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LTE: Der Mobilfunkstandard der vierten Generation (4G) verkraftet dank seiner Priorisierungsfunktion auch hohe Netzbelastungen, ohne beim Quality of Service stark einzuknicken. Bild: Ericsson
LTE-Anbindung

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Mobilfunk flott für Smart Metering

Starke Auslastung im Funknetz vereitelt zuverlässigen Datenaustausch, so dachte man. LTE kann den Flaschenhals aber überwinden.

Ericsson hat nach eigenen Angaben zusammen mit Telefónica in Deutschland und dem Eon Research Center der RWTH Aachen gezeigt, dass sich LTE-Mobilfunknetze zur Vernetzung von Smart Metern eignen. Die Versuche belegen demnach, dass die sogenannte Priorisierung, eine Standardfunktionalität in LTE-Netzen, die Mobilfunknetze zu einer sehr zuverlässigen und flexiblen Alternative zu bestehenden Anbindungen über Power-Line- oder Festnetzverbindungen macht.

Die Versuche, bei denen eine handelsübliche LTE-Basisstation von Ericsson zum Einsatz kam, zeigten, dass der von den Smart Metern gesendete Datenstrom – sogar unter starker Netzlast – innerhalb der erwarteten Übertragungszeit von weniger als 100 Millisekunden vom zentralen IT-System des Stromlieferanten empfangen werden kann.

Die neuen Funktionen stehen ab LTE-Release 13 zur Verfügung. Sobald 5G-Netze verfügbar sein werden, sollen sich in den Mobilfunknetze noch anspruchsvollere Echtzeitanwendungen für Stromversorgungsunternehmen realisieren lassen.

„Die Versuche, die wir mit Telefónica und dem ACS-Institut der RWTH durchgeführt haben, zeigen, dass die LTE-Nutzung eine hervorragende Option für Energieanbieter darstellt, wenn sie Smart Meter einführen“, sagte Dr. Fiona Willliams, Research Director bei Ericsson. „Wir freuen uns, dass die Quality-of-Service-Funktionalität von LTE die sehr anspruchsvollen Kommunikationsanforderungen für die Automatisierung von Stromnetzen voll erfüllt.“

Vorteilhaft ist die Quality-of-Service-Funktionalität (QoS) für Smart-Meter-Anwendungen, weil selbst in seltenen Fällen einer hohen Netzlast die Übertragung der Daten nicht entfalle oder verzögert an die Anwendungen erfolge. So könne etwa eine Prepaid-Bestellung eines Strom- oder Gasverbrauchers – unabhängig von den jeweiligen Netzbedingungen – sofort ausgeführt werden.

Energieinformationsnetz: VDE plädiert für Kombination

Unterdessen spricht sich der VDE in seinem neuen Positionspapier „Kommunikationsnetz für das Smart Grid“ für eine Kombination aus (B-)PLC ((Breitband)-Power Line Communication) über die Energienetzinfrastruktur im Niederspannungsbereich mit einem branchenspezifischen Funknetz bei der Arbeitsfrequenz von 450 MHz auf LTE-Technologiebasis aus. Es biete die zurzeit beste und zukunftsfähigste Lösung für das erforderliche Energieinformationsnetz.

Dieses Netz könnte als „Zubringernetz“ zu lokalen Netzknotenpunkten des Energienetzes genutzt und der endgültige Anschluss zum Beispiel der Wohnungen über Powerline Communication betrieben werden. Alternativ ermögliche die Technologie auch die direkte Verbindung in die Kellerräume der Endnutzer.

Offen sei allerdings die Finanzierbarkeit einschließlich der Regulierung der Lizenzen im Frequenzbereich von 450 MHz durch die Bundesnetzagentur und eventuell anfallender Lizenzkosten. Daher plädiert der VDE dafür, das Frequenzband der Allgemeinheit für diese Anwendung zur Verfügung zu stellen.

Weiterhin müsse mittel- und langfristig genügend Bandbreite zur Verfügung stehen; denn im schmalen 450 MHz-Band seien auf lange Sicht Engpässe zu erwarten. Eine alternative, zukunftsfähige Lösung bietet der - auch für das Smart Metering geeignete - Ausbau eines Glasfaserbreitbandnetzes bis in die Wohneinheiten (Fiber to the Home, FTTH), das gut mit dem 450 MHz-Funknetz kombiniert werden könnte. (kk)

Weitere Informationen

Das VDE-Positionspapier „Kommunikationsnetz für das Smart Grid“ ist für VDE-Mitglieder kostenlos unter www.vde.com im InfoCenter erhältlich.

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