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Digitalisierung: Amazon hat sich vom Buchhändler zum Infrastrukturanbieter entwickelt. Wie können auch Energieversorger ihre bestehenden Fähigkeiten in einer digitalen Welt monetarisieren? Bild: Lünendonk/Screenshot
Digitalisierung

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Energieversorger müssen ihre IT neu erfinden

IT-Prozesse sind noch nicht auf Digitalisierung ausgelegt

Die Energieversorgungsunternehmen (EVU) sind durch die Öffnung und Regulierung des Energiemarktes sowie die schrittweise Umstellung auf erneuerbare Energien gezwungen, ihre Unternehmensstrategien neu auszurichten. Der Trend zur Digitalisierung verstärkt die Notwendigkeit, die Strukturen und Abläufe anzupassen und zu verbessern, neue Technologien zu nutzen und vor allem stärker als bisher kundenorientiert zu agieren.

Mit den zukünftigen Herausforderungen der Branche hat sich das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk beschäftigt. In seinem Dossier „Future Utility 2030 – Energieversorger auf dem Weg in eine neue Zukunft“ hat das Unternehmen zentrale Handlungsempfehlungen für die Branche veröffentlicht. Fachliche