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Einer für alle, alle für einen

Text: Jos Anthonijsz, Gisa
Eine neue offene Plattform bringt die Idee des App-Stores in den Energiemarkt. Sie vernetzt Serviceanbieter mit Marktteilnehmern und stellt eine zentrale Basis, die allen Akteuren den Zugang zu den vielfältigen Möglichkeiten von IT-Services eröffnen soll.

Auf dem schnell wachsenden Markt der erneuerbaren Energien stehen Betreiber, Dienstleister und Stromanbieter vor vielfältigen und neuen Herausforderungen. IT-Dienstleistern kommt dabei die zentrale Aufgabe zu, alle Marktteilnehmer in der Abwicklung ihrer Prozesse zu unterstützen und diese letztlich auch zu vernetzen und so Kommunikation zu ermöglichen. Das Problem für alle Beteiligten besteht heute darin, dass Lösungsanbieter und Marktteilnehmer oft nur direkt kommunizieren können, Vielfalt und Geschwindigkeit gehen verloren. Eine gemeinsame Plattform soll Abhilfe schaffen. Gisa, bisher IT-Dienstleister für Stadtwerke und große Dienstleister, betritt Neuland und bringt eine offene Plattform auf den Markt.

Der Energiemarkt hat mit der Energiewende eine Dynamik erhalten, die ihn von allen anderen Business-Szenarien grundlegend unterscheidet. Zu der enorm gewachsenen Anzahl an Energieerzeugern kommt die vollständige Ablösung traditioneller Rollen im Markt: Aus Immobilienbesitzern werden Energieversorgungsunternehmen (EVU), aus Verbrauchern werden Erzeuger und im gleichen Zug müssen Erzeuger auch zu Händlern werden. Das Management dieser Veränderungsprozesse wird durch Regulierungs- und Deregulierungsmaßnahmen des Gesetzgebers noch komplizierter.

Öffentliche Förderprogramme der Bundesregierung haben sich deshalb die Entwicklung neuer Strukturen zum Ziel gesetzt. Bis 2019 sollen die Voraussetzungen für die technische Vernetzung der Branche erfüllt werden, um alle Akteure bei ihren Herausforderungen zu unterstützen. Mit Gisa.connect geht schon Mitte dieses Jahres eine Plattform an den Markt, die genau das leistet: eine zentrale Basis, die allen Teilnehmern den Zugang zu den vielfältigen Möglichkeiten von unterstützenden IT-Services eröffnet. Gisa.connect bringt die Idee des App-Stores in den Energiemarkt und vernetzt Serviceanbieter mit Marktteilnehmern.

Gerade dort, wo Akteure vor veränderten oder neuen Aufgaben stehen, kann intelligente IT einen großen Beitrag zum Geschäftserfolg leisten. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen an die Plattform. Berthold Müller-Urlaub, Präsident des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung, erläutert, was sich die Branche von der offenen Plattform verspricht: „Die Bedeutung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Damit einher geht eine Dezentralisierung der Stromerzeugung. Die Wertschöpfung wird hin zu örtlichen Unternehmen verlagert. Als Verband unterstützen wir Gisa.connect, weil es genau diesem Prinzip folgt. Die Plattform verbindet innovative Services passgenau mit den potenziellen Nutzern.“

Der IT-Dienstleister Gisa aus Halle an der Saale hat die offene Plattform gemeinsam mit dem Institut für Angewandte Informatik der Universität Leipzig sowie dem Softwarespezialisten Evermind entwickelt. Die Portaloberfläche ermöglicht dabei allen Akteuren des Energiemarkts ein einfaches Anbieten, Buchen und Konfigurieren von Services und Lösungen. Gisa übernimmt als Dienstleister und Betreiber die Abrechnung, stellt die notwendige Infrastruktur und sorgt für die technischen Rahmenbedingungen, die einen reibungslosen Business-to-Business-Betrieb im energiewirtschaftlichen Umfeld garantieren.

Anwendungen und Services können auf Gisa.connect ohne Aufwand, flexibel und sicher angeboten und „per use“ abgerufen werden, wie in gängigen App-Stores im Consumer­bereich. Mit der neuen Plattform sollen Betreiber von Erneuerbare-­Energien-Anlagen und Kraft-Wärme-Kopplung, Netzbetreiber und EVUs ebenso angesprochen werden wie Serviceanbieter und IT-Unter­nehmen. Somit verbindet Gisa.connect das große Potenzial von Serviceanbietern und IT-Spezialisten mit dem spezifischen Bedarf an vielfältigen und genau zugeschnittenen Lösungen des Energiesektors.

Der Mehrwert der Plattform geht aber über die Nutzung der Services und die Vernetzung der Akteure untereinander hinaus. Sie soll sich auch zu einem Innovationspool und -motor entwickeln, da die Eintrittsbarriere gerade für kleine Start-ups und ihrer Entwicklungen sehr niedrig ist und sie so unkompliziert den Marktzugang schaffen. Die App-Stores haben es vorgemacht: Die einfache und direkte Vermarktung sorgt letztlich für die Entwicklung vieler hochspezifischer und individueller Lösungen, die sonst an Marketing und Vertrieb gescheitert wären. Genau wie im Consumer-Bereich soll die unmittelbare Konkurrenz der Anbieter für eine stark wachsende Zahl an Lösungen, letztlich für bessere Services und für einen besonders wirtschaftlichen Softwareeinsatz sorgen.

Anwendungen für jeden Bereich

Schon zum Start im Sommer 2016 wird die Plattform über einige Anwendungen verfügen, die das breite Spektrum möglicher Tools und Services für den Energiemarkt abbilden. Dabei liefern Partnerunternehmen von Gisa den Grundstock für das neue Produkt.

Venga vom Gisa-Partner KBS beispielsweise ist ein modulares Management- und Dokumentationssystem mit umfassender Kontaktverwaltung und leistungsfähiger Projektmanagementkomponente. Von BT IT stammt ein Informations- und Verwaltungssystem für Biogasanlagen. TIQ Solutions steuert eine Lösung zur Auswertung von Sensordaten in Erneuerbare-Energien-­Anlagen bei. „Mit Gisa.connect haben wir die ideale Plattform gefunden, um unser Live-Monitoring für Energieanlagen und Maschinen einem breiten Fachpublikum näher zu bringen“, sagt Ralf Becher, Geschäftsführer von TIQ Solutions.

Das Ergebnis des gemeinsamen Engagements ist ein Projektverlauf mit einer ehrgeizigen Timeline von rund einem Jahr. Die Definition der generellen Prozesse erfolgte im Juli vergangenen Jahres, die Erstellung eines ersten Prototypen mit der Anbindung erster Services bereits im Dezember 2015. Das ursprünglich avisierte Ziel, im zweiten Quartal mit der Plattform an den Markt zu gehen, musste mit der Vielzahl an Aufgaben bei der Standardisierung der Schnittstellen und bei der Anbindung unterschiedlichster Services korrigiert werden. „Da wir mit solch einer Plattform für den gesamten Energiemarkt Neuland betreten, gibt es vor allem in den Bereichen der standardisierten und automatisierten Prozesse der Plattform, auf der juristischen Seite sowie bei der kaufmännischen Gestaltung noch Optimierungspotenziale. Deshalb haben wir uns entschieden, mit der Produktivsetzung bis zum dritten Quartal zu warten“, erklärt Torsten Willenberg, Projektleiter für Gisa.connect. Die neue Plattform sei eines der größten Entwicklungsprojekte des Unternehmens. Bisher sind alleine bei dem IT-Dienstleister in Halle rund 500 Personentage in die Entwicklung und Optimierung geflossen.

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