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„Der Trend zu dezentralen Lösungen 
wird sich fortsetzen“

Text: Jörn-Erik Mantz, RWE Energiedienstleistungen
Nach Verabschiedung der EEG-Novelle ordnet sich die Branche neu. Worauf BHKW, KWK und andere dezentrale Anlagen sich nun einstellen müssen, erklärt Jörn-Erik Mantz, Geschäftsführer der RWE Energiedienstleistungen.

Herr Mantz, Sie betonen, wie wichtig BHKW und KWK vor allem in Gebäuden sind. Welche Rolle spielt dabei die EEG-Novelle?

Jörn-Erik Mantz: In den letzten Jahren hat es – beispielsweise im Bereich der Gewerbebetriebe – eine rasante Entwicklung gegeben, Wärme und Strom dort zu erzeugen, wo sie verbraucht werden. Treiber dieser Entwicklung ist zum einen der generelle Trend hin zu dezentralen Lösungen. Hinzu kamen bislang, also bis zum Inkrafttreten des novellierten EEG am 1. August 2014, Impulse durch die komplette Befreiung des eigenerzeugten und verbrauchten Stroms von der EEG-Umlage. Die in der Gesetzesnovelle vorgesehene (Teil-)Belastung von eigen­erzeugtem und verbrauchtem Strom mit EEG-Umlage hat direkte Auswirkungen auf die Rentabilität der dezentralen KWK und stellt diese wirtschaftlich schlechter.

Was bedeutet das konkret für die Zukunft der KWK?

Es ist absehbar, dass sich der politisch gewollte Ausbau dieser Effizienztechnologie dadurch kurzfristig verlangsamen wird. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass sich der Trend hin zu dezentralen Lösungen auf Basis KWK auch im Gebäude­bereich fortsetzen wird.

Und was erwarten Sie von der für 2015 geplanten Novelle des KWK-Gesetzes?

Im Kern geht es darum, die wirtschaft­liche Schlechterstellung der KWK zu kompensieren. Das ist auch umweltpolitisch sinnvoll. Denn es ist doch gerade die Kombination aus volatilen erneuerbaren Stromeinspeisern und planbaren flexiblen KWK-Anlagen, die eine deutliche Reduktion klimaschädlicher Emissionen in den Bereichen Strom und Wärme ermöglicht.

Wie innovationsfreudig sind Vermieter und Eigentümer, wenn es an das „intelligente“ Heizen geht?

Hier stehen wir erst am Anfang und es bedarf noch einer Menge Überzeugungskraft. Aber die Erkenntnis, dass die Wärmebereitstellung Ursache für etwa ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen in Deutschland ist und ein erhebliches Potenzial bietet, wird sich immer mehr durchsetzen und verstärkt regulatorische Anreize nach sich ziehen.

Sind die ehrgeizigen Effizienzziele zu schaffen, die Deutschland sich gesteckt hat?

Das von der EU vorgeschlagene Energieeffizienzziel von 30 Prozent Einsparung bis 2030 im Vergleich zum Basisjahr 2007 wird gegenwärtig im Rahmen der Umsetzung der Energieeffizienzrichtlinie in nationale Ziele übersetzt. Es kommt jetzt darauf an, zügig verlässliche Voraussetzungen für Investitionen zu schaffen, um den Schwung aus der Zeit vor der EEG-Novellierung wieder aufzunehmen. Dann sind die Ziele auch zu erreichen.

Sollte die Richtlinie Ihrer Meinung nach noch verbessert werden?

Ich würde mir bei der Vorgabe der Maßnahmen zum Erreichen der gesetzten Ziele eine größtmögliche Flexibilität der einzelnen Akteure wünschen.

Welche Rolle spielen Speicher und der Regelenergiemarkt für Energieeffizienz?

Es ist klar, dass der Regelenergiemarkt als ein Instrument zur Gewährleistung der Netzstabilität notwendig ist. Die Speicher werden mit zunehmender Volatilität der Erzeugung immer wichtiger. Welche Speichertechnologie sich jedoch als die effektivste herausstellen wird, ist ebenso wie die Weiterentwicklung der Regelenergiemärkte heute nur schwer abzuschätzen. Hier heißt es für Energiedienstleister, am Ball zu bleiben und die Entwicklung aufmerksam und mit dem Blick für das Machbare zu begleiten.

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