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Bild: iStockphoto/Mark Wragg
Contracting

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Wärme unter dem Hammer

Text: Markus Rövekamp, SWG
Wärmecontracting ist eine Dienstleistung, die in Deutschland seit 1990 in Anspruch genommen wird. Ein Unternehmen vermarktet nun für Kunden Strom und Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen über eine Bieterstrategie gewinnbringend am Sekundärregelenergiemarkt.

Projektentwickler, Energiemanager und Finanzfachleute haben sich zusammengetan, um mit der 2015 gegründeten SWG Strom & Wärme das Thema Wärmecontracting neu zu definieren. Das entworfene Produkt richtet sich an Industriebetriebe, Industrieparks und Fernwärmenetzbetreiber mit einem jährlichen Wärmebedarf ab etwa 50.000 Megawattstunden, die über einen Neubau, eine Erweiterung oder eine Erneuerung ihrer Wärmeerzeugungsanlagen nachdenken.

Das Konzept sieht eine Entkopplung der Wärme- und Stromproduktion vor, was zu einer bestmöglichen Vermarktung des Stroms führt und damit letztlich zu einem günstigen Wärmepreis für den Kunden. Dazu hat der Contractor ein mathematisches Modell, abgeleitet aus Verbesserungsstrategien der Finanzmärkte, zu einer neuartigen Bieterstrategie für den Sekundärregelenergiemarkt weiterentwickelt.

SWG trägt somit für ihre Kunden das Vermarktungsrisiko für den Strom aus dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Prozess (KWK). Industriekunden können aber auch einen Teil des erzeugten Stroms vom Contracting-Dienstleister beziehen und so zumindest einen Teil ihres Strombezugs ersetzen. Der Gesamtbezug von Strom und Wärme kann damit projektspezifisch verbessert werden.

Das mathematische Modell

Darüber hinaus übernimmt das Unternehmen auf Wunsch die vollständige Projektabwicklung, von der Entwicklung über die Konstruktion bis hin zu Betrieb und Wartung der Anlagen. Des Weiteren kann die vollständige Finanzierung der Anlagen sichergestellt werden, so dass der Kunde lediglich einen langfristigen Wärmeliefervertrag benötigt. Der Anbieter verfolgt mit der modularen Leistung einen neuen, kostengünstigen Ansatz im Wärmemarkt.

Für das Handels- und Dispatching-Modell zur Vermarktung des Stroms wurden von SWG eigene Algorithmen entwickelt und mittels der Mathematik-Software Matlab modelliert. Zur Überprüfung des Modells wurden Regelenergiemarktdaten mit vier-sekündlicher Auflösung genutzt, die von deutschen Stromnetzbetreibern zur Verfügung gestellt wurden. Zum Nachweis, dass diese neue Bieterstrategie für den Regel­energiemarkt funktioniert, haben sich führende Energieberatungsunternehmen eingehend mit dem Modell befasst und es einem Stresstest unterzogen. Dabei wurde testiert, dass das Modell erfolgreich ist. Im Betrieb erfolgt wöchentlich eine Anpassung der Bieterstrategie für eine bestmögliche Vermarktung des Stroms. Sollten sich im Zuge des Strommarkts 2.0 die Rahmenbedingungen ändern, ist eine flexible Prozessanpassung möglich.

Die Simulationen haben gezeigt, dass das Konzept für benötigte thermische Leistungen von 20 bis zu mehr als 100 Megawatt (MW) genutzt werden kann. Dabei kommen mehrere Motoren von jeweils rund zehn MW zum Einsatz, die innerhalb von zwei Minuten auf volle Leistung hochfahren und sich genauso schnell mit dem Stromnetz synchronisieren können. SWG kooperiert mit internationalen Motorenherstellern, die den sicheren und zuverlässigen Betrieb garantieren sowie auf Wunsch die Wartung der KWK-Anlagen übernehmen.

Das Wärmeliefer-Contracting

Zur Verbesserung des Modells kommen idealerweise neben den KWK-Motoren Wärmespeicher, elektrische Boiler und Gasspitzenkessel zum Einsatz. Bereits bestehende Anlagenkomponenten des Kunden können konzeptionell berücksichtigt werden. Deren Kombination stellt zu jedem Zeitpunkt eine bedarfsgerechte Wärmeversorgung des Kunden sicher und berücksichtigt gleichzeitig die Anforderungen zur Belieferung des Stromregelenergiemarktes. Das alles erfolgt in Zusammenarbeit mit renommierten Ingenieurbüros, die die Planung, Projektierung und Bauüberwachung der einzelnen Anlagenkomponenten übernehmen. Die Verfügbarkeit aller Anlagen und redundante Technik minimieren das Ausfallrisiko der Wärmeversorgung.

Das Konzept ist so ausgelegt, dass sich der Kunde an den Investitionen und dem Betrieb der Anlagen beteiligen oder lediglich günstige Wärme über einen Wärmeliefervertrag beziehen kann. Als Vertragsbestandteil garantiert eine Preisgleitklausel auch künftig marktgerechte Wärmepreise. Je nach Risikoaffinität kann der Kunde das für ihn beste Modell wählen. Über das Wärmeliefer-Contracting kann er Investitions-, Stromhandelsmarkt- und Betriebsrisiken sogar gänzlich ausschließen. Am Ende der fünfzehnjährigen Vertragslaufzeit besteht die Möglichkeit, die Anlagen im Rahmen eines DBFOOT-Modells (Design-Build-Finance-Own-Operate-Transfer) zu übernehmen.

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