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Wolfgang Rasspe-Dahmann, selbständiger Unternehmensberater
Kraftwerke & Energieanlagen

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Smarte Finanzierung von Energieprojekten

Text: Im Energy 2.0-Interview: Wolfgang Rasspe-Dahmann Foto: privat
Das Investitionsvolumen für erneuerbare Energien nimmt zu. 2011 stieg in Deutschland die Wertschöpfung um 25 Prozent auf 37,5 Milliarden Euro. Nicht für alle Unternehmen ist es leicht, Geld aufzubringen. Unser Experte erklärt, wie Firmen Fördertöpfe erschließen können.

Herr Rasspe-Dahmann, welche Möglichkeiten gibt es für Unternehmen, die Entwicklungen zu erneuerbaren Energien vorantreiben wollen, an Fördergelder zu kommen?

Wolfgang Rasspe-Dahmann: Ein Unternehmen kann sich ein Forschungsinstitut suchen und mit ihm über das Zentrale Innovationsprogramm für den Mittelstand (ZIM) einen Forschungsantrag stellen. Das bietet für den Mittelstand doppelten Charme: Abhängig vom Sitz des Unternehmens und anderen Faktoren bekommt es als Partnerunternehmen rund 40 Prozent der Fördersumme und das Forschungsinstitut erhält mit seinem Zuschuss für Investitionen und Personal die Möglichkeit, Probleme zu lösen, die für das Unternehmen allein zu schwierig wären.

Wie lassen sich die Chancen erhöhen, dass das Projekt akzeptiert wird?

Sehr wichtig bei der Bewertung sind der Innovationsgrad und die Chancen für ein späteres Produkt auf dem Markt. Für einen erfolgreichen Antrag muss man den aktuellen Stand der Technik kennen und darauf bei der Entwicklung aufsetzen.

Wie hoch ist der Aufwand der Antragsstellung für einen typischen Mittelständler?

Da muss man schon ein paar Stunden oder Tage reservieren. Schon bei der Antragsstellung sollten die Kosten sehr sauber differenziert werden, und man muss auch eine entsprechende Dokumentation einreichen.

Wie geht man bei unklaren Erfolgsaussichten am besten vor?

Man kann vorab über eine Projektskizze anfragen, ob so ein Innovationsvorhaben überhaupt eine Chance hat. Wenn man sich entscheidet, den Antrag einzureichen, führt der Beginn des Projektes vor Vorliegen eines positiven Bewilligungsbescheides in der Regel zu einem Aus für die Förderung. Es besteht jedoch die Möglichkeit, einen vorzeitigen Beginn mit dem Projektträger abzustimmen. In dem Fall trägt der Antragsteller dann aber das finanzielle Risiko allein, falls der Antrag abgelehnt wird. Auch nach einer Zusage sollte man seine Liquidität nicht zu knapp bemessen. Man muss damit rechnen, dass die Auszahlung der Gelder sich verzögern könnte.

Welche weiteren Förderungsarten gibt es?

Es gibt auch Beteiligungs-, Bürgschafts-, Zuschuss und Kreditprogramme, beispielsweise von der KfW. Solche Programme werden in der Regel über eine Bank beantragt, meist die eigene Hausbank. Das kann eine Hürde sein, weil nicht jede Bank dafür aufgeschlossen ist. Für den Bankberater ist es ein großer Aufwand, einen Antrag zum Beispiel nach dem ERP-Innovationsprogramm durchzufechten. Da muss man oft erst jemanden finden, der vom Erfolg des Projektes hinreichend überzeugt ist.

Wie gelangt man an eine öffentliche Beteiligung?

Wenn jemand eine technische Idee hat, ist es oft sinnvoll, sich mit einem privaten „Leadinvestor“ zusammenschließen, der die Entwicklung anschieben kann. Es gibt in vielen Bundesländern dafür Businessplan-Wettbewerbe, mit denen Erfinder potentielle Investoren auf sich aufmerksam machen können. Dann beteiligt sich oft auch die öffentliche Hand im gleichen Maße wie der Leadinvestor, um die Forschungsentwicklungen zu finanzieren.

Wie schwer ist es generell, derzeit an Geld zu kommen?

Aus meiner Sicht gibt es genügend Investoren, aber deren Engagement hängt von der Reife des Projekts ab. Wenn das Produkt funktioniert und ohne Reklamation bei Pilotkunden läuft, ist die Finanzierung für einen Investor nicht mehr so riskant und es steht entsprechend mehr Geld zur Verfügung.

[1] KfW-Programme: www.kfw.de, infocenter@kfw.de kostenfreie Servicerufnummer: 0800 5 39-90 01

[2] Lead-Investor-Programm (Nr. 136): www.kfw.de/kfw/de/Inlandsfoerderung/Programmuebersicht/ERP-Startfonds/index.jsp

[3] ZIM-Programm: www.zim-bmwi.de

[4] Programm des Bundesumweltminesteriums für Demonstrationsvorhaben (Nr. 230): www.bmu.de/foerderprogramme/investitionsfoerderung_im_inland/foerdervorhaben/doc/20279.php

[5] Zusammenfassung der wichtigsten Förderprogramme: www.nexxt.org/themenundtexte/finanzierung/foerder/00102/index.php

[6] Unternehmerkapital ERP-Kapital für Gründung (Nr. 058): www.kfw.de/kfw/de/I/II/Download_Center/Foerderprogramme/barrierefreie_Dokumente/Unternehmerkapital.jsp

[7] ERP-Gründerkredit (Nr. 067): StartGeld www.kfw.de/kfw/de/I/II/Download_Center/Foerderprogramme/barrierefreie_Dokumente/ERP-Gruenderkredit_-_StartGeld_067.jsp [8] Unternehmerkredit (Nr. 037, 047, 048 und 049): www.kfw.de/kfw/de/I/II/Download_Center/Foerderprogramme/barrierefreie_Dokumente/KfW-Unternehmerkredit_037%2c_047%2c_048%2c_049.jsp [9] Bürgschaften: www.nexxt.org/themenundtexte/finanzierung/foerder/00101/index.php [10] Begleitung durch einen Gründercoach: www.kfw.de/kfw/de/Inlandsfoerderung/Foerderberater/Gruenden/Begleitung_durch_einen_Gruendercoach/index.jsp

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