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Lösungen für das Smart Grid

Text: Katrin Alber, Energy 2.0 FotoS: IDS
Intelligente Zähler und Netze erfordern die Zusammenführung von Smart Metering, Verteilnetzautomatisierung und IT, um den Anforderungen an die heutige Energieversorgung gerecht zu werden. Die Bündelung dieser Kompetenzen ermöglicht einen ganzheitlichen Ansatz.

Netze überwachen und steuern - das ist nicht einfacher geworden. Denn durch den Ausbau der erneuerbaren Energien und den Atomausstieg müssen sich Verteil- und Übertragungsnetze verändern. „Das sind nicht mehr die Netze, wie wir sie von früher kennen“, sagt Dr.-Ing. Ralf Thomas, Leiter Business Development und Marketing bei IDS in Ettlingen. Die Ansprüche sind gestiegen: Die bestehenden Netze müssen für die Erzeugung und Verteilung erneuerbarer Energien teilweise ausgebaut und an vielen Stellen automatisiert werden. Ein Beispiel ist das Einspeisemanagement von Anlagen für die Erzeugung von erneuerbarer Energie mit einer installierten elektrischen Wirkleistung von mehr als 30kW, die laut EEG über eine Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung der Einspeiseleistung bei Netzüberlastung verfügen müssen.

Die Verteilnetzautomatisierung schafft die Basis für die Smart Grids der Zukunft. Doch erst einmal bringt der Ruf nach Smart Grids zusammen mit der Einführung von Smart Metering neue Herausforderungen: Verbrauchsdaten stehen in immer größeren Volumina zur Verfügung und wollen kommuniziert und verwertet sein. Umgekehrt müssen Netzbetreiber öfter und schneller die fluktuierende Einspeisung mit dem tatsächlichen Verbrauch ausbalancieren. Die intelligente Überwachung und Steuerung von Netzen wird damit zur Schlüsselkompetenz für Netzbetreiber, die immer stärker durch Informations- und Kommunikationstechnik unterstützt werden muss. Für IDS, die ihre Wurzeln in der Netzleittechnik hat, entwickelt sich so ein dynamisch wachsendes Geschäftsfeld.

Görlitz-Übernahme als strategischer Schritt

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden und um das eigene Know-how im Bereich Smart Grids weiter zu stärken, hat IDS Ende 2011 den Metering-Spezialisten Görlitz übernommen. Damit ergänzt IDS das eigene Portfolio um Hard- und Softwareprodukte und Lösungen für intelligentes Energiedatenmanagement . „Mit dem Zusammenschluss generieren wir den Mehrwert, dass mit nur einem System das komplette Energietransport und -verteilnetz überwacht, gesteuert und zudem der Energiefluss abgerechnet werden kann“, erklärt Norbert Wagner, Geschäftsführer (CEO) bei IDS.

Das war jedoch nicht der einzige Aspekt. Hinzu kam die sich abzeichnende wachsende Nachfrage nach Smart-Metering-Systemen: „Die Görlitz-Übernahme war für uns sehr wichtig im Hinblick auf den Markt für erneuerbare Energien und die Gesetzgebung, da ab Ende 2012 alle Haushalte mit mehr als 6000 Kilowatt einen intelligenten Zähler benötigen“, so Wagner. IDS und Görlitz sind im Markt der Netzbetreiber für die Energieversorgung in Europa bekannte Namen. Es soll in Zukunft unter anderem eine Standardverbindung zwischen Görlitz-Zählerfernauslesesystemen und IDS-Leitsystemen geben. „Damit gehören Schnittstellenprobleme der Vergangenheit an“, so die Erwartung von Wagner.

Auf der E-World vom 7. bis 9. Februar 2012 präsentieren die beiden Unternehmen ihre Produkte auf dem Görlitz-Messestand. Den Besucher erwartet laut Thomas „geballte Lösungskompetenz für die effiziente Nutzung von Netzen und Energien. Es werden Lösungen für das Netzmanagement und Energiedatenmanagement anschaulich präsentiert“, verspricht er. Ein weiterer Mitaussteller ist die Berg GmbH. Das Münchner Unternehmen ist seit 30 Jahren auf dem Markt für Energiemanagement in Industrie, Gewerbe und Handel tätig.

