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Der Netzentwicklungsplan 2030 umfasst Aspekte wie Energieerzeugung, die Kombination von Gleichstrom und Wechselstrom, den Ausbau des Höchstspannung-Übertragungsnetzes sowie den Offshore-Ausbau.

Bild: Pixabay
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Netzentwicklungsplan 2030 Wie sieht das Energienetz von morgen aus?

01.02.2017

Vier Übertraungsnetzbetrieber haben die ersten Entwürfe des Netzentwicklungsplans der Bundesnetzagentur übergeben. Damit beginnt nun die öffentliche Konsultation.

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Die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW haben heute die ersten Entwürfe des Netzentwicklungsplans (NEP) 2030 und des Offshore-Netzentwicklungsplans (O-NEP) 2030 der Bundesnetzagentur (BNetzA) übergeben und veröffentlicht

Damit beginnt die vierwöchige öffentliche Konsultation, während derer jeder bis zum 28. Februar 2017 online, per E-Mail oder schriftlich Stellungnahmen zu NEP und O-NEP abgeben kann. Die Stellungnahmen fließen in die zweiten Entwürfe von NEP und O-NEP ein.

Vier Szenarien für die Energie-Zukunft

Der am 30. Juni 2016 von der BNetzA genehmigte Szenariorahmen ist der Ausgangspunkt für NEP 2030 und O-NEP 2030. Der Szenariorahmen enthält insgesamt vier Szenarien: drei Szenarien mit dem Zieljahr 2030 und ein längerfristiges Szenario mit dem Zieljahr 2035. Die einzelnen Szenarien unterscheiden sich darin, wie stark und wie schnell sich die Energiewende im Hinblick auf den Stromerzeugungsmix, den Stromverbrauch sowie die Durchdringung mit innovativen Technologien, Speichertechnologien und Flexibilitätsoptionen vollzieht.

Deutschlandweites Gefälle in der Energieerzeugung

Für die Zieljahre 2030 und 2035 ist ein starkes innerdeutsches Erzeugungsgefälle mit einem Erzeugungsüberschuss in Norddeutschland und einem Erzeugungsdefizit in Süddeutschland zu beobachten. Zwischen rund einem Viertel und der Hälfte des jährlichen Bedarfs werden in den südlichen Bundesländern aus in- und ausländischen Importen gedeckt.

Die Erzeugung in nord- und ostdeutschen Bundesländern übersteigt dagegen die lokale Nachfrage um mehr als das Doppelte. Die Bedeutung erneuerbarer Energien nimmt weiter zu. Wind (On- und Offshore) ist der Energieträger mit dem größten Anteil am Energiemix in allen Szenarien. Wesentliche Treiber für die innerdeutsche Übertragungsaufgabe sind der weitere Ausbau erneuerbarer Energien sowie die starke und zentrale Einbindung Deutschlands in den europäischen Binnenmarkt.

Gleichstrom und Wechselstrom in Einklang

Durch den kombinierten Einsatz von Gleichstrom und Wechselstrom, wie er im NEP 2030 vorgeschlagen wird, ist es möglich, das Übertragungsnetz für die wachsenden Versorgungsaufgaben fit zu machen und das Netz zu stabilisieren.

Ausgehend vom Startnetz sowie den Maßnahmen des Bundesbedarfsplans (BBP) 2015 wurde in den Szenarien A 2030, B 2030 und C 2030 analysiert, inwieweit der darüber hinausgehende Übertragungsbedarf durch zusätzliche AC-Netzverstärkungen in Kombination mit leistungsflusssteuernden Punktmaßnahmen abgebildet werden kann. Die Netzanalysen zeigen: Diese Kombination erweist sich im Hinblick auf das Zieljahr 2030 als eine machbare Alternative zum Bau zusätzlicher DC-Verbindungen.

Neue Stromtrassen braucht das Land

Das Volumen der Netzverstärkungen auf Bestandstrassen (Seiltausch oder Stromkreisauflagen, Neubau einer leistungsfähigeren Leitung in bestehender Trasse) beträgt je nach Szenario einschließlich Startnetz zwischen 7600 und 8500 Trassenkilometer. Der Ausbaubedarf neuer Leitungstrassen liegt in allen Szenarien mit Zieljahr 2030 jeweils bei 3800 Kilometern, davon sind etwa 2.600 Kilometer HGÜ-Verbindungen und rund 1.200 Kilometer AC-Verbindungen. Auch der deutsche Anteil der Gleichstrom-Verbindungen nach Belgien, Dänemark, Norwegen und Schweden mit einer Länge von rund 330 Kilometern ist darin enthalten. Die Übertragungskapazität der DC-Verbindungen beträgt in diesen Szenarien jeweils in Summe 8 GW.

Wie sieht es mit dem Ausbau der Offshore-Netze aus?

Mit dem vorliegenden O-NEP 2030 stellen die Übertragungsnetzbetreiber den vierten und letzten O-NEP zur öffentlichen Konsultation. Er wird anschließend durch den sogenannten Flächenentwicklungsplan abgelöst.

Grundlage der Netzplanung im O-NEP ist das Start-Offshorenetz. Es bezeichnet diejenigen Offshore-Netzanbindungssysteme, die bei der Erstellung des O-NEP als gegeben unterstellt werden und deren Erforderlichkeit nicht untersucht wird. Die Ausbaumaßnahmen des Start-Offshorenetzes im O-NEP 2030 haben eine Gesamtlänge von rund 850 Kilometern. Die Investitionen belaufen sich auf rund 4 Milliarden Euro.

Die Länge des Zubau-Offshorenetzes beträgt in den Szenarien A 2030, B 2030 und C 2030 jeweils 2277 Kilometer und im Szenario B 2035 3702 Kilometer. Die Gesamt-Übertragungskapazität des Zubau-Offshorenetzes reicht dabei von 7,4 GW für das Zieljahr 2030 bis zu 11,4 GW für das Zieljahr 2035. Das Gesamtvolumen der Investitionen beträgt einschließlich der Kosten für das Start-Offshorenetz bis 2030 insgesamt rund 16 Milliarden Euro und bis 2035 rund 22 Milliarden Euro.

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