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Daniel Wiese, Market Manager Smart Grid bei Wago Kontakttechnik Bild: Wago
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Ist die Integration von Steuerungstechnik günstiger als der Ausbau der Leitungen?

Text: Daniel Wiese, Wago
Monitoring hilft um Stromnetze stabil zu betreiben. Daniel Wiese, bei Wago verantwortlich für Smart-Grid-Lösungen,
sprach mit Energy 2.0 über Herausforderungen, Vorteile für Anbieter und Verbraucher sowie den Kostenaufwand.

Energy 2.0: Herr Wiese, die Überwachung von Energienetzen ist heute wichtiger denn je, da viele dezentrale Erzeuger ins Netz integriert sind. Wer profitiert von einem solchen Monitoring?

Daniel Wiese: Dadurch, dass Anlagen und Systeme miteinander vernetzt werden, wird die Energieversorgung effizienter und man kann auf lange Sicht Kosten sparen. Im Moment bleiben diese am Versorger hängen, weil er im Besitz des Verteil- beziehungsweise Niederspannungsnetzes ist und seine Ortsnetzstationen mit entsprechender Technik ausstatten muss. Letztendlich profitieren Verbraucher und Versorger, da es zu weniger Ausfällen und Störungen kommt.

Was muss der Energieversorger denn für die Ausstattung seiner Ortsnetzstationen mit Steuerungstechnik berappen?

Da liegt man pro Ortsnetzstation etwa bei 1500 Euro für eine Systemlösung mit der alle relevanten Informationen erfasst und übertragen werden können, inklusive GSM-Kommunikationsmodul. Es ist auch möglich, Stationen technisch umfangreicher auszustatten, um die Daten noch feiner aufzulösen. Damit steigen aber die Anschaffungskosten. Es gibt Versorger, die 100, andere mehrere 10.000 Stationen in ihrem Netzgebiet haben, da wird das schon kostspieliger. Die Versorger müssen abwägen, wie viele der Stationen sie ausstatten wollen, an welcher Stelle eine Messung und Steuerung am meisten Sinn macht. Von Wago gibt es auch mobile Messkoffer, die Messdaten erst einmal temporär erfassen.

Das ist dann die Alternative zu den Steuerungen?

Ja, aber eine unflexiblere. Denn man muss direkt an der Station messen, an der eine Spannungsänderung bemerkt wurde und über fünf bis sechs Wochen alles lokal auf einer SD-Karte aufzeichnen. Aber erstens ist der Schaden dann schon passiert, zweitens sind die Installation und das Auswerten mühselig. Da ist es praktischer, wenn man den Verlauf durchgehend mitschreiben und per Mausklick den entsprechenden Zeitraum anschauen kann. Grenzwertverletzungen werden außerdem sofort auf der Leittechnik angezeigt. Das minimiert auch Personalaufwand.

Bis wann wird ein Netz-Monitoring deutschlandweit möglich sein?

Schätzungen zufolge zu 20 % bis 2020.

Dabei wird es aber nicht bleiben?

Nein, aber der nachträgliche Einbau ist natürlich mit einem Kosten- und Zeitaufwand verbunden. Neue Stationen werden schon ganz anders geplant und auch von Anfang an mit einer dementsprechenden Technik ausgestattet. So werden die Anlagen nach und nach „intelligenter“ und effizienter.

Effizienter, aber auch angreifbarer durch die vielen Daten, die unterwegs sind.

Ja, aber neue Steuerungsgenerationen wie der PFC200 von Wago ermöglichen eine sichere Kommunikation über einen VPN-Tunnel. Damit kann man direkt aus den Steuerungen eine verschlüsselte Kommunikation aufbauen.

Wo muss noch nachgebessert werden, um eine reibungslose vernetzte Energieversorgung zu gewährleisten?

Ganz klar bei der Automatisierung von Mittel- und Niederspannungsnetzen. Im Bereich der Großkraftwerke und Umspannwerke, also auf der Hochspannungsebene, ist der Automatisierungsgrad bereits hoch.

Alles in allem bleibt die umfassende Ausstattung mit Steuerungstechnik also ein großes Zukunftsprojekt.

Das ist schon eine Mammutaufgabe, die kostenintensiv ist. Aber man muss sehen, ob nicht die Integration von Steuerungstechnik günstiger ist als der Ausbau der Leitungen. Denn durch gut ausgelastete Stationen lässt sich der Netzausbau minimieren oder zumindest verzögern.

Das Interview führte Katrin Alber,
Redaktion Energy 2.0.

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