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Die vier größten Kohleimportländer der europäischen Union 2013 bis 2015: Besonders stark sind die Kohleimporte im Vereinigten Königreich zurückgegangen. Bild: VDKi
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EU importiert weniger Kohle

Weltsteinkohleförderung und -verbrauch sind im vergangenen Jahr erstmals seit über einem Jahrzehnt rückläufig.

Seit über einem Jahrzehnt wird über ein stetiges Wachstum der Förderung von Steinkohle (Kokskohle und Kesselkohle) berichtet. Nach Angaben des Vereins der Kohlenimporteure (VDKi) ist das Wachstum voraussichtlich nicht nur zum Stillstand gekommen, sondern erstmals rückläufig. Der VDKi schätzt, dass die weltweite Förderung um etwa 150 bis 200 Millionen Tonnen auf sieben Milliarden Tonnen und auch der seewärtige Steinkohlehandel um 50 Millionen Tonnen auf 1,12 Milliarden Tonnen zurückgegangen sind. Im Einzelnen schätzt der Verein, dass in China die Förderung um 110 Millionen Tonnen und in den USA um 70 Millionen Tonnen zurückgegangen sind, Australien und Indien konnten die Produktion von Kesselkohle halten beziehungsweise erheblich ausweiten. Indonesien konnte aus verschiedenen Gründen die Produktion von Kesselkohle nicht mehr wie in den Vorjahren ausweiten, sondern drosselte die Förderung von Stein- und Braunkohle um elf Prozent auf 408 Millionen Tonnen.

In der Europäischen Union (EU) ist überwiegend ein Rückgang der Kohleimporte gegenüber 2014 zu verzeichnen. Laut VDKi sind besonders stark die Importe im Vereinigten Königreich zurückgegangen (-37 Prozent). Italien und Deutschland werden voraussichtlich bis Ende des vergangenen Jahres insgesamt so viel Steinkohle eingeführt haben, wie im Jahr zuvor. Spanien erhöhte seine Importe um zwei Millionen Tonnen auf 18 Millionen Tonnen. Eine erhöhte Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und die insgesamt nicht nachhaltig wachsende Wirtschaft in der EU werden dem Verein der Kohlenimporteure zufolge den Import von Kesselkohle in die EU auch 2016 in Grenzen halten. Positiv war aus Sicht des VDKi, dass der Clean Dark Spread (die Kosten für Kohle, Fracht und CO2-Zertifikate) gegenüber dem Clean Spark Spread (Kosten für Gas, Transport und CO2-Zertifikate) auch 2015 trotz erheblichen Drucks auf Mengen und Preise beim Gas günstiger geblieben ist. Dies hat die Kohleverstromung im „Rennen um die Deckung der Last“ nach den vorrangig einspeisenden Erneuerbaren gestützt und die Stromerzeugung aus Gas in Europa weiter verdrängt. Der Strom wurde dabei häufig in Länder exportiert, die stark auf Gas für die Stromerzeugung setzen wie zum Beispiel das Vereinigte Königreich oder die Niederlande. Exportiert wurde wegen des trockenen Sommers im Jahr 2015 Strom ferner in Länder mit nicht ausreichend am Netz verfügbaren Kraftwerkskapazitäten, wie zum Beispiel Frankreich oder Österreich.

Während sich der Einsatz von Steinkohle in Deutschland 2015 insgesamt nur um 0,7 Prozent auf 57,7 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) verminderte, blieb der Kohleeinsatz in der Stahlindustrie mit 17,8 Millionen Tonnen unverändert. Der Einsatz von Steinkohle fiel in der Stromerzeugung moderat um 0,8 Prozent auf 38,0 Millionen Tonnen SKE und in der Wärmeerzeugung minimal um 0,1 Millionen Tonnen SKE. Insgesamt entfallen rund zwei Drittel des gesamten Verbrauchs an Steinkohle in Deutschland auf die Stromerzeugung. Die Steinkohlenimporte des vergangenen Jahres nach Deutschland sind in Anbetracht der „klimapolitischen Großwetterlage“ beachtlich: Nach vorläufigen Berechnungen des VDKi sind diese nur um vier Prozent auf rund 54 Millionen Tonnen gefallen. Der Gesamtabsatz an Steinkohle in Deutschland von 57,7 Millionen Tonnen SKE (vorläufig) im Jahr 2015 wurde zu 89 Prozent aus Importen gedeckt und zu 11 Prozent aus heimischer Steinkohle.

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