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Bild: iStock, Mattjeacock

PushPull-Steckverbinder Wenn es Klick macht

10.04.2017

Nach dem Klick noch eine leichte Drehung und schon ist der Steckverbinder sicher verbunden. Mit einer unkomplizierten Auszugssicherung hat das PushPull-System von Harting einen Facelift erhalten. Ein neues Gehäusematerial schützt zudem vor aggressiven Betriebsmitteln.

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Die Zeiten von starren und gekapselten Betriebsstraßen sind in der „Integrated Industry“ vorbei. Dezentrale Industrie-PCs, Roboter-Werkzeuge und andere modulare Komponenten werden, je nach Anforderung und Auslastung einer Produktion, deutlich häufiger gewechselt als bisher. Aus Anwendersicht muss daher der Wechsel von Werkzeugen und Apparaten schnell, sicher und einfach funktionieren. Maschinen und Anlagen in industriellen Produktionsprozessen werden immer modularer und flexibler. Diesem Prozess muss auch in der Verkabelung und Anschlusstechnik Rechnung getragen werden.

Welche Eigenschaften sind für Steckverbinder im Umfeld von Modularisierung und Industrie 4.0 besonders wichtig? Für Anwender steht eine einfache und schnelle Handhabung genauso im Vordergrund, wie die Robustheit und das daraus resultierende breite Einsatzspektrum. Im Idealfall ist zur sicheren Verbindung kein Montagewerkzeug nötig, das verloren gehen kann. Die Schnittstelle muss leicht zuzuordnen sein und ihren Dienst auch nach mehreren tausend Steckzyklen ohne Zwischenfälle verrichten. Anlagenteile sollten sich im Aufbau schnell und reversibel verbinden lassen.

Mit Hartings PushPull-System können die Lebensadern einer Produktion in Sekunden getrennt und neu verbunden werden. Um diesen Vorgang weiter zu optimieren, hat der Steckverbinderhersteller den PushPull-V4 einem Facelift unterzogen und wird ihn auf der Hannover Messe 2017 mit neuen Stärken präsentieren.

Den Anwender im Fokus

Bei der Weiterentwicklung des ursprünglichen PushPull-Steckverbinders standen die Anforderungen der Anwender im Fokus. Der Steckverbinder sollte robuster werden und gleichzeitig einfacher und schneller bedienbar sein als sein Vorgänger. So schützt jetzt ein neues Gehäusematerial den PushPull-V4-Industrial gegen äußerst aggressive Chemikalien wie etwa Schneidöle in Dreh- und Fräszentren. Diese und andere aggressive Betriebsstoffe stellen hohe Herausforderungen an die eingesetzten Steckverbinder in einer Anwendung. In der Umgebung von alkalischen oder basischen Betriebsmitteln müssen nämlich alle Anlagenteile, wie auch die Lebensadern, zuverlässig und prozesssicher funktionieren. Der PushPull in zweiter Generation wird nun härtesten Anforderungen gerecht und kann so universeller in industriellen Applikationen eingesetzt werden. Um die werkzeuglose (De-)Montage per Hand einfacher zu machen, hat das neue Gehäuse stärker konturierte Griffstücke, die das Ziehen erleichtern. Gerade wenn ein Gehäuse mal ölig und oder nass ist, kommt dem Anwender diese Neuerung zu Gute.

Prozesssicherheit wird allerdings nicht nur durch Robustheit garantiert, sondern auch durch eine einfache und intuitive Bedienung, die mögliche Fehler ausschließt. Getreu dem Motto: „Die einfachsten Lösungen sind meist die besten“, besitzt die zweite Generation des PushPull nur noch eine fest angebrachte statt bisher drei lose beiliegende Kabelklemmen für die Abdichtung und Zugentlastung. Eine Lösung, die einfach ist und gleichzeitig einen größeren Spielraum im Kabeldurchmesser von nun 4,5 bis 10 mm Durchmesser ermöglicht.

Einfachere und intuitivere Bedienung

Je nach Einsatzzweck und entsprechendem Kabel musste der Anwender bisher der Montageanleitung entnehmen, welche der ehemals drei verschiedenen Dichtungen die passende ist. Diese Entscheidung ist nun hinfällig. Damit gehören Undichtigkeiten sowie mangelhafte Zugentlastung durch eine falsche Kabel-Dichtungskombination der Vergangenheit an. Auch die schnelle Konfektion von Kabel und Steckverbinder im Feld werden so vereinfacht und sicherer.

Um die Geschwindigkeit des Plug&Play-Prinzips zu steigern, hat der PushPull zwei verschiedene farbliche Markierungen erhalten. Die erste Markierung dient der schnellen Übersicht, ob Steckverbinder und Buchse in ihrer Kodierung korrekt zueinander ausgerichtet sind und ein problemloses Stecken möglich ist. Dies spart Zeit und Nerven bei der Verkabelung – vor allem, wenn es um den Anschluss zahlreicher Schnittstellen geht. Durch das quadratische Steckgesicht war es bisher nicht sofort zu erkennen, in welcher der vier möglichen Positionen Stecker und Buchse zueinander ausgerichtet werden müssen. Die deutlich sichtbare Markierung in Form eines gelben Dreiecks schafft hier nun Abhilfe und erspart unnötiges Probieren.

