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Jan-Christoph Maiwaldt, Vorstand bei Urbana, sprach auf der Hannover Messe über Smart Cities.
Energieversorgung & Energiewirtschaft

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Neue Geschäftsmodelle: „Denken im Trend der Bürgerbeteiligung“

Text: Im Energy 2.0-Interview: Jan-Christoph Maiwaldt, Urbana Foto: J. Fürmetz/pi
Erste Schritte sind getan auf dem Weg zur Smart City, aber noch ist die To-do-Liste lang. Was neben einer durchdachten Infrastruktur für die Wärme- und Stromversorgung in Städten noch fehlt, erklärte Urbana-Vorstand Jan-Christoph Maiwaldt auf der „Roten Couch“ von Energy 2.0.

Herr Maiwaldt, Mietwohnungen werden heute technisch aufgerüstet. Was genau passiert denn da?

Jan-Christoph Maiwaldt: Die Wohnungswirtschaft ist gefordert, ihren Mietern neue Möglichkeiten zu bieten. Es geht nicht nur um energetische Sanierungen sondern auch um das Vorbereiten auf altersgerechteres Wohnen und am Ende natürlich um die Erhöhung der Komfortniveaus der Wohnung. Wir fangen dabei im Heizungskeller an und sind damit der Kontrapunkt zur energetischen Sanierung. Wir helfen bei der Energieversorgung von Wohnungen und schaffen nicht nur die Versorgung mit Wärme, sondern zukünftig auch die dezentrale Bereitstellung von Strom.

Wir reden also nicht von einem einfachen Brenner?

In größeren Gebäuden gibt es in der Regel eine zentrale Wärmeversorgung. Die meisten Gebäude sind Baujahr 1978 und älter. Man kann sich vorstellen, dass hier die alten Kessel weder nach einer Wohnungs- oder Gebäudesanierung energetisch sinnvoll dimensioniert sind, noch dass sie bislang in der Lage waren, Strom zu produzieren. Hier setzen wir auf Kraft-Wärme-Kopplung, die mit Blockheizkraftwerken dafür sorgt, dass wir in der Grundlast Wärme und Strom produzieren und durch die bestehenden oder modernisierten Kessel nur noch in der Spitze zusätzlich Wärme produzieren.

Inwiefern ist das eine Lösung, die uns in der Zukunft voranbringen könnte?

Wenn wir Energie dort produzieren, wo Wärme und Strom verbraucht werden, verkürzen wir den Weg des Energietransportes und Schaffen damit Einsparungen beim Netztransport und bei den Netzentgelten und das wird am Ende auch dem Mieter zugutekommen.

Es ist zunächst naheliegend, die dort produzierte Energie einzuspeisen. Ist das nicht alles viel zu kompliziert, wenn der Mieter sie sofort verbrauchen soll?

Wir versuchen, smart zu sein. Intelligenz wird in der Tat gefordert, wenn wir versuchen, die Energieerzeugung und die Umwandlung von Primärenergie in Wärme und Strom dort zu organisieren, wo es nötig ist.

An sich ist es ja eine kleine Revolution, wenn Mieter Kraftwerke im Keller haben können. Welche Trends sehen Sie da?

Wir gehen da sehr pragmatisch ran, weil wir aus der Heizanlage in der einzelnen Liegenschaft direkt zum Verbraucher kommen. Um diesen Schritt kümmern wir uns als erstes. In der Entwicklung sehen wir den nächsten Schritt darin, dass die Intelligenz notwendig wird, diese dezentral etablierten Kraftwerke miteinander zu verbinden.

Wie ändern sich die Geschäftsmodelle?

Wir denken im Trend der Bürgerbeteiligung. Der Bürger möchte versorgungssicher sein und zusammen mit seiner Wohnungsbaugesellschaft, die sich ja schon qualifiziert um den Miet- und Wohnraum kümmert, in die Gestaltung seiner eigenen Energieversorgung und damit in die Bestimmung seiner eigenen Energiekosten eingebunden sein. Das wird wirtschaftlich für den Mieter eine Rolle spielen und in Zukunft kann man sich vorstellen, dass Wohnraumqualität in zunehmendem Maße an diesem Kriterium der Nebenkosten gemessen wird. Daraus entsteht ein gegenseitiges Interesse auf allen Seiten, dieses weiter zu optimieren.

Das Gespräch führte Dr. Karlhorst Klotz, Energy 2.0. Das Video finden Sie auf goo.gl/LnwLw oder per QR-Code.

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