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Von oben herab: Drohnen eröffnen neue Blickwinkel bei der Inspektion von Windenergieanlagen. Bild: Pixabay
Drohneninspektion von Windenergieanlagen

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Eine Frage der Perspektive

Hochtechnisierte Drohnen oder feinfühlige Monteure – wer wird in Zukunft die Wartung von Windrädern übernehmen?

Mehr als 3.000 Windenergieanlagen (WEA) stellen sich in NRW den Naturgewalten. Die Liste der Mängel, die bei ihrer Inspektionen gefunden werden, ist lang: Roststellen im Turm, Erosion an Rotorblattkanten, Lackabplatzungen und beginnende Delamination, das heißt eine Ablösung von Schichten der Werkstoffverbunde, sind nur einige der Schäden. Die Spectair-Drohne HT-8 C180 hat sogar schon Einschusslöcher im Turm entdeckt.

Mängel an WEA zu finden war bisher Aufgabe von Monteuren. Für die Inspektion mussten sie sich in schwindelerregende Höhen wagen. Neuerdings mischen jedoch auch Drohnen mit. Die EnergieAgentur.NRW stellt nun die Frage: Wer macht seine Sache besser? Während das kleine Flugobjekt keine Mühe hat an den einzelnen Rotorblätter einer 140 Meter hohen WEA entlang zu fliegen, läuft die Untersuchung bei den Monteuren deutlich schwieriger ab. Um in diesen Höhen Arbeiten zu verrichten, ist Routine erforderlich.

Sportliche Höheneinlagen

In voller Montur und mit festgezurrtem Geschirr geht Monteur Nils Federmann von PSM täglich seiner Arbeit nach. Im Inneren des Windrads hakt er sich mit einem Sicherungsseil an der Metallleiter ein und beginnt seinen Aufstieg: „Ein Praktikant hat das in 2:40 Minuten geschafft. Das ist schon sehr sportlich“, berichtet der Federmann. Er selbst braucht für den Aufstieg zwischen fünf und sieben Minuten. Die Monteure arbeiten hier immer zu zweit. Während Nils Federmann nach oben steigt, kommuniziert er über ein Walkie Talkie mit seinem Kollegen am Boden. Außerhalb der Gondel wird es dann nicht leichter: Dann klettert er oben aus einer Luke heraus, über die Gondel hinüber und von vorne in die Narbe hinein. Gehalten wird er bei seinen sportlichen Höheneinlagen von einem speziellen Nabenseil.

Monteur gegen Maschine

Insbesondere im Inneren der Türme ist es, wo die quirligen Drohnen an ihre Grenzen stoßen. Die Monteure schrauben Schaltkästen auf und kontrollieren die Lichtbogenlöschkammern, die für die Sicherheit immens wichtig sind. „Hier schalten wir kein Licht an und aus, sondern eine 1,5-MW-Anlage. Da müssen die Lichtbogenlöschkammern schon stärker sein“, betont Alexander Olschewski von PSM. Dennoch ist Drohnenpilot Lukas Kremkau von Spectair überzeugt: „Autonome Drohnen werden in einigen Jahren selber rausfliegen und die Anlage mit Radar, Ultraschall-Techniken und 3D-Erkennung in Echtzeit inspizieren.“

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