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In Wunsiedel im Fichtelgebirge soll ab 2018 Ökostrom gespeichert werden.

Bild: Pixabay
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Eine Stadt speichert Ökostrom Bayerns größter Batteriespeicher

15.02.2017

Wunsiedel in Bayern installiert mit Siemens den größten Batteriespeicher im Bundesland, um die Netzschwankungen durch erneuerbare Energien auszugleichen.

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Strom aus Sonne und Wind hat ein Manko: Angebot und Nachfrage sind nicht immer gleich groß. Die Speicherung von Ökostrom ist deshalb eine der entscheidenden Herausforderungen der Energiewende. Um bei deren Bewältigung einen Schritt näher zu kommen, wird in Wunsiedel ein riesiger Batteriespeicher installiert. Die Stadt im Fichtelgebirge will damit ihre Abhängigkeit von zugekauftem Strom weiter verringern.

Überschuss vs. Flaute

Rein rechnerisch erzeugt die Region bereits jetzt mehr Strom aus regenerativen Quellen, als die rund 9300 Einwohner von Wunsiedel verbrauchen. Der Überschuss liegt dank großer Windräder, Photovoltaikanlagen und Biomasseheizkraftwerke sogar bei etwa 20 Prozent. Dennoch könnte sich Wunsiedel nicht vom überregionalen Netz abkoppeln.

„Bei stark bewölktem Himmel und Flaute müssen wir Strom zukaufen“, so Marco Krasser, Geschäftsführer des lokalen Energieversorgers Stadtwerke Wunsiedel. „Zu anderen Zeiten geben wir dagegen Strom ins Netz unseres Vorlieferanten ab.“

Schwankungen dezentral ausgleichen

Um den vor Ort produzierten grünen Strom auch komplett vor Ort zu verwenden, müsste er teilweise gespeichert werden. Und genau das versuchen Stadt und Stadtwerke nun in Kooperation mit der Gruppe Dezentrale Energiesysteme von Siemens zu realisieren. Geplant ist ein Akku, der über eine Leistung von sechs Megawatt verfügt. Ausreichend, um damit rund 150 Häuser einen ganzen Tag lang mit Strom zu versorgen. „Es wird der bayernweit größte Batteriespeicher sein“, sagt Krasser.

Der Speicher, der bis Januar 2018 in Betrieb gehen soll und nach zehn Jahren der Stadt gehören wird, dient allerdings nicht nur dem Ziel einer Autarkie der Stromversorgung. Er hilft auch dabei, das Stromnetz zu stabilisieren, indem er sogenannte Regelenergie zur Verfügung stellt, die Schwankungen ausgleicht. „Stromversorger wie die Stadtwerke Wunsiedel müssen die Frequenz von 50 Hertz konstant halten, was immer schwieriger wird, je mehr Ökostromquellen elektrische Energie ins Netz liefern,“ erklärt Krasser. Aber diese Aufgabe müsse gelöst werden, wenn die erneuerbaren Energien einmal den Bedarf an Strom zu jedem Zeitpunkt zu 100 Prozent abdecken sollen.

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