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Martin Sandler: Der Geschäftsführer und Tüftler aus Kaufbeuren entwickelte einen Schichtspeicher, der überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien nutzbar machen kann. Bild: Julian Leitenstorfer/vor-ort-foto.de
Energieeffizienz

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Energie flexibel einsetzen

Text: Manuel Schmidt, Thomas Cloidt, Wago
Im Allgäu verwendet ein Energieversorger Power-to-Heat-Technik, um Strom und Heizenergie effizient und flexibel einzusetzen. Dabei setzt er auf eine innovative Regeltechnik – verbunden mit einer flexiblen Kommunikation.

Die Vereinigten Wertach-Elektrizitätswerke (VWEW Energie) arbeiten daran, die Energiewende vor Ort umzusetzen. Der Kaufbeurer Versorger nutzt dazu Heiz- und Speicherprodukte von EFG Sandler sowie Kommunikationstechnologie von Wago. Martin Sandler hält nicht viel von konventionellen Heizanlagen. „Meist sind sie wenig effizient“, erklärt der Maschinenbauingenieur und Spezialist für Energie- und Regelungstechnik. Eingleisig seien viele Systeme, falsch dimensioniert und nicht den modernen Herausforderungen gewachsen.

Der Geschäftsführer des Solar- und Heiztechnik-Unternehmens EFG Sandler hat das modular erweiterbare Speed­Power2-Heizsystem entwickelt. Ein wesentlicher Bestandteil ist der Schichtspeicher. Im oberen Bereich wird heißes Wasser vorrätig gehalten, zum Beispiel für die Trinkwassererwärmung. Im mittleren Segment wird überschüssige Energie fürs Heizen auf Abruf gespeichert. Im unteren Teil befindet sich das kühle Rücklaufwasser.

Strom-Überschuss sinnvoll nutzen

Thermografie-Vorführungen zeigen, wie schnell und exakt die Anlage funktioniert, die auch besonders gut für die Inte­gration in den Bestand geeignet ist. Ein Leitsystem steuert die Wärmeerzeugung und übernimmt das Energiemanagement. Geschickte Regelungstechnik soll helfen, Energie und damit Geld zu sparen.

Die neueste Entwicklung Sandlers heißt E-Heat. Dieses Modul wird so in die Heizanlage integriert, dass diese auf komplexe und effiziente Weise gezielt Strom nutzt. Der ­E-Heat weiß, zu welchem Zeitpunkt er welchen Strom abrufen soll, wann kostengünstig Strom in Wärme umgewandelt werden kann und eingespeist werden sollte. Damit lässt sich Ökostrom genau zu dem Zeitpunkt einsetzen, wenn viel davon zur Verfügung steht.

Fernwirktechnik fürs Wärmemanagement

Im Zusammenspiel mit der Regeltechnik können auf diese Weise in einer modernen Heizanlage die Strom- und Wasserkreisläufe gesteuert sowie externe Daten verarbeitet und effizient umgesetzt werden. Die Kommunikation zwischen E-Heat und dem Energieversorgungsunternehmen wird mittels Wago-Fernwirkkomponenten realisiert.

In Zeiten, in denen es besonders wichtig ist, auf den schwankenden Energiemarkt und die Einsatzmöglichkeiten regenerativer Energien zu reagieren, sind leistungsfähige Kommunikationsstrukturen und Steuerungen ein Wettbewerbsvorteil: Meldungen, Mess- und Zählwerte müssen zuverlässig übermittelt werden. Das Wago-I/O-System ist laut Sandler „durch seinen modularen Aufbau auch für kommende Leistungsmerkmale gerüstet und ausbaubar.“

Wago bietet flexible Fernwirklösungen für die Fernüberwachung und -verwaltung moderner Versorgungsnetze an, die sowohl die aktuellen als auch die zukünftigen Anforderungen des sich stetig wandelnden Energiemarktes erfüllen. Die Fernwirksteuerungen aus Minden unterstützen unter anderem die Fernwirkprotokolle gemäß IEC 60870-5-101 für die serielle Übertragung und gemäß IEC 60870-5-104 für die TCP/IP-basierte Kommunikation, außerdem IEC 60870-5-103, IEC 61850 sowie Modbus.

Auf Nachhaltigkeit setzen

VWEW Energie versorgt rund 75.000 Einwohner der Städte Kaufbeuren, Marktoberdorf und Mindelheim mit Strom. Das Unternehmen betreibt sieben Wasserkraftwerke mit einer Ausbauleistung von 7,5 MW.

„Vom E-Heat und den Wago-Kommunikationsmodulen erwarten wir uns viel“, sagt Martin Leitner, Projektleiter technische Innovationen. VWEW Energie kooperiert darüber hinaus mit der Universität Düsseldorf, die demnächst den E-Heat hier in Kaufbeuren aus der Ferne einschalten und damit die Heiz­anlage in Betrieb nehmen wird. „Das gab es in dieser Form noch nie“, erklärt Leitner.

Von Düsseldorf wird VWEW auch Infos über Strompreise erhalten, um so jederzeit individuell und vor allem kostengünstig einkaufen zu können. Einen weiteren Vorteil erkennt Leitner darin, mit Hilfe der neuen Module am Regelenergiemarkt teilzunehmen. In beidem sieht er ein großes Plus für seine Kunden.

Ressourcen schonen, Informationen nutzen

Der Energiemarkt ist komplex. Ressourcen zu schonen und regenerative Energien sinnvoll einzusetzen erweist sich daher als eine Zukunftsaufgabe, die hohe Anforderungen stellt. Moderne Technik hilft, Versorgungssicherheit und Netzstabilität gerade in Zeiten hoher Auslastung zu gewährleisten.

Die von der Politik so oft beschworene Energiewende ­findet, da sind sich viele Experten sicher, vor allem im Heizungskeller statt – unterstützt von innovativen Ingenieuren, intelligenter Kommunikationstechnologie und Versorgern, die neue Wege zu gehen bereit sind.

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