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Will Maßstäbe setzen: Der Neubau der Fachober- und Berufsoberschule Erding Bild: Kplan
Nachhaltige Gebäudeplanung

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40 % unter Passivhausstandard

Der Neubau der Fachober- und Berufsoberschule Erding zeigt, wie Gebäude Energie sparen und dabei gut aussehen.

Von diesem Neubau können sich andere Gebäude gerne etwas abgucken: Optisch und technisch ist der Neubau der Fachober- und Berufsoberschule Erding (FOS/BOS) ein wahrer Hingucker und ist nebenbei nach ökologischen Kriterien verwirklicht worden. Durch seinen geringen Energieverbrauch setze das Gebäude Maßstäbe bei Umwelt- und Ressourcenschonung.

Die Fakten: Mit Hilfe einer innovativen Lüftung, dem Ausnutzen von Tageslicht und natürlichen Wärmequellen sowie einer hochdichten Gebäudehülle schafft es das Gebäude, den Passivhausstandard um 40 Prozent zu unterschreiten, so die Angaben des DBU, das den Neubau mit knapp 886.000 Euro unterstützt hat. Dazu kamen Mittel der Landkreise Erding und Ebersberg. Mit insgesamt rund 17,5 Millionen Euro wurde das Projekt schließlich umgesetzt.

Was lange währt, wird sparsam

Der Bau begann bereits 2009. Nachdem das Schulgebäude im Jahr 2011 von den 750 Schülern bezogen werden konnte, sei ein dreijähriges Monitoring durchgeführt worden, sodass die Gebäudetechnik noch verbessert und letzte Mängel hätten beseitigt werden können. Die wesentlichen bauphysikalischen und haustechnischen Anforderungen für den extrem niedrigen Energiebedarf seien durch verschiedene bauliche Maßnahmen erreicht worden. Indem hochwärmegedämmte Bauteile verwendet wurden, konnte ein Heizwärmebedarf von weit unter 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m2a) erzielt werden.

Der Gesamtprimärenergiebedarf für Heizung und Strom beträgt 48 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Damit liegt der Wert 80 Prozent unter dem Referenzwert der Energieeinsparverordnung für dieses Gebäude, der 258 Kilowattstunden beträgt. Die CO2-Emissionen des gesamten Gebäudes liegen zudem unter einem Drittel der Haustechnik einer Standardschule.

Geheizt wird das Gebäude mit umweltfreundlichen Ressourcen wie Erdwärme und Solarenergie. Im Sommer verhindert die Verschattung des Glasdachs, dass sich die Hitze im Lichthof staut. Im Winter ermöglicht eine Wärmerückgewinnungsanlage die energiesparende Wiederverwendung von Wärme. In Kombination mit dem gläsernen Atrium wurde ein neuartiges Lüftungssystem installiert, das über natürlichen Auftrieb und unterstützt durch Ventilatoren energiesparend arbeitet. Statt mit einer energieintensiven Klimaanlage werden im Sommer die Klassenräume nachts mit Außenluft gekühlt.

Automatische Klappen an den Balkontüren lassen in den Sommernächten außerdem – ebenfalls unterstützt durch die Ventilatoren im Atrium – kühle Luft in das Gebäude strömen. Durch eine gute Versorgung mit Tageslicht sowie eine mit Sensoren gesteuerte tageslicht- und nutzerabhängige Regelung der Beleuchtungsanlage werde außerdem kaum Kunstlicht benötigt.

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