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Elektronischer Energiemanager: Mit Hilfe von Software lassen sich Effizienzziele im Unternehmen organisiert in die Tat umsetzen.

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ISO 50001: Alle Stellräder im Griff

Text: Dr. Peter Günther, Berg Foto, Grafik: JoKMEdia/iStockphoto Laurent Renault, Berg
Zur Steigerung der Energieeffizienz in Unternehmen sieht die jetzt eingeführte Norm ISO 50001 ein Energiemanagementsystem als kontinuierlichen Verbesserungsprozess vor. Dieses muss Messtechnik, kaufmännische Auswertungen und die Abbildung des Management-Prozesses verzahnen. Software kann dabei helfen, diese drei zentralen Felder abzubilden und erzielte Energieeinsparungen nachzuweisen.

Eine Zertifizierung nach der internationalen Norm ISO 50001, die am 24.April 2012 die europäische DIN EN 16001 ablöst, ist bindend für energieintensive Unternehmen. Nach heutiger Definition sind das Unternehmen ab einem Energiejahresverbrauch von 1GWh pro Jahr. Ab diesem Verbrauch ist eine anteilige Rückerstattung der EEG-Umlage bei Nachweis von Einsparmaßnahmen möglich. Ab 10 GWh muss ab 2013 eine Zertifizierung nach ISO 50001 vorliegen.

Heute schon und zukünftig noch verstärkt wird diese Norm für kostenminimalen Energieverbrauch, Steuervorteile, höhere Wettbewerbsfähigkeit sowie eine positive Außendarstellung in allen Unternehmen eine immer wichtigere Rolle spielen. Ein Softwareprodukt, das den Prozess nach der ISO 50001 als sogenanntes organisatorisches Energiemanagement zusätzlich zu den messtechnischen und kaufmännischen Aspekten des Energiemanagements abbildet, kann die Unternehmen dabei erheblich unterstützen. Ist diese Software als Intranet-Portal konzipiert, wird sie zur Dreh- und Angelscheibe für alle Aspekte des modernen Energiemanagements. Zudem sinkt der firmeninterne Aufwand für die Hebung von Einsparpotenzialen, von nachweispflichtigen Steuererleichterungen und für die Zertifizierung des Unternehmens signifikant.

Normenkonformes Energiemanagement

Viele Softwarehersteller überlegen derzeit, wie ihr Produkt die ISO 50001 als Management-Prozess am besten unterstützen kann. Die Software Energo+ von Berg bildet diesen Prozess zum Beispiel in Form einer Online-Wissensplattform ab (siehe Abbildung rechts oben), die vergleichbar etwa mit Wikipedia ist und durch Checklisten und Vorlagen ergänzt wird. Die Seiten zur ISO 50001 lassen sich dabei frei gestalten, unternehmenseigene Informationen und Dokumente integrieren und verwalten.

Der Aufbau orientiert sich klar am „Plan-Do-Check-Act Zyklus (PDCA) und ist an den Leitfaden „DIN EN 16001: Energiemanagementsysteme in der Praxis“ des Umweltbundesamtes angelehnt. Dieser bietet Handlungsempfehlungen, Checklisten und Beispiele zur Einführung eines zertifizierten Energiemanagementsystems. In der Software bilden Verbrauchs- und Kostenauswertungen sowie die Darstellung von Unternehmenskennzahlen (Energy Key Performance Indicators, EnPI) einen Schwerpunkt. Auch stehen alle für eine Zertifizierung erforderlichen Dokumente und deren Entwicklungshistorie an zentraler Stelle zur Verfügung.

Verbrauchsmessungen als Kennzahlenbasis

Getreu dem Motto „You can‘t manage, what you don‘t measure“ sind bei einem Energiemanagementsystem die Messungen von entscheidender Bedeutung. Erst mit Messdaten lasen sich Ziele vorgeben, nachverfolgen und erreichen. Deshalb sammelt die Software Daten aus verschiedenen Quellen. So werden Zähler unterschiedlicher Medien über hauseigene oder handelsübliche Datenlogger automatisch fernausgelesen. Besonders das Erfassen von MBus-Zählern über die Datenlogger vom Typ BHE, BLon-Smartserver oder Skalar hat sich hier bewährt.

Dabei wird der BHE gerne für die klassische MBus-Zählerfernauslesung im Intranet, der BLon für anspruchsvolle Erfassungsaufgaben bis hin zur Minutenerfassung und der Skalar für die Zählerfernauslesung in dezentral verteilten Liegenschaften eingesetzt.

Gebäude- oder Prozessleittechniken lassen sich über viele Wege ebenfalls abfragen. Zudem erlaubt die Verknüpfung echter Messdaten zu berechneten Messdaten die tabellarische und grafische Aufbereitung von EnPI-Auswertungen, die einen wesentlichen Teil des Energiemanagementsystems ausmachen.

Beispielsweise könne Produktionszahlen erfasst oder importiert und mit dem benötigten Energieaufwand in Beziehung gesetzt werden. Diese spezifischen Kenngrößen dienen dann als Ausgangsbasis für die Zielvorgabe der Unternehmensleitung. So wird die Effizienzsteigerung sichtbar, die Wettbewerbsvorteile ermöglicht, denn eingesparte Energiekosten sind direkt ergebnisrelevant.

Zertifizierung

Das Modul ISO 50001 wurde zusammen mit Beratungsbüros für Managementsysteme entwickelt, die entweder Unternehmen bei der Einführung eines zertifizierten Energiemanagementsystems begleiten oder diese zertifizieren. Zusätzlich förderte das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die Entwicklung im Rahmen eines ZIM-Solo-Projektes. Die Software Energo+ erfüllt die Anforderungen des TÜV-Süd-Standards „Zertifiziertes Energiedatenmanagement“

Softwareprodukte, die als Intranet-Portal das industrielle Energiemanagement technisch, kaufmännisch und prozessorientiert abbilden, helfen bei der Umsetzung von Energiemanagementsystemen. Unternehmen können damit Einsparpotenziale realisieren, steuerliche Vorteile wie den Spitzensteuerausgleich nutzen und darüber hinaus durch die Zertifizierung eine positive Außendarstellung erreichen.

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