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Mehrere Klärgaskraftwerke der WVE Kaiserslautern werden zu einem virtuellen Kraftwerk. Bild: WVE Kaiserslautern
Regelenergiemarkt

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Kläranlagen als flexible Marktteilnehmer

Die WVE steigt mit mehreren Klärgaskraftwerken in den Minutenreservemarkt ein.

Die WVE Kaiserslautern wird künftig die Leistung mehrerer Klärgaskraftwerke am Minutenreservemarkt anbieten. Hierzu bündelt und steuert das Tochterunternehmen der Stadtwerke Kaiserslautern die Anlagen über ein eigenes virtuelles Kraftwerk, das auf der Systemplattform EC24 der Clean Energy Sourcing (Clens) basiert. Die Vermarktung des Anlagenpools übernimmt Clens, die ein großes Potenzial bei der Vermarktung von Regelenergie aus Klärgasanlagen sieht.

„Wir freuen uns, dass wir mit der WVE Kaiserslautern einen engagierten kommunalen Partner im Bereich Kläranlagen gewinnen konnten, der über unsere Systemplattform EC24 mit einem eigenen Anlagenpool in den Regelenergiemarkt einsteigt. Wir sehen in dieser Art der Zusammenarbeit ein großes Potenzial für Stadtwerke und kommunale Unternehmen: Partner der Clens können dank EC24 frei entscheiden, welche Elemente der Anlagensteuerung und -vermarktung sie selbst übernehmen möchten und welche Aufgaben sie uns, als starkem Partner im Hintergrund übertragen“, sagt Frank Baumgärtner, Vorstand von Clens. Um Stadtwerken und kommunalen Unternehmen den Einstieg in die Flexibilitätsvermarktung und den Betrieb eines eigenen virtuellen Kraftwerks zu erleichtern, stellt ihnen Clens hierzu seine digitale Infrastruktur und den Zugang zu allen relevanten Märkten zur Verfügung. Die WVE als kommunaler Partner bildet in dieser Kooperation die kundennahe Projektbetreuung und das Anlagenmanagement ab.

Anteil an der Energiewende

Kläranlagen sind bestens geeignet, um einen Beitrag zur Energiewende und zur Stabilisierung der Stromnetze zu leisten, da sowohl die Stromerzeugung mittels Blockheizkraftwerk, als auch der Stromverbrauch beispielsweise von Pumpen flexibel steuerbar sind: „Die Anlagen der Abwassereinigung sind im kommunalen Bereich die größten Stromverbraucher. Damit verfügen sie im Umkehrschluss über das größte Potenzial für Verbrauchseinsparungen, aber auch für eine flexible Nutzung und Produktion von Strom und Wärme. Die zu erwartende Vergütung für die Teilnahme an einem virtuellen Kraftwerk trägt darüber hinaus zur Gebührenstabilität und damit zur finanziellen Entlastung der Bürger bei“, sagt Rainer Grüner, Geschäftsführer der WVE Kaiserslautern. Der WVE-Pool ist offen für die Integration weiterer Erzeugungs- oder Verbrauchsanlagen von interessierten Kläranlagenbetreibern: „Die WVE übernimmt hierbei das Anbindungsmanagement und die technische Organisation der Kommunikationsschnittstelle“, sagt Grüner.

Die Systemplattform EC24 wurde von der Clens-Unternehmenstochter SP Energycontrol (Spe) entwickelt und gemeinsam mit Clens optimiert. EC24 dient der Steuerung dezentraler Erzeugungs-, Verbrauchs- und Speicheranlagen und schafft damit die Grundlage für eine optimale Vermarktung und einen flexiblen und bedarfsgerechten Betrieb der Anlagen. Zudem ist EC24 für die Vermarktung von Minutenreserve- und Sekundärregelleistung präqualifiziert und wird von Clens sowie von weiteren Betreibern virtueller Kraftwerke in den vier deutschen Regelzonen und in Österreich eingesetzt. Die WVE betreibt derzeit eine „light Version“ von EC24. Das heißt, sie nutzt den vollen Funktionsumfang eines virtuellen Kraftwerks. Der WVE-Pool ist jedoch nicht direkt mit dem Übertragungsnetzbetreiber verbunden, sondern dockt am virtuellen Kraftwerk der Clens an. Clens übernimmt für die WVE die Vermarktung des Pools am Regelenergiemarkt und die Kommunikation mit den Übertragungsnetzbetreibern. Dadurch können sich die Kaiserslauterner voll und ganz auf ihre Kunden und Anlagen konzentrieren und die Kosten für die eigene Anbindung an die Übertragungsnetzbetreiber einsparen. Diese Anbindung und ein Einstieg in die selbständige Vermarktung ist für die WVE jedoch jederzeit nachrüstbar.

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