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Semantik: Dank der Verknüpfung von Kartenmaterial mit zusätzlichen Informationen sind Analysen wie die energetische Bewertung von Gebäuden und deren Sanierungspotenziale möglich. Bild: TUM
GIS: Gratis-Download

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3D-Geodaten für die Energiewende

Geo-Infos kennt die Energiebranche zur Doku-Zwecken. Jetzt erlaubt 3D ganz neue Analysen, wie ein Gratis-Leitfaden zeigt.

Geo-Informationen sind für die Energiebranche nichts Neues: Wer Kraftwerke und Stromleitungen betreibt, dokumentiert seine Anlagen schon lange mit digitalen Karten. Doch die Energiewende stellt die Branche vor zahlreiche neue Fragen. Und Geoinformationssysteme (GIS) wandeln sich aktuell vom Dokumentations- zum Analysewerkzeug.

Dreidimensionale Geodaten sind dabei neu, versprechen noch mehr Möglichkeiten, stehen aber noch am Anfang ihres praktischen Gebrauchs. Welche Chancen sie bieten und was heute schon machbar ist, zeigt der jüngste Leitfaden des Runden Tisches GIS e.V.

Wo 3D-Geoinformationen helfen können

Für zahlreiche Planungsentscheidungen werden heute vor allem „integrierte“ Datengrundlagen benötigt. Zahlreiche Einzelaspekte müssen letztlich gemeinsam betrachtet und analysiert werden, sollen die jeweiligen großen und kleinen Planungsvorhaben breite Akzeptanz finden. Dafür bieten sich „intelligente“ 3D-Geodaten an, zum Beispiel für Analysen der Wirtschaftlichkeit, des Natur- und Tierschutzes, der örtlichen Demographie, des Gebäudebestands, der Struktur vorhandener Versorgungsnetze, des jetzigen und künftigen Energiebedarfs, des regionalen Potenzials für Solarenergie oder Energieeinsparungen durch Gebäudesanierungen.

3D-Modelle statt reiner 3D-Grafik

„Intelligente 3D-Geodaten“ sind mehr als hübsche Visualisierungen. Einem dreidimensionalen Objekt wie zum Beispiel einer einzelnen Hauswand oder auch einem kompletten Wohnblock können beliebige Informationen zugeordnet werden – etwa Baujahr, Dämmwert.

Eine solche „Semantik“ erlaubt automatisierte großflächige Analysen: Wie hoch ist der Energiebedarf von Gebäuden, Siedlungen und ganzen Städten? Wie hoch das Potenzial für Solarenergie, wenn man Wetterdaten, Dachformen und gegenseitige Verschattungen berücksichtigt? Wie wirken Windparks und Überlandleitungen in der Landschaft? Welche alternativen Standorte und Trassen sind möglich?

Leitfaden von 60 Autoren aus Hochschulen, Behörden und Unternehmen

Insgesamt haben 60 Autoren ihr Wissen in diesem Leitfaden zusammen getragen. Wissenschaftler unter anderem von der Technischen Universität (TU) München, der Hochschule für Technik (HfT) Stuttgart und der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich berichten über ihre aktuellen praxisbezogenen Forschungen. GIS-Anbieter und Energieversorger stellen ihre Projekte in 18 Praxisbeispielen vor.

Dazu gibt es einen knappen, aber kompletten Überblick zu den aktuellen Rahmenbedingungen, etwa die gesetzlichen Vorgaben zur künftigen Energieversorgung und der aktuelle Stand der Technik in Sachen 3D-Daten bei Stadt- und Landschaftsmodellen sowie Infos zu ihrer Verfügbarkeit durch öffentliche und private Datenanbieter.

Handbuch als Inspirationsquelle

Der Leitfaden ist dabei nicht als Lehrbuch konzipiert, sondern will als Handbuch die Phantasie von Planern und Entscheidern anregen, mit 3D-Geoinformationen neue Lösungswege für ihre Fragestellungen zu beschreiten und dabei von vorhandenen Erfahrungen zu profitieren.

„Im Grunde geht es darum, mit den 3D-Experten auf der einen Seite und den Vertretern der Energiebranche auf der anderen Seite zwei ganz unterschiedliche Business- und Wissenswelten zusammenzubringen, die sich gerade erst begegnen“, beschreibt es Philipp Willkomm von der Firma Moss, zugleich Sprecher des Kompetenzpools 3D++ und 2. Vorsitzender des Runden Tisches GIS.

„Die Energiewirtschaft entwickelt bei ihren Themen häufig noch keine Phantasie in Sachen 3D-GIS, weil sie die Möglichkeiten kaum kennt“, erklärt Willkomm. „Und die 3D-GIS-Experten kennen die Fragen und Prozesse der Energiewende nicht gut genug, um praxisnahe Lösungen zu entwickeln.“ Das wolle man ändern. (kk)

Kostenfreier Download

Der Leitfaden steht als kostenfreier Download unter www.rundertischgis.de/leitfaden-3d bereit.

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