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Gegen Wärmebrücken: Energieeffizienz und individuelle Architektur müssen in Einklang gebracht werden.
Energieeffizienz

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Wohnkomfort trifft Energieeffizienz

Text: Wolfgang Ackenheil, Schöck Fotosk: Schöck Bauteile
Die Ansprüche an nachhaltige Gebäude steigen. Neben Wohnkomfort und Werterhalt steht zunehmend die Energieeffizienz im Vordergrund. Eine besondere Rolle spielt dabei auch der Wärmeschutz. Tragende Wärmedämmelemente sollen helfen, Wärmebrücken zu minimieren.

Viele EU-Länder fordern Mindest-Energiestandards für den Neubau und die Sanierung von Gebäuden. Verankert hat sich dieser Gedanke in unterschiedlichen Zertifizierungssystemen und Energie-Labeln wie dem "Energieeffizienzhaus" in Deutschland, der "Minergie" in der Schweiz oder dem italienischen Standard "Klimahaus". Darüber hinaus fordert die EU-Gebäuderichtlinie 2010 europaweit ab 1. Januar 2021 die Gestal-tung aller neuen Gebäude nach dem Niedrigenergie- oder Passiv-hausstandard.

Die gesamte Bauwirtschaft ist deshalb gefordert, die energetische Effizienz von Gebäuden zu erhöhen. Für Planer und Bauherren besteht die Herausforderung darin, eine hocheffiziente Energienutzung von Gebäuden ohne Verzicht auf Wohnkomfort zu realisieren. Wohnkomfort ist wiederum von gestalterischen Aspekten abhängig. Eine individuelle Architektur erfordert deshalb bautechnische Lösungen, die energiewirtschaftlich sind und gleichzeitig auch flexi-bel eingesetzt werden können.

Besonders bei auskragenden Bauteilen, wie Balkonen oder Laubengängen, steht der Planer vor der Herausforderung, Energie-effizienz und Architektur aufeinander abzustimmen. Wärmebrücken können den Wärmeschutz allerdings negativ beeinflussen. "Intelligente" Lösungen sollen deshalb wärmebrückenbedingte Energieverluste senken.

Thermische Entkopplung für Energieeffizienz

Um einen hohen Energiestandard zu gewährleisten und Bauschäden zu vermeiden, ist der Wärmebrückenaspekt schon bei der Planung für alle Gebäudedetails zu beachten. Bei hoch gedämmten Konstruktionen ist der Energieverlust an dieser Stelle besonders deutlich.

Erst eine Bauweise mit reduzierten Wärmebrückenverlusten ermöglicht eine gute energetische Gebäudebilanz. Das bedeutet jedoch keineswegs einen Verzicht auf den Balkon: Lediglich der Anschluss sollte so geplant werden, dass die Bauteile thermisch getrennt sind und damit eine effektive Dämmung zwischen den Bauteilen eingesetzt ist. Für diese Zwecke gibt es spezielle Wärmedämmelemente, wie zum Beispiel den "Isokorb" von Schöck.

Wärmedämmung und Gestaltungsfreiheit

Die verschiedenen Typen minimieren den Energieverlust und schonen die Bausubstanz, egal ob es sich um geometrische oder materialbedingte Wärmebrücken handelt. Denn durch den lokal erhöhten Wärmeverlust bei der Wärmebrücke kann es zu einer erheblichen Absenkung der Oberflächentemperatur kommen, sodass sich Schimmel oder sogar Tauwasser bilden. Bei auskragenden Bauteilen muss der Planer deshalb besonders auf die energetische Bilanz achten, um die Bausubstanz zu schützen und damit gleichermaßen gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden.

Für diese Anforderungen bietet das Wärmedämmelement einen wärmebrückenminimierten Anschluss und ist gleichzeitig material-unabhängig: Mit dem "Isokorb" Typ K beispielsweise lässt sich Stahlbeton von Stahlbeton thermisch trennen, sei es ein Balkon, eine Attika oder auch eine Brüstung. Denn aufgrund der hohen Wärmeleitfähigkeit von Beton ist beim Anschluss von Beton-Bauteilen besonders darauf zu achten, dass Wärmebrücken und somit unnötige Energieverluste verhindert oder zumindest minimiert werden. Die Verbindung von Betonbauteilen - wie einem Balkon und der Deckenplatte - entkoppelt der "Isokorb" thermisch und löst damit die Problematik der Wärmebrücken.

Das Element sorgt zudem für einen sicheren Anschluss des Balkons: das Bauteil ist Teil der Statik und wird daher als tragendes Dämmelement bezeichnet. Frei auskragende Stahlträger können ebenfalls angeschlossen werden. Auch sind wärmegedämmte Anschlüsse zwischen Holz und Stahlbeton möglich sowie Stahlkonstruktionen .

Balkone im Passivhaus

Besonders hohe Anforderungen gelten für Passivhäuser. Eine kompakte Bauweise, eine sehr gute Außendämmung des Gebäudes, Dreifachverglasung und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sind elementare Bestandteile zukunftsfähiger Gebäude im Passivhausstandard.

Balkone stellen dabei eine spezielle bautechnische Herausforderung dar, da sie die dämmende Außenhülle durchstoßen. Sie gehören heute vor allem im Mehrfamilienhausbau zum Wohnstandard. Um den hohen energetischen Gebäudestandard erreichen zu können, bedarf es allerdings für diesen Bauteilanschluss besonderer Lösungen, um Wärmebrücken zu minimieren. Dafür werden Wärmedämmelemente mit einer Dämmstoffdicke von 120 Millimeter und verschiedenen Materialkomponenten genutzt, wie zum Beispiel der "Isokorb KXT" für Standardbalkone in Stahlbeton.

Mit neuen Dämmelementtypen lassen sich auch Konstruktionen wie Attiken, vorgehängte Brüstungen oder Deckenkonsolen realisieren. Diese kommen dort zum Tragen, wo auskragende Bauteile bisher häufig konventionell mit Wärmedämmung "eingepackt" wurden. Planer können damit nun auf wirtschaftliche und ener-getisch verbesserte Lösungen mit größerer Dämmstoffdicke zurückgreifen. So verfügen die neuen XT-Typen (AXT, FXT, OXT) standardmäßig über 120 Millimeter Dämmstoffkörper aus Neopor, statt bisher 60 Millimeter. Die Typen KXT und AXT haben vom Passivhaus Institut Darmstadt dafür die Zertifizierung "wärmebrückenfreie Konstruktion" erhalten.

Damit bieten sich für Architekten und Planer große Gestaltungsmöglichkeiten, um Balkone, Loggien und Attiken, sowie auch andere frei auskragende Bauteile, im Neubau und bei der Gebäudesanierung, nach dem Passivhausstandard zu realisieren.

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