Geografische Daten sind Schlüsselinformationen

Damit ist der Messestand aber immer noch nicht voll besetzt: Eine weitere strategische Investition war im März 2011 die Übernahme des Geoinformationssystem-Anbieters Caigos. Denn aufgrund der jährlich nötigen Neuberechnung der Durchleitungsgebühr verspüren Netzbetreiber einen steigenden Kostendruck. Darum ist eine umfangreiche rechnergestützte Anlagendokumentation verbunden mit geografischen Daten notwendig.

Des Weiteren sind Geoinformationssysteme für eine schnelle Koordination und Einsatzplanung wichtig. „Wir müssen topografisch wissen, wo eine Trafostation, wo ein Ventil oder wo ein Objekt wirklich verbaut ist. So kann der Betreiber sein Servicepersonal zielgerichtet zu der entsprechenden Schadstelle schicken“, erläutert Wagner.

So sind bereits erste Erfolge zu verzeichnen. Inzwischen nutzt beispielsweise die Energieversorgung Zwickau (ZEV) seit Dezember 2011 die Anwendung Caigos-GIS, die Funktionen zu Analyse, Auswertung und Bearbeitung von Informationen beinhaltet. Integrierte Werkzeuge wie Flächenverschneidung und Flächenbilanzen bieten flexible Möglichkeiten der Datenrecherche und -aufbereitung. Des Weiteren ermöglicht sie Schnittstellen zu anderen Anwendungen.

Schon seit vielen Jahren ist die ZEV Kunde von IDS. Nun werden die Netzleittechnik, die Fernwirktechnik und das Netzmanagementsystem Acos NMS mitCaigos-GIS ergänzt.

Ganzheitliche Lösungen

Der Blick auf einzelne Anwendungen darf den Blick nicht dafür verstellen, dass das Ziel von IDS heute ist, den Verteilnetzbetreibern von Elektrizität und Gas ganzheitliche Lösungen für Smart Grid und Smart Metering anzubieten. „IT-Lösungen für den technischen Netzbetrieb“ präzisiert Wagner, mit Komponenten aus Netzleittechnik, Smart Metering und Geoinformationssystemen. „Damit kann der komplette Energietransport und das Verteilnetz überwacht, gesteuert und zudem der Energiefluss abgerechnet werden. Das bedeutet, alle Komponenten für den technischen Netzbetrieb - von der Netzplanung über die Netzführung bis hin zum Entstörungsprozess und dem Zählerwesen - kommen zukünftig aus einer Hand.“ Damit sollen Probleme, wie doppelte Kommunikationsinfrastrukturen und aufwendige Schnittstellen zwischen den zentralen IT-Systemen für die Netzführung und der Zählerauslesung, bald der Vergangenheit angehören.

Politik soll nachbessern

Norbert Wagner sieht die Energiewende mit erneuerbaren Energien und dezentraler Erzeugung als Chance für sein Unternehmen, doch die Gesetzgebung tue im Moment nicht genug, um das auch so umzusetzen. Es gebe ganz einfach zu wenig gesetzliche und technische Regelungen.

Ein Beispiel: „Nehmen wir die Normungen für das BSI-Schutzprofil für das Zählerwesen, die noch nicht beschlossen sind, obwohl schon festgelegt wurde, dass zum 1. Januar 2013 nur noch Geräte zum Einsatz kommen dürfen, die diesem neuen Schutzprofil entsprechen“, erklärt Thomas. „Die Verunsicherung ist einfach zu groß“, ergänzt Wagner.

Trotzdem sind seitens der Energieversorger Initiativen gefragt, denn niemand zweifelt daran: der Roll-out von Smart Metern wird kommen und Deutschland wird, ebenso wie bereits andere Volkswirtschaften in Europa, Nutzen aus diesen Systemen ziehen. Durch geeignete Pilotprojekte können die Versorger bereits heute Erfahrungen mit den neuen IP-Technologien sammeln und Sonderkunden mit den neuen Geräten und neuen Eichfristen ausrüsten. Sie können also die notwendige technologische Basis, die Interfaces zu den anderen IT-Systemen und ausreichendes Know-how aufbauen, um für den geplanten Masseneinsatz gerüstet zu sein.

„In Zukunft wird die Kommunikation zwischen allen Bereichen möglich sein. Das heißt, das Netz kommuniziert mit Messgeräten und Zählern, um den optimalen Bedarf zu errechnen und die richtige Energiemenge bereitzustellen“, ist der IDS-Geschäftsführer zuversichtlich. „Und dafür wollen wir die passenden Komplettlösungen anbieten.“

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