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Kleidung von der Stange ist vielleicht bald passé. Amazon will Klamotten erst nach Bestellung fertigen und von einem Roboter nähen lassen.

Bild: Pixabay

Roboter könnte ganze Textilfabrik ersetzen Mischt Amazon die Textilbranche auf?

Online-Shopper und Mode-Junkies aufgepasst: Amazon will Klamotten erst nach Bestellung fertigen und von einem Roboter schneidern lassen. Dafür hat der riesige Online-Konzern nun einen Näh-Roboter und ein Fertigungssystem patentiert.

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Shopping sieht für die meisten Menschen noch so aus: In die Stadt gehen, von Laden zu Laden schlendern, hier was anprobieren, dort etwas anprobieren, mit vollen Tüten nach Hause gehen. Online ist es im Grunde ähnlich. Von Anbieter zu Anbieter klicken, bestellen, anprobieren, zurück schicken. Und doch: Manchmal findet man nicht so recht, was man sich vorgestellt hat. Das könnte sich mit dem Amazon Näh-Roboter inklusive Fertigungssystem ändern.

Ein Computer steuert den gesamten Prozess

Ein Computer soll die Bestellungen annehmen. Dann beginnt er mit der Herstellung. Er ordnet die Stoffbahnen an, so dass sie möglichst wenig Schnittreste hinterlassen, bedruckt die Stoffe und sorgt dafür, dass das System möglichst effizient arbeitet. Kameras sollen den Ablauf überwachen. Zu dem System gehört insgesamt ein Textildrucker, eine Nähmaschine, die von einem Roboter bedient wird und die Fertigungsstraße.

Stoffe versteifen für einfaches Hantieren

Nach einer Qualitätsprüfung, ebenfalls von dem Computer ausgeführt, wird das T-Shirt, der Schal oder das Handtuch verpackt und an den Kunden versendet. Vermutlich wird dieser Versand bereits per Drohne gemacht. Die Idee ist nicht ganz neu: Einen Näh-Roboter selbst gibt es an sich schon, wie das Video oben zeigt. Der Sewbo, kurz für sewing robot, wurde von dem Software Entwickler Jonathan Zornow aus Seattle entwickelt.

Trotz des weit verbreiteten Einsatzes von Robotern in anderen Branchen, hat die Automatisierung wenig Fortschritte in der Bekleidungsherstellung gemacht. Grund dafür ist die Schwierigkeit für Roboter mit schlaffen, flexiblen Stoffen zu hantieren. Sewbo vermeidet diese Hürden mit der Verfahrenstechnik der vorübergehenden Versteifung von Stoffen und ermöglicht es den Industrierobotern, die Kleidungsstücke aus starren Tüchern leicht zu bauen, so als ob sie mit Blech arbeiten würden. Die Stoffpaneele können leicht geformt und verschweißt werden, bevor sie dauerhaft zusammengenäht werden. Die wasserlösliche Versteifung wird am Ende des Herstellungsprozesses mit einem einfachen Spülen in heißem Wasser entfernt und hinterlässt ein weiches, komplett zusammengebautes Kleidungsstück. Die Versteifung kann dann für Änderungen wieder hergestellt werden.

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