Kraftwerke versorgen regional ansässige Unternehmen dezentral mit Strom, Wärme oder Dampf. Gleichzeitig bilden sie ein Local Smart Grid, das zum Ausgleich von Erzeugungsschwankungen der PV-Anlagen beiträgt.

Erstes Kraftwerk ab November in Betrieb

Bereits im November soll bei dem Bauunternehmen Fujita Construction das erste E3-Kraftwerk in Betrieb gehen. In den kommenden Monaten sollen weitere Kraftwerke mit einer Investitionssumme von 50 Millionen Euro hinzukommen. Die Gesamtleistung wird dann bei 20 Megawatt elektrischer Leistung liegen. Im Rahmen des Betreiberkonzepts produziert und projektiert Entrade die Kraftwerke vom Typ E3 (25 kW elektrisch, 55 kW thermisch) und E4 (50 kW elektrisch, 100 kW thermisch). Green Growth finanziert die Anlagen und übernimmt den laufenden Betrieb beispielsweise mit Holzpellets oder anderer Biomasse. Entrade plant auch, leicht radioaktiv kontaminiertes Holz in den Anlagen zu verwerten.

Kraftwerke in der Energy Cloud

In Japan boomt nach dem Tsunami und der dadurch ausgelösten Reaktor-Katastrophe im Jahr 2011 die Photovoltaik, da es eine gesetzliche Einspeisevergütung gibt. Seit 2013 wurden mehr als 30 Gigawatt PV-Leistung zugebaut. Allerdings stoßen die örtlichen Netze bei zu viel Einspeisung von PV-Strom an ihre Grenzen, deshalb soll die Einspeisevergütung ab 2017 wieder sinken. Dann sollen andere erneuerbare Energien wie Biomasse und Windkraft mehr Marktanteile bekommen.

Die Entrade-Kraftwerke sollen den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in Japan bei gleichzeitiger Schonung der Netze unterstützen. Dazu sollen die Kraftwerke zur „Cloud-E“ vernetzt werden, einer virtuellen Energy Cloud. Die Modularität der Anlagen erlaubt es, derzeit ungenutzte Kapazitäten beispielsweise von Wind- und Solaranlagen nutzbar zu machen. So kann jetzt ein 5 Megawatt-Einspeisepunkt einer Solaranlage rund um die Uhr diese Leistung bereitstellen: Abhängig vom schwankenden Solarangebot, werden die Anlagen vollautomatisch ab- und zu geschaltet.

Die von den Kraftwerken erzeugte Energie ist sauber und sorgt für regionale Wertschöpfung. „Außerdem machen wir Photovoltaik und Windkraft grundlastfähig“, erklärt Entrade-Vorstand Julien Uhlig. „Unser großer Vorteil ist die enorme Flexibilität: Biomasse und Abfall sind hervorragend dazu geeignet, gemeinsam eine Erneuerbare Energieversorgung aufzubauen.“

Bildergalerie

  • E3-Kraftwerk von Entrade

    Bild: Entrade/Karl Kramer

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