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Zwischenlager Bunker: Ausgemusterte Blei-Akkus werden weiterverarbeitet. Bild: Gauls Fotografen/Berzelius Logistik Service
Energieverteilung & -speicherung

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Mehrwert aus Akku-Schrott

Text: Matthias Ernst, Berzelius Logistik Service
Blei-Akkus erreichen anders als Lithium-Ionen-Batterien in Deutschland eine Recycling-Quote von fast 100 Prozent. Die wertvollen Materialien werden in erprobten Verfahren getrennt. Fast jeder Stoff lässt sich danach wiederverwenden.

Mit der dezentralen Energieerzeugung aus regenerativen Quellen wächst auch die Zahl stationärer Speicher. Je mehr Batteriespeicher es gibt, desto wichtiger wird die Frage, was mit den Altbatterien passiert. Hier gibt es zwischen Lithium-Ionen-Batterien und Blei-Akkus große Unterschiede. Solarspeicher sind Industriebatterien und fallen unter das Batteriegesetz. Dieses fordert eine sichere und fachgerechte Entsorgung. Beschädigte Lithium-Ionen-Batterien müssen beispielsweise in besonderen Behältern gesammelt werden, um Brandrisiken zu minimieren. Für Lithium-Ionen-Batterien werden gerade erste Sammelsysteme aufgebaut. Auch erste Pilotanlagen für das Recycling sind in Betrieb. Von einer vollständigen Wiederverwertung von Lithium-Ionen-Batterien ist man aber noch weit entfernt.

Für Blei-Akkus bestehen dagegen seit geraumer Zeit Entsorgungsstrukturen. Die Hersteller nehmen die Batterien über die Händler zurück. Zudem haben Bleihersteller wie die Berzelius-Gruppe Sammelsysteme aufgebaut. Bei Berzelius werden die ausgemusterten Blei-Akkus in einen geschlossenen Recyclingkreislauf eingespeist. Das Unternehmen verarbeitet jährlich mehr als 100.000 Tonnen Altbatterien, deren Stoffbestandteile zu fast 100 Prozent wiederverwendet werden.

Ein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb ist etwa Berzelius Logistik Service (BLS). BLS setzt Spezialfahrzeuge ein und liefert den Kunden die gesetzlich geforderten Nachweise über die fachgerechte Entsorgung. Die Abholung wird zusammen mit „OneCallCollection“, einem europaweiten, herstellerunabhängigen Netzwerk für die Sammlung von Blei-Säure- und sonstigen Batterien organisiert.

Sortenreine Trennung

In den beiden Sekundärhütten von Berzelius in Braubach bei Koblenz und im sächsischen Freiberg werden die Batterien zerkleinert und die Materialien in mehreren Stufen separiert. Das dabei genutzte Engitec-Verfahren ist laut den BREF-Dokumenten (Best Available Techniques Reference Document) der Europäischen Union das beste verfügbare Verfahren für das Recycling von Blei-Akkumulatoren. Danach lassen sich Gittermetall, Bleipaste, Schwefelsäure, Polypropylen und Kunststoffrestfraktionen getrennt weiterverarbeiten.

In der Aufbereitungsanlage werden die beiden bleihaltigen Bestandteile, das Gittermetall und die Paste, separiert. Die Paste wird entschwefelt, danach übernimmt die Primärblei­hütte die Weiterverarbeitung. Das Gittermetall und das Blei aus der Paste werden verhüttet und zusammen mit Bleischrott und Rückständen zu Werkblei reduziert.

Recycling-Blei kann man nahezu unendlich oft ohne Qualitätsverlust wiederverwerten. Nach der Raffination und dem Vergießen lässt es sich als Rohstoff für neue Fahrzeug- und Industriebatterien, für den Strahlenschutz, in der Baubranche oder der Glasindustrie nutzen.

Reststoffe werden weiterverarbeitet

Die Batteriegehäuse bestehen aus Polypropylen (PP). Es wird in der Aufbereitungsanlage in PP-Chips verwandelt, weiter zerkleinert und zu PP-Compounds verarbeitet. Dieser Sekundärrohstoff wird vor allem von der Automobilzuliefer­industrie nachgefragt.

Die Säure aus den Batterien wird ebenfalls recycelt und dient als Rohstoff für die chemische Industrie. Bei der Entschwefelung der Bleipaste entsteht außerdem eine Natriumsulfatlösung. In einer Kristallisationsanlage wird diese zu wasserfreiem Natriumsulfat verarbeitet, das als Rohstoff für die Glas- und Waschmittelindustrie dient.

So bleiben von einer Batterie nur wenige nicht mehr recycelbare Reststoffe übrig. Diese werden in einer Sonderabfallverbrennungsanlage der MRU Freiberg energetisch verwertet.

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