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Technisches Innenleben des Energy Neighbor: Ein Batteriemodul wird an die richtige Stelle platziert. Der Zwischenspeicher beinhaltet acht Racks mit jeweils 13 Batteriemodulen zu je 192 Batteriezellen. Bild: Andreas Heddergott / TUM
Energiespeicherung

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Batteriespeicher Energy Neighbor aktiv

Ein neu entwickelter lokaler, stationärer Zwischenspeicher hat in der oberbayerischen Gemeinde Kirchdorf seinen Betrieb aufgenommen. Forscher der Technischen Universität München wollen die im Feldtest gewonnenen Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von Speichersystemen einsetzen.

Im Rahmen des Projektes EEBatt haben Forscher der Technischen Universität München (TUM), der Kraftwerke Haag, der VARTA Storage und des Bayerischen Zentrums für Angewandte Energieforschung (ZAE) einen stationären Zwischenspeicher, genannt Energy Neighbor, entwickelt. Er speichert lokal erzeugten Strom für die lokale Nutzung vor Ort. Verluste durch lange Transportwege und Netzschwankungen werden damit vermieden. Mit 200 Kilowattstunden Speicherkapazität und 250 Kilowatt Leistung kann er Leistungsspitzen der Solaranlagen und Verbrauchsspitzen der angeschlossenen Haushalte ausgleichen. Bayerns Wirtschafts- und Energieministerin Ilse Aigner hat den Speicher im Ortsteil Moosham der oberbayerischen Gemeinde Kirchdorf im Oktober in Betrieb genommen. Die Technische Universität München wird für das Projekt durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie mit rund 30 Millionen Euro gefördert.

„Die weitere Entwicklung von Speichertechnologien ist ein wichtiger Bestandteil der Energiewende. Mit dem Energy Neighbor wird der Eigenverbrauch lokal erzeugter Energie erhöht, das Versorgungsnetz entlastet und ein weiterer Ausbau der erneuerbaren Energien ermöglicht“, so Aigner. In dem Feldtest wollen die Forscher Erkenntnisse aus dem täglichen Einsatz gewinnen und diese für die Weiterentwicklung von Speichersystemen einsetzen. „Viele Ortstransformatoren kommen bei den bereits vorhandenen Solaranlagen an ihre Belastungsgrenzen“, sagt Ulrich Schwarz, Geschäftsführer der Kraftwerke Haag. „Wir erwarten uns wichtige Erkenntnisse dazu, wie sich ein solcher Speicher auf die Stabilisierung des Niederspannungsnetzes auswirkt.“

Das acht Tonnen schwere, vollintegrierte Speichersystem beinhaltet derzeit acht Racks mit jeweils 13 Batteriemodulen zu je 192 Batteriezellen sowie Leistungselektronik und Batteriemanagement-Systeme. „Bei Bedarf kann es durch die Ergänzung weiterer Racks in 25-Kilowatt-Schritten weiter aufgestockt werden. Mit einem zusätzlichen Trafo könnte es sogar netzunabhängig als Insellösung genutzt werden“, sagt Herbert Schein, Geschäftsführer der VARTA Storage. Zu den großen Stärken des Energy Neighbor zählt seine Langlebigkeit. Die Zyklenfestigkeit der Zellen liegt bei wesentlich mehr als 10.000 Vollzyklen. Zur Verlängerung der Lebensdauer wurde eigens ein spezielles Thermomanagement-System entwickelt, das die Batteriezellen möglichst immer in einem optimalen Arbeitsbereich hält.

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