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Gasturbinn wie die in Großbritannien gefertigte Siemens SGT 400 Gasturbine sollen helfen, die wachsende Stromnachfrage in Zukunft zu decken. Bild: Siemens
Power & Gas

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Stromnachfrage stemmen

Auf dem World Energy Congress 2016 in Istanbul gab Siemens Anreize, der wachsenden Stromnachfrage Herr zu werden.

Auf dem World Energy Congress in Istanbul zeigte ein neuer Bericht des Weltenergierats, dass sich die Stromnachfrage bis 2060 verdoppeln könnte (Energy 2.0 berichtete). Willi Meixner, CEO der Divsion Power and Gas bei Siemens erklärte deshalb, es sei zwingend notwendig, in einer digitalisierten Welt Ressourcen, Kapital und Menschen eng zusammen zu bringen. In Istanbul beschrieb Meixner die Herausforderung einer bezahlbaren, verlässlichen und sauberen Stromversorgung mit möglichst niedrigen CO2-Emissionen.

Herausforderung Strom

Mehr als 55 Staaten haben inzwischen das Abkommen des Pariser Weltklimagipfels ratifiziert. Neben dem Erreichen der Klimaziele sollen möglichst viele Menschen Zugang zu Strom erhalten. Derzeit hat rund eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu elektrischer Energie; hinzu kommt, dass nach Schätzungen der Vereinten Nationen die Weltbevölkerung zur Mitte des Jahrhunderts auf bis zu 9,5 Milliarden Menschen steigen soll. Meixner verdeutlichte die Herausforderung: „Um alle Menschen in Zukunft verlässlich mit bezahlbarer elektrischer Energie zu versorgen, müssen wir in den nächsten 35 Jahren den dreifachen Energieverbrauch von China in unsere Energiesysteme integrieren.“

Die steigende Nachfrage nach effizient erzeugtem Strom wird zu einem deutlichen Ausbau der globalen Kapazitäten führen. Siemens zufolge werden bis 2030 fast die Hälfte der zusätzlich benötigten Kapazitäten auf dezentrale Energiesysteme entfallen und die Bedeutung von Windenergie und der Photovoltaik wird wachsen. Allerdings wird der Ausbau erneuerbarer Energien alleine nicht ausreichen: „Bei dem steigenden Bedarf werden wir die gesteckten Klimaziele nur erreichen, wenn wir die bereits existierende Kraftwerksflotte Schritt für Schritt von Kohle auf Gas umstellen“, betonte Meixner. „Würden wir den Schalter umlegen und weltweit alle Kohle- durch Gaskraftwerke ersetzen, so würde sich der CO2-Ausstoß um 40 Prozent verringern.“

Gas als Helfer

Auch aus wirtschaftlicher Sicht sei eine solche strukturelle Veränderung sinnvoll: So gehen Experten davon aus, dass der Gaspreis bis mindestens 2025 auf dem gegenwärtig niedrigen Niveau bleiben wird. Gleichzeitig können durch Erdgasverflüssigung (Liquefied Natural Gas = LNG) auch solche Regionen Gas als Energieträger einsetzen, in denen eine Anbindung per Pipeline nicht sinnvoll ist. Siemens stellte in Istanbul unter anderem vor, wie ein Konfigurator den richtigen Antrieb in LNG-Anlagen ermittelt. Mit diesem Tool können Anlagenbetreiber den für ihren individuellen Prozess effizientesten Antrieb auswählen. Analysiert werden Dampfturbinen, industrielle und aeroderivative Gasturbinen sowie E-Motoren. Hintergrund: Die Verflüssigung von Erdgas ist ein energie- und kostenintensiver Prozess. Zwischen 30 und 40 Prozent der gesamten LNG-Kosten entfallen auf die Verflüssigung. Unkonventionelles Gas hat Potenzial, den herkömmlichen Energiemix weiter zu verändern. In den USA hat dies bereits zu einer Rekordauslastung der installierten Flotte an Siemens-Gasturbinen geführt.

Um alle Energiequellen zu integrieren, ist der Ausbau der bestehenden Verteilnetze in sogenannte Smart Grids unverzichtbar. Hierfür errichtet Siemens derzeit ein Photovoltaik-Bioenergie-Hybridkraftwerk auf Isabela, der größten Galapagos-Insel. Zum Projektumfang gehören eine Photovoltaikanlage, eine Anlage, die sowohl mit Jatrophaöl als auch Dieselkraftstoff betrieben werden kann, und ein Energiespeichersystem mit einer Speicherkapazität von 3,3 Megawattstunden.

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