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Bieten mit Strategie: Eine Software soll helfen, die optimale Bieterstrategie am Regelenergiemarkt zu finden.
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Das optimale Gebot zum Greifen nah

Text: Sebastian Pauls für SAS Foto: Luis Louro/iStockphotos
Regelenergie kann helfen, wenn erneuerbare Energie die Stromversorgung ins Wanken bringt. Sie wird bei speziellen Auktionen gehandelt, jedoch gestalten sich die Preiskalkulationen äußerst komplex. Eine Datenanalyse-Lösung soll Energieunternehmen bei der Berechnung unterstützen.

Nichts geht ohne Regelenergie. Sie stammt aus Kraftwerken, deren Energie-produktion kurzfristig adaptierbar ist. Dazu zählen etwa Pumpspeicherkraftwerke, die Überkapazitäten aufnehmen und bei Bedarf quasi auf Knopfdruck wieder abgeben können, oder auch Gasturbinenkraftwerke, die schnell anlaufen.

Regelenergie ist teuer, denn die Energieerzeuger müssen permanent Kapazitäten für jeden Eventualfall vorhalten. Letztlich macht die zunehmende Einspeisung von Energie aus erneuerbaren Quellen diese Kapazitäten zur Stabilisierung des Stromnetzes aber unverzichtbar. Andererseits ist der Verkauf von Regelenergie für die Kraftwerksbetreiber reizvoll, denn sie können dafür einen höheren Preis erzielen als für normalen Strom.

Analyse sämtlicher Einflussfaktoren

Die Beschaffung von Regelenergie erfolgt über öffentliche Ausschreibungen der Netzbetreiber. Im Rahmen eines standardisierten Auktionsverfahrens müssen sich Energieproduzenten gegenseitig unterbieten. Das jeweils günstigste Angebot erhält dann den Zuschlag.

Einer der Teilnehmer an den Regelenergie-Auktionen ist der Energieerzeuger Vattenfall. Ziel des Unternehmens ist es, den höchstmöglichen Preis zu finden, mit dem es die Auktion noch gewinnen kann. Gleichzeitig müssen die Verantwortlichen die preisliche Untergrenze im Blick behalten, um ein Minusgeschäft zu vermeiden.

Eine erfolgreiche Teilnahme an einer der zentralen Regelenergie-Kalkulationen ist demnach nur mit einer optimalen Strategie für eine fundierte und risikokalkulierte Angebots-erstellung möglich. Eine solche Strategie muss allerdings sämtliche relevanten und an sich schon komplexen Faktoren berücksichtigen, die den Markt für Regelenergie bestimmen.

Zudem bestehen zwischen diesen Einflussfaktoren auch noch zahlreiche Interdependenzen, die teilweise schwer zu identifizieren sind. Deshalb gilt: Je besser die Analyse, desto größer die Erfolgschancen und schlussendlich der Profit.

Viele Unternehmen greifen dafür auf stochastische Methoden und analytische Verfahren zurück - ein strategischer Vorteil, denn nur so lassen sich wertvolle Rückschlüsse aus vergangenen Auktionen ziehen und die Risiken verschiedener Szenarien bewerten.

Tool für die beste Angebotsstrategie

Das Ziel war klar: Die für die Auktionen verantwortlichen Mitarbeiter sollten auf Basis von Marktdaten einen zuverlässigen Entscheidungskorridor erhalten. Dazu sollten in die Analyse eine ganze Reihe verschiedener Daten und Faktoren einfließen, beispielsweise der generelle Bedarf am Markt, die Verfügbarkeit an Kraftwerkskapazitäten und deren Kosten sowie die Preisentwicklung der Regelenergie.

Vattenfall hat sich schließlich für ein Prognose-, Simulations- und Produktplanungssystem des Softwareherstellers SAS entschieden. Diese Business-Analytics-Lösung optimiert und disponiert nun die kraftwerksspezifischen Auktionsangebote. Dafür nutzt sie unter anderem tagesaktuelle Preiserwartungen des Strommarkts.

Dazu gehören "Future-Preise" für CO2-Emissionszertifikate und fossile Energieträger aus Online-Daten-quellen europäischer Strombörsen für zukünftige Auk-tionen sowie auch Stammdaten der Kraftwerksanlagen und die veröffentlichten Ergebnisse früherer Regelenergie-Auktionen.

Die Software kalkuliert auch die Anlagenverfügbarkeit mit ein. Kann eine eingeplante Anlage - aus welchen Gründen auch immer - keine oder nicht ausreichende Regelenergie zur Verfügung stellen, ist es notwendig, umzudisponieren und Ersatzanlagen in Gang zu setzen, was jedoch sehr teuer ist. Diese Kosten müssen entsprechend ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit ebenfalls in den Angebotspreisen abgebildet sein.

Der Energieversorger erstellt nun aus all diesen Daten Tausende Auktions-szenarien und bestimmt anschließend mit Methoden der stochastischen Optimierung eine zielführende Angebotsstrategie. Somit kann das Unternehmen kurzfristig und flexibel auf Marktänderungen reagieren und Angebotspreise täglich ohne großen Aufwand berechnen. Außerdem lassen sich mit der Lösung Auktionsrisiken wie die Preisentwicklung am Regelenergie-, Strom- und Brennstoffmarkt sowie die Anlagenverfügbarkeit minimieren.

Entscheidungssicherheit und Tempo

Ein weiteres wichtiges Leistungsmerkmal von Analysesoftware im Kontext der Auktionen für Regelenergie ist die Validität. Denn Fehlprognosen können Verluste bedeuten oder im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass der Anbieter gar keine Zuschläge mehr erhält.

Um dem vorzubeugen, bezieht das Planungssystem eine große Menge an Daten in die Analysen ein. Das erhöht die Prognosefähigkeit und gewährleistet Entscheidungssicherheit beim Anwender. Ein weiteres Plus ist die Schnelligkeit, mit der die Informationen den Verantwortlichen zur Verfügung stehen: Die Analysen selbst dauern im Schnitt etwa 30 Minuten pro Berechnungsvorgang.

Mehr Transparenz dank Analyse

Für den Energieversorger hat sich der Einsatz der Business-Analytics-Lösung in vielfacher Weise ausgezahlt. So erzielte das Unternehmen bei der Regelenergie bereits Erfolgssteigerungen zwischen fünf und 15 Prozent. Darüber hinaus erhält der Energieversorger über die fundierten Analysen eine Grundlage für eine bessere Auslastung seiner Kraftwerke.

Ein weiterer Vorteil war ein Plus an Transparenz speziell gegenüber dem internen Controlling und der Bundesnetzagentur, da Regelenergie besonders strikten Bestimmungen unterworfen ist und die Anbieter deren Einhaltung jederzeit nachvollziehbar dokumentieren müssen.

Insgesamt trägt der Einsatz von Analysesoftware damit nicht nur zu einer höheren Entscheidungssicherheit und Transparenz bei Anbietern bei, sondern letztlich auch zu einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung.

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