Die zweite farbliche Kodierung kann vom Anwender frei belegt werden und dient der richtigen Zuordnung von Stecker und Buchse. Sind in der Anwendung viele PushPull-Steckverbinder nebeneinander verbaut, behält der Monteur leichter die Übersicht, welcher Steckverbinder zu welcher Buchse gehört. Ein einfaches aber probates Mittel, um falsche Verkabelungen auszuschließen und weitere Zeit in der Montage einzusparen. Da PushPull als universelles Steckverbinder-System Daten, Signale und Power übertragen kann, ergibt eine farbliche Unterscheidung, je nachdem was übertragen wird, durchaus Sinn. So können Daten-, Signal- und Powerverbindungen schnell identifiziert und passend verbunden werden.

Warum eigentlich PushPull?

Steckverbinder lassen sich auf verschiedene Art und Weise befestigen, verriegeln und gegen unbeabsichtigtes Lösen sichern. Vom Einschrauben des gesamten Steckverbinders wie bei einem M12 bis zur Sicherung mit zusätzlichen Schrauben am bekannten D-Sub oder eine Sicherung mit Clips, die in der Buchse einrasten, ist beinahe alles vertreten. Diese Befestigungen sind in der Montage und Demontage allerdings vom Werkzeug abhängig, nicht wasserdicht, oder – einen RJ45 betrachtet – nicht robust genug. Zudem kann die Montage vieler Steckverbinder auf engem Raum zum zeitraubenden Geduldsspiel ausarten. Das PushPull-System bietet hier mehr Komfort und einen nicht zu unterschätzenden Zeitgewinn. Eine gut hör- und spürbare Rückmeldung vermittelt dem Anwender den ordnungsgemäßen Anschluss des Steckverbinders. Ein Klick und die Verbindung ist nach IP65/67 gegen Schmutz und Wasser sowie gegen Vibrationen geschützt.

Um die Verriegelung des Steckers noch sicherer zu machen, besitzt die neue Variante eine zusätzliche Drehsicherung, die das PushPull-Verriegelungselement im gesteckten Zustand sperrt und so gegen unbeabsichtigtes Ziehen sichert: PushPull aufstecken – Klick – Drehring eine Achtel Umdrehung im Uhrzeigersinn drehen und fertig. Für eine weitere Sicherung gegen unbefugtes Lösen, kann der Drehring zusätzlich noch mit einer Plombe gesichert werden. Das ist ein Sicherheitsgewinn. Zudem ist das eine Möglichkeit, dauerhafte Verbindungen von solchen, die häufig getrennt werden, zu unterscheiden und ein versehentliches Ziehen zu vermeiden.

In der Baugröße und Bauform änderte sich im Zuge des Facelifts nichts. Die bisherigen Einsätze für die Lebensadern Power, Signale und Daten können aufgrund der Normenkonformität weiterhin genutzt und im neuen Gehäuse eingesetzt werden. Auch hier schaut Harting auf die Anwender und behält für sie das modulare Baukastenprinzip bei. Der einheitliche Standard stellt auch das gemischte Verwenden von bisherigen und neuen PushPull-Systemen sicher.

Versorgt alle Lebensadern der Industrie 4.0

Die Vielfalt an Kontakteinsätzen bietet Anwendern nach wie vor für jeden Einsatz die passende Schnittstelle. Die Power-Varianten decken von dreipolig bis vierpolig einen Bereich bis 250 V bei 16 A ab und bieten genug Leistung auch für energiehungrige Anwendungen. Für Signale gibt es den PushPull in drei Ausführungen: Mit 10 und 20 Polen, sowie einer hybriden Power/Signal Variante, sind sie für den Einsatz in industriellen Bus-Systemen prädestiniert. Komplettiert wird das Sortiment von der dritten Lebensader – der Daten. Hier gibt es das modulare Gehäuse alternativ mit USB-Steckgesicht, dem erwähnten RJ45, oder auch mit Fiber-Optic-Kontakten. Letztere ermöglichen zeitgemäße Übertragungsraten bis zu 10 GBit/s und werden vornehmlich in Anwendungen eingesetzt, die große Übertragungsstrecken bedingen. Der PushPull-V4-Industrial erhöht in der industriellen Geräteverkabelung die Prozesssicherheit und spart Zeit und Nerven in der Montage. Er steht für vereinfachtes und sicheres Handling aller Lebensadern auch für anspruchsvolle Einsatzumgebungen.

Bildergalerie

  • Eine zusätzliche Drehsicherung, der gelbe Ring, macht die Verriegelung des Steckers noch sicherer.

    Bild: Harting

  • Mit einer Farbmarkierung behält der Monteur die Übersicht, welcher Stecker in welche Buchse gehört.

    Bild: Harting

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