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Windgas aus Brandenburg: In einer Eon-Pilotanlage in Falkenhagen erzeugt Windenergie sauber Wasserstoff, der ins Erdgasnetz eingespeist wird.
Energieeffizienz

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Multitalent Erdgas – Emissionen senken und Erneuerbare integrieren

Text: Julia Klupsch, Eon Energie Deutschland
Strom beherrscht die Debatte um die Energiewende. Der Wärmemarkt – mit Erdgas als führendem Energieträger – ist in den Hintergrund getreten. Dabei liegt genau hier ein zentraler Schlüssel, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen.

Die Energiewende zählt zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland und bringt zahlreiche Akteure und Meinungsbildner mit zum Teil kontroversen Argumentationslinien zusammen. In der öffentlichen Wahrnehmung konzentriert sich die Energiewende-Debatte im Moment sehr stark auf den Stromsektor. Der Wärmemarkt scheint dabei eher eine Nebenrolle zu spielen. Dabei sollen die CO2-Emissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent und der Primär­energiebedarf im Wärmemarkt um 80 Prozent gesenkt werden. Der Wärmemarkt und vor allem der Energieträger Erdgas bieten in Deutschland enormes CO2-Einsparpotenzial. Aus diesem Grund braucht Deutschland nicht nur eine Strom-, sondern auch eine Wärmewende.

Potenzial im Gebäudebestand

Den größten Einzelanteil am aktuellen Endenergieverbrauch hat in Deutschland der Gebäudebestand mit etwa ​40 Prozent. Hier entstehen gut ein Drittel aller CO2-Emissionen. Der Grund dafür liegt vor allem in der energetisch nicht zeitgemäßen Bausubstanz und der darin installierten veralteten Anlagentechnik zur Wärme- und Warmwassererzeugung. Ulrich Danco, Geschäftsführer von Eon Energie Deutschland und Aufsichtsratsvorsitzender von Zukunft Erdgas e.V. (siehe auch Interview auf Seite 20), erklärt: „Bisher ist der Erdgasmarkt, speziell der Wärmemarkt, das Stiefkind der Energiewende. Laut einer aktuellen Studie von Zukunft Erdgas ist allein im Bereich der selbstgenutzten Einfamilien- und Reihenhäuser eine CO2-Einsparung bis 2050 von bis zu 62 Prozent ohne staatliche Förderung möglich“.

Erdgas löst Erdöl in Privathaushalten ab

Bereits heute löst Erdgas als kostengünstige und umweltschonende Alternative die Beheizung mit Erdöl in Privathaushalten zunehmend ab. Für einen durchschnittlichen Privathaushalt etwa bedeutet der Umstieg von Heizöl auf Erdgas momentan eine Einsparung von knapp 15 Prozent im Jahr auf der Wärmerechnung und eine CO2-Einsparung von 30 Prozent. Das hat ein aktueller Kostenvergleich des Energieversorgers Eon ergeben. Die Konsequenz: Drei von vier neu installierten Heizungen arbeiten mit Erdgas.

Bei Privathaushalten werden der Umstieg auf moderne Heizungstechnologien auf Erdgasbasis – beispielsweise Gaswärmepumpen, Brennwertthermen oder Mikro-KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung) – sowie die Nutzung von Bioerdgas immer populärer: Erdgasbetriebene Brennwert-Technik wuchs laut BDH 2013 um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Endkundenbereich steigt die Anzahl technikaffiner und preisbewusster Nutzer, die möglichst effizient und klimafreundlich ihren Energiebedarf decken wollen. Groß- und Gewerbekunden suchen hingegen einen zuverlässigen Partner für Energielösungen. Neben der reinen Energiebereitstellung soll dieser auch kompetenter Ansprechpartner für innovative Technologien und neue Dienstleistungen sein.

Bedeutung von KWK wächst

In allen Kundensegmenten wächst die Bedeutung von KWK. Diese auf Erdgas basierende Technologie bietet nicht nur eine Vielzahl möglicher Anwendungen, sondern auch sehr hohe Nutzungsgrade von bis zu 90 Prozent der eingesetzten Primärenergie. Deshalb steigt der Einsatz von KWK-Anlagen weiter an. Das lässt sich sowohl bei großen Industriekraftwerken beobachten, die Betriebsstätten mit Prozesswärme versorgen, als auch bei Energieunternehmen, die kleinere Blockheizkraftwerke betreiben, beispielsweise für die Versorgung von Wohnanlagen oder Schwimmbädern. Für Hausbesitzer stellen kompakte Mikro-KWK-Geräte, also die „stromerzeugende Heizung“, eine hocheffiziente Alternative zu konventionellen Heizsystemen dar.

Die Energiewende führt zum grundlegenden Umbau des Energiesystems. Dabei entstehen neue Geschäftsmodelle für Großerzeuger und innovative Anwendungen für den Endkunden. Zusatz​erlöse können Industrie und kommunale Strom­erzeuger im Regelenergiemarkt generieren, wenn sie auf kurzfristigen Abruf hin ihre Stromerzeugungsleistung – beispielsweise größerer KWK-Anlagen – erhöhen oder absenken.

Einen ganz neuen Weg der Abwärmenutzung eröffnet die ORC-Technologie (Organic Rankine Cycle). Sie beschreibt ein Verfahren, bei dem Abwärme, die als „Abfallprodukt“ in Industrieanlagen, im Verkehr oder bei der Stromerzeugung anfällt, recycelt wird. Eine Pilotanlage wurde im Februar 2014 in Sauen im Landkreis Oder-Spree (Brandenburg) von E.Distherm Wärmedienstleistungen in Betrieb genommen. Zwei Biogas-KWK-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 500 Kilowatt elektrisch liefern hier die nötige Abwärme. „Unsere Kunden erkennen zunehmend die wirtschaftlichen Chancen der Energiewende und gehen mit Eon Partnerschaften ein, um vom Umbau des Energiemarktes zu profitieren. Das Interesse an moderner ORC-Technologie oder die Teilnahme am Markt für Regelenergie sind hier zwei Beispiele“, sagt Ulrich Danco.

Integration von Erneuerbaren

Privatverbraucher können seit kurzem auch auf regenerativ erzeugtes „Windgas“ zurückgreifen. Dabei wird Energie aus Windkraftanlagen in einer Eon-Pilotanlage in Falkenhagen mittels Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt, der dann in das regionale Erdgasnetz eingespeist wird. In dieser in Deutschland einzigartigen Form trägt das Erdgasnetz dazu bei, dass möglichst viel regenerativ erzeugter Strom in alle Bereiche der Versorgung integriert werden kann. Ein zusätzliches Potenzial zur Verbesserung der CO2-Bilanz steckt in Kraftwerken. Gaskraftwerke können den Energie-Mix der Zukunft sinnvoll und klimaschonend ergänzen. Sie sind hochflexibel und können somit Schwankungen bei der Erzeugung von Wind- und Sonnenenergie ausgleichen.

Bei der weiteren Umsetzung der Energiewende müssen regenerative Stromerzeugung und Erdgas als klimaschonender Energieträger und tragende Säule des Wärmemarktes Hand in Hand gehen. Für die Industrie und die Energiebranche eröffnen innovative Erdgas-Technologien bereits heute vielfältige Vermarktungsmöglichkeiten und neue Geschäftsmodelle.

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