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Ineffiziente Maßnahme

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Energieaudits sind zahnlos

„Die Auditpflicht ist als Tiger abgesprungen – landen wird sie als Hauskatze“, kritisiert Alexander Sauer, der Leiter des EEP. „Die gesetzliche Regelung bringt mit der aktuellen Umsetzungsperformance nicht einmal die Hälfte der erwarteten Einsparungen. Das muss sich dramatisch ändern.“

Energieaudits halten nicht, was sich die Regierung versprochen hatte, als sie die großen Unternehmen im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz NAPE gesetzlich dazu verpflichtete. Das hat eine großangelegte Markterhebung ergeben, durchgeführt vom vom Institut für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) der Universität Stuttgart, dem Fraunhofer IPA, der Beuth Hochschule Berlin und der Denbag. Sie basiert auf einer Online-Befragung von 3270 Energieauditoren im April 2016.

Wird die im Gesetzesentwurf genannte Zahl von 50.000 auditpflichtigen Unternehmen zugrunde gelegt, so wird laut der Studie das NAPE-Ziel zurzeit um mehr als die hälfte unterschritten. Der Grund: Es werden nur relativ geringe Potenziale von den Beratern in den Unternehmen gefunden. Darüber hinaus schätzen die Berater, dass die Umsetzungsquote vorgeschlagener Maßnahmen deutlich unter einem Drittel liegt.

Die meisten Potenziale für mehr Effizienz sehen die Auditoren bei der Beleuchtung, der Heizung und elektrischen Verbrauchern. Die voraussichtlich zu erzielenden Einsparungen haben jedoch einen hohen Preis. Allein die Durchführung der Audits wird die Unternehmen etwa 374 Millionen Euro kosten. Gespart werden können über alle Unternehmen hinweg jedoch nur etwa 250 Millionen Euro. Das NAPE-Ziel ist eine Gesamteinsparung von 776 Millionen Euro Energiekosten, also etwa dem Doppelten der Auditkosten. Bei dieser Betrachtung sind die notwendigen Investitionen jedoch noch nicht berücksichtigt.

Was könnte die Lösung sein? Die Untersuchung hat ergeben, dass sehr viel Zeit für die Datenerhebung verwendet wird. Diese fehlt bei der Identifikation von Maßnahmen zur Effizienzsteigerung. Die Energieauditoren haben außerdem angegeben, dass nicht eindeutige Regelungen zu Detailfragen und fehlende Musterberichte zu qualitativ unterschiedlichen Audits führten. Auch die fehlende Umsetzungsverpflichtung der identifizierten Potenziale wurde bemängelt.

„Die Auditoren sollten bessere Schulungen erhalten“, betont Bernd Bungert von der Beuth Hochschule. „Die Audits führen damit zu deutlich mehr identifizierten Einsparpotenzialen und höheren Einsparungen. Werkzeuge und Methoden der Audits werden bisher nicht immer optimal eingesetzt.“ Sauer rät den Verantwortlichen, sie sollten die verbleibende Zeit bis zur nächsten großen Audit-Welle nutzen, um das System zu verbessern.

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