Interview mit Oliver Elsner von TOI TOI & DIXI Group Ideen in Produkte umsetzen

Conrad Electronic SE

Oliver Elsner, Leiter Einkauf und Innovation bei TOI TOI & DIXI Group

Bild: TOI TOI & DIXI Group
14.03.2024

Das Unternehmen Conrad Electronic hat sich als die Beschaffungsplattform für technischen Bedarf etabliert und positioniert sich zudem als Lösungsanbieter für Geschäfts­kunden. In unserem Interview verrät Oliver Elsner, Leiter Einkauf und Innovation bei TOI TOI & DIXI Group, wie Conrad Toiletten­kabinen mit innovativen Elektronikkomponenten nicht nur neuen Glanz verleiht, sondern auch mit einer wohligen Wärme versorgt.

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Was war für TOI TOI & DIXI die 
Initialzündung, Conrad Product 
Sourcing & Development als Partner ins Boot zu nehmen?

TOI TOI & DIXI begannen Ende 2020 mit dem gruppenweiten Einkauf. Dabei stießen wir auf einige Herausforderungen, insbesondere beim wiederkehrenden Saisonthema Heizlüfter für unsere Toilettenhäuschen. Die Beschaffung lag im Zuständigkeitsbereich der Konstruktion, die jedoch nicht primär auf den Einkauf fokussiert war. Im Herbst 2021 startete die jährliche Anfrage nach Heizlüftern, doch der Hauptlieferant war nicht lieferfähig. So suchten die Kollegen weiter dringend nach 3.000 Heizlüftern und erkundigten sich auch bei Conrad. Ein Modell von Conrad hatte die Bemusterung bestanden, aber Restbestände waren zu diesem Zeitpunkt nicht ausreichend verfügbar. Trotz kurzfristiger Bedarfsdeckung bei einem anderen Lieferanten regte diese Aktion uns dazu an, die Heizlüfter-Beschaffung neu zu organisieren. Neben der Beschaffungsproblematik war bei uns die Herausforderung bei gängigen Heizlüftern der Umbau ein langjähriges Thema. Denn die Sicherheits­anforderungen für den Einsatz in Kabinen erforderten zeitaufwändige und oft komplexe Modifikationen. Dies führte zur Überlegung, einen Lieferanten beziehungsweise Partner zu finden, der die Geräte direkt mit den speziellen Spezifikationen liefert. Die Anfrage bei Conrad mit der Feststellung "Ihr macht doch mehr als nur Katalogware" führte zur ersten Kontaktaufnahme und zum Informationsaustausch mit dem Product Sourcing & Development Team.

Welche Aspekte waren für Sie bei der Zusammenarbeit mit Conrad Electronic besonders wichtig?

Die Entscheidung, Conrad Product Sourcing & Development als idealen Partner für unser Heizlüfter-Problem einzubeziehen, wurde von mehreren entscheidenden Faktoren beeinflusst. Zunächst einmal war es unser Ziel, einen Lieferanten zu finden, der unseren hohen Anforderungen an Zuverlässigkeit und Lieferfähigkeit gerecht wurde. Wir suchten auch nach der Möglichkeit, ein maßgeschneidertes Produkt zu erhalten, das wir mit unserem eigenen Branding versehen konnten, um es optimal an die Bedürfnisse des Brands TOI TOI & DIXI anzupassen. Des Weiteren war es wichtig für uns, ein fertig einsetzbares Produkt zu einem fairen Preis zu erhalten, wobei das benötigte Einbauzubehör aus dem Standardsortiment von Conrad stammen sollte. Doch das 
ausschlaggebendste Argument für uns war die Gewissheit, dass Conrad als deutscher Lieferant nachweislich die EU-Zulassung für das von uns verwendete Elektrogerät besaß und als Inverkehrbringer die Verantwortung für den sicheren Einsatz des individuell angepassten Produkts übernahm.

Warum haben Sie das Projekt nicht selbst umgesetzt?

Die Idee, selbst einen Elektronikhersteller in Asien zu finden und eine eigene Lieferkette aufzubauen, war für uns weder praktikabel noch realistisch. Wir verfügten weder über die erforderlichen Ressourcen noch über das entsprechende Netzwerk. Angesichts dessen, dass wir die Heizlüfter vermieten und im Kundeneinsatz haben, war es zudem von entscheidender Bedeutung, einen zuverlässigen Partner zu haben, insbesondere mit Blick auf Zertifizierung und Sicherheitsaspekte. Hier konnte Conrad nicht zuletzt durch eine langjährige vertrauensvolle Beziehung und durch sein Know-how überzeugen.

Hatten Sie irgendwelche Herausforderungen oder Anfangsschwierigkeiten während der ersten Phase des Projekts?

Ja, die Entwicklung eines maßgeschneiderten Produkts und der Kauf einer Plug-and-Play-Lösung waren für uns völlig neu. Daher war dieser Prozess eine Lernkurve für beide Seiten, und wir haben gemeinsam mit Conrad einige Anpassungen vorgenommen. Zum Beispiel gab es nachträglich von einer unserer Servicegesellschaften die Bitte, Typenschilder mit Seriennummern für die Identifizierung der Geräte nachzurüsten. Conrad stand uns hier zur Seite, produzierte die Schilder und entwickelte sogar Seriennummern für die Charge, die bei zukünftigen Bestellungen verwendet werden konnten. Darüber hinaus erhielten wir zeitnah von Conrad das erforderliche Zertifikat für den Einsatz der Heizlüfter in unseren Kabinen, obwohl die Anfrage von unserer Seite erst sehr spät einging. Schlussendlich kann ich sagen, dass keine ernsthaften Probleme aufgetreten sind.

Haben Sie weitere Projekte in Planung, die Sie zusammen mit Conrad 
realisieren wollen?

Natürlich, wir haben neue Ideen für die Beschaffung von Elektronikkomponenten für unsere Kabinenproduktion. Wir planen, konfektionierte und vorproduzierte Komponenten aus Asien zu beziehen, die Plug-and-Play-fertig verfügbar sind. Im Gegensatz zu früheren Modifikationen handelt es sich diesmal um ein komplexeres Produkt, das speziell für uns entwickelt wird. Wir beabsichtigen, Conrads Kenntnisse des asiatischen Lieferantenmarktes zu nutzen, um Lieferanten zu identifizieren. Zentraler Ansprechpartner bleibt jedoch Conrad, inklusive Bemusterung und Qualitätskontrolle. In diesem Kontext werden wir auch Conrads Dienste für den Logistikteil nutzen, wobei die Ware erst nach Hamburg und dann ins Logistikzentrum nach Wernberg geliefert wird, wo sie neu verpackt und an verschiedene Standorte verteilt wird, einschließlich unserer Hauptproduktion in Gerstungen.

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