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Ersatz-Batteriemodule werden am Enercity-Standort Herrenhausen zu einem Stationärspeicher gebündelt: Mit einer Speicherkapazität von insgesamt 15 Megawattstunden ist die Anlage eine der größten Europas. Bild: Daimler
Innovatives Speicherkonzept

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Ersatzteillager wird grösster Energiespeicher Europas

Daimler, Accumotive und Enercity schaffen durch die „lebende Lagerung“ von Ersatzbatterien einen Business Case und erweitern somit die Wertschöpfungskette elektroautomobiler Batterien.

Die Kooperationspartner Daimler mit seiner hundertprozentigen Tochter Accumotive und Enercity (Stadtwerke Hannover) werden noch in diesem Jahr mit dem Bau eines neuen Batteriespeichers beginnen. Die Besonderheit: Es handelt sich um ein Ersatzteillager für elektromobile Batteriesysteme. Rund 3.000 der für die aktuelle Smart-Electric-Drive-Fahrzeugflotte vorgehaltenen Batteriemodule werden am Enercity-Standort Herrenhausen zu einem Stationärspeicher gebündelt. Mit einer Speicherkapazität von insgesamt 15 Megawattstunden ist die Anlage den Unternehmen zufolge eine der größten Europas. Der Energiespeicher wird nach Fertigstellung am deutschen Primärregelenergiemarkt vermarktet. Der Speicher stellt bereits das dritte Großprojekt für Daimler in diesem Geschäftsfeld dar.

Seit 2012 ist die dritte Generation des Smart Fortwo Electric Drive auf der Straße. Die nächste Generation des elektrischen City-Flitzers steht bereits in den Startlöchern. Was aber passiert eigentlich, wenn die Batterie einmal nicht mehr einsatzfähig ist? Automobilhersteller sind für diesen Fall gerüstet und halten entsprechenden Ersatz bereit. Die Partner Daimler, Accumotive und Enercity beschreiten nun mit Blick auf eine effiziente Ressourcennutzung einen heute noch einzigartigen Weg. Durch die „lebende Lagerung“ von Ersatzbatterien schaffen sie einen Business Case, der in dieser Form nur gemeinsam von einem Automobilhersteller und einem Energieversorgungsunternehmen realisiert werden kann, wie die Partner berichten.

Durch die Vermarktung der lagernden Speicherleistung auf dem deutschen Markt für Primärregelleistung (PRL) leistet das Geschäftsmodell einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes und zur Wirtschaftlichkeit von Elektromobilität. Bei zunehmenden Schwankungen der Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne dienen solche Speicher zum Ausregeln einer konstant zu haltenden Netzfrequenz. Sie gleichen mit ihrer Speicherkapazität die Energieschwankungen nahezu verlustfrei aus – eine Aufgabe, die derzeit überwiegend schnell drehende Turbinen der fossilen Kraftwerke übernehmen. Der Aufbau des 15-Megawatt-Batteriespeichers durch die Partner soll noch in diesem Jahr starten. Nach Fertigstellung wird er ununterbrochen netzgekoppelt arbeiten. Für die Vermarktung des Speichers auf dem PRL-Markt ist Enercity verantwortlich.

Das innovative Speicherkonzept hat einen weiteren entscheidenden Vorteil. Um im Fall eines Tauschs einsatzfähig zu sein, verlangt eine Batterie während der Dauer der Bevorratung ein regelmäßiges Zyklisieren – das gezielte, schonende Be- und Entladen. Andernfalls käme es zu einer Tiefenentladung, die zu einem Defekt der Batterie führen kann. Neben den Lagerkosten würde die klassische und potenziell langjährige Ersatzbatterielagerung also einen recht hohen Betriebsaufwand bedeuten. Diesen Aufwand umgehen die Partnerunternehmen durch ihren innovativen Ansatz. Der stets schwankende Regelleistungsbedarf des Netzes sorgt automatisch für das erforderliche Zyklisieren der Akkus. Das hochentwickelte Batteriemanagementsystem der Daimler Tochter Accomotive sorgt dabei dafür, dass sich die Batterien stets in ihrem optimalen Zustand hinsichtlich Temperatur und Ladezustand befinden und somit die hohen Ansprüche an die Qualität und Lebensdauer erfüllen. Dieses Vorgehen hat keine Auswirkungen auf den Alterungsprozess der Systeme, sondern soll im Gegenteil wie ein Jungbrunnen wirken.

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