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Windenergie: On- & Offshore

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WindEnergy: Von Offshore bis Service

Text: Dr. Karlhorst Klotz, Energy 2.0
Überwiegend positiv waren die Reaktionen auf die Uraufführung der Windmesse WindEnergy in Hamburg. Über Produkte haben wir aktuell Anfang Oktober schon in der energy2.0week berichtet (http://goo.gl/7MiGzz). Hier weitere Notizen zu Hintergrundgesprächen während der Messe.

Deutliche Unterschiede in der Struktur der Windenergiemärkte sieht Availon-CFO Markus Spitzer: „In Deutschland kann man mit Vollwartung glänzen, während internatio­nal oft einzelne Teilleistungen in Tenderprozessen vergeben werden“, sagt er. „Der deutsche Markt ist sehr fragmentiert, während man es in anderen Ländern mehr mit großen Key Accounts, vor allem Energieunternehmen zu tun hat.“

Auch wenn die Wartung von Anlagen das Kerngeschäft von Availon bleibe, habe das EEG mit dem wachsenden Kundenwunsch nach Unterstützung bei der Direktvermarktung neue Geschäftsfelder gebracht. Weil der Service nicht direkt an den Investitionszyklen hängt, freue man sich seit Jahren über Wachstum weitgehend unabhängig von den schwankenden Neuinstallationen. „Als unabhängiger Servicedienstleister können wir offener als die Windenergieanlagen-Hersteller über die Probleme von Anlagen sprechen“, nennt Availon-Prokurist Olaf Kleesch einen Vorteil.

Neue Servicefelder sieht auch GE: Was die Lebensdauer betrifft, müsse sich der Kunde heute schon überlegen, ob er seine Anlagen nach dem 20. Jahr weiterbetreiben oder repowern will, gibt Uli Schulze Südhoff, GE-Leiter Wind-Services in Zentraleuropa, angesichts langer Planungshorizonte der Windkraft zu bedenken. Das hat viel mit der richtigen Wartungsstrategie für die letzten fünf Jahre zu tun: „Müssen kritische Komponenten wie das Getriebe im Jahr 20 noch in guter Verfassung sein?“ Dabei fokussiert GE auch als Hersteller immer mehr auf Europa: „Wir kommen von etwa 3 % Marktanteil für unser Wind-Geschäft in Europa und erwarten für 2015 zweistellige Marktanteile“, sagt Cliff Harris, General Manager Renewable Energy Europe. „Deutschland wird da einen großen Anteil haben, aber große oder wachsende Windmärkte sind vor allem auch England, Frankreich, die Türkei und Polen. Und zunehmend interessant werden Länder außerhalb Europas wie Russland, in Afrika und andere Kontinente.“ Was die Technologie betrifft, arbeite man an Kurzzeitspeicherung, damit die abgegebene Leistung viel vorhersagbarer wird.

Als erster kommerzieller Windpark in der deutschen Nordsee erhielt während der Messe der EWE-Windpark „Riffgat“ den German Renewables Award des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH) als „Projekt des Jahres“. „Offshore entwickelt sich irrsinnig gut“, stellte Irina Lucke, Geschäftsführerin der EWE Offshore Service & Solutions GmbH im Gespräch mit Energy 2.0 fest. „Der Grad der Industrialisierung ist heute beachtlich.“ Man müsse sich nur einmal auf Helgoland die drei Großbaustellen ansehen. Dank ihrer exponierten Lage erhält die Touristeninsel ein zweites wirtschaftliches Standbein als Betriebsstützpunkt für die drei nördlich gelegenen Windparks Nordsee-Ost (RWE Innogy), Meerwind Süd/Ost (WindMW) und Amrumbank West (Eon). Dass der HGÜ-Anschluss für Offshore-Projekte nicht immer pünktlich zur Verfügung stehe, sieht Lucke als „Haar in der Suppe“ einer alles in allem erfolgreichen Offshore-Entwicklung. Aufgrund der komplexen Technik sei bei HGÜ-Plattformen noch etwas Zeit und Geduld auf allen Seiten nötig. „Wir haben jedoch insgesamt heute ein hohes Sicherheitsniveau und eine lange Lebensdauer für die Technik erreicht – und das unter äußerst widrigen Bedingungen“, argumentiert Lucke. Wo sonst in der Erzeu­gung von Erneuerbaren werden Monteure per Helikopter abgesetzt ?

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