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Rainer Baake: Im Dezember noch Direktor der Agora Energiewende, heute Staatssekretär für Energie. Gespannte Zuhörer sind links Mathias Bucksteeg (BDEW), rechts Energy 2.0-Verleger Kilian Müller und Annegret-Cl. Agricola (Dena). Bild: Energy 2.0 / K.Klotz
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Energy 2.0-Expertentreffen

Text: Dr. Karlhorst Klotz, Sabrina Quente, Energy 2.0
Im Dezember 2013 traf Energy 2.0 sich in Berlin mit den Mitgliedern seines Redaktionsbeirats. Als Gastredner mit dabei war auch ein Mann, der wenige Tage darauf Karriere im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gemacht hat.

Intensive Begegnungen zum Gedankenaustausch in einer Umbruchsphase: Energy 2.0 berief für Mitte Dezember ein Treffen seines Redaktionsbeirats ein, am Ort, auf den seit der Bundestagswahl ganz Deutschland gespannt blickte. In Berlin waren wir diesmal zu Gast beim BDEW, wo der Geschäftsbereichsleiter Kommunikation, Mathias Bucksteeg, anschaulich darstellte, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft die insbesondere im Kontext der Energiewende teilweise widerstrebenden Interessen seiner über 1800 Mitglieder in einen lebendigen Dialog ummünzt.

Kein Masterplan

Die Verbandskommunikation beispielsweise im Magazin „Streitfragen!“ soll Mitglieder nicht mit Positionen zupflastern, sondern einen Beitrag zur Diskussion leisten. Geprägt war das Meeting inhaltlich vom just ausgehandelten Koalitionsvertrag – bei aller Vorsicht, denn „die Konsistenz des Koalitionsvertrags darf man nicht überschätzen, das ist keine Masterplan“, wie Bucksteeg formulierte. Besonders deutlich wurde die Neuordnung der Energiepolitik für alle Teilnehmer in der Person von Rainer Baake, der als Direktor der Agora Energiewende eingeladen war, darüber zu sprechen, wie aus der Energiewende eine Erfolgsgeschichte gemacht werden könnte.

Baakes enger Terminkalender

Baake bat kurzfristig um einen früheren Termin für seinen Auftritt, sprach konzentriert und ohne Präsentationsfolien eine halbe Stunde darüber, dass die Energiewende in eine neue Phase eintritt – insbesondere bei den Kosten sei man an einem Wendepunkt. Netze sind preisgünstiger als Speicher, so das Credo von Baake. „Photovoltaik und Windenergie sind die Gewinner, und die Energiewende geht nur damit“, betonte er.

Nach einer kontrovers geführten Diskussion verabschiedete sich Baake eilig wegen eines wichtigen Termins – wenige Tage bevor seine Berufung als Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Energie bekannt wurde.

Systemdienstleistungen: Viele ungelöste Fragen

Damit entging ihm auch, was Annegret-Cl. Agricola darauf erwidern hatte. Die Bereichsleiterin bei der Deutschen Energie-Agentur GmbH (Dena) ist ebenfalls Mitglied des Redak​tionsbeirats und sprach am Nachmittag über aktuelle Entwicklungen der energiepolitischen Agenda. Sie stimmte Baake zu, dass Sonne und Wind die Treiber der Energiewende seien, betonte aber auch, dass noch immer viele technologische Fragen ungelöst seien. Es sei unklar, wie Systemdienstleistungen wie Regelenergie, Blindleistung oder Kurzschlussleistung sich in Zukunft technisch und organisatorisch bereitstellen lassen und von wem.

Einen Seitenhieb gab es auch für das BDEW-Modell. Agricola sagte voraus, dass sich der CO2-Markt trotz Backloading in Europa nicht wiederbeleben lasse und damit die theoretischen Mechanismen des BDEW-Modells praktisch nicht mehr funktionieren könnten.

Augenmerk auf Eigenverbrauch

Für die Zukunft sei es wichtig, das Augenmerk auf die Eigenstromversorgung zu richten. Zwar gebe es dafür keine belastbaren Daten, dennoch sei der Markt stark wachsend und bereits jedes zweite Unternehmen beschäftigt sich damit. KWK sei bereits eine gute Möglichkeit für Unternehmen, selbst Strom zu erzeugen, Photovoltaik sei stark im Kommen. In einer anschließenden Diskussion ging es unter anderem um die Frage, ob Eigenstrom mit der EEG-Umlage zu belasten sei. Annegret-Cl. Agricola beurteilte diesen Ansatz kritisch, da er ihrer Meinung nach einen „riesigen bürokratischer Aufwand“ bedeuten würde. Sinnvoller wäre vielmehr eine Belastung mit Netzentgelten, da die Unabhängigkeit vom Netz noch nicht realistisch sei.

Nachhilfe in Energiewende

Das Treffen der Redaktionsbeiräte in Berlin regte die Teilnehmer aber nicht nur zu Diskussionen an, sondern auch zum Mitmachen. Am Vormittag begegneten sich der Energy 2.0-​Redaktionsbeirat und der VIP-Beirat der Urban 2.0 auf dem Euref-Campus in Berlin. Zwischen Vorträgen von Gastgeber Schneider Electric zum Thema Smart Grids und Ortsnetzstationen ging es auch um Themen, die 2014 in den Magazinen im Fokus stehen werden.

Mehr über das Treffen der VIP-Beiräte lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Urban 2.0, die am 6. März 2014 erscheint. Falls Sie die Ausgabe nicht automatisch zusammen mit der Energy 2.0 2.2014 zugeschickt bekommen, können Sie sich online Ihr Abo sichern: http://goo.gl/rfRAFA.

Eine vollständige Liste der Mitglieder in unserem Redaktions​beirat finden Sie übrigens in unserem Impressum auf dieser Seite.

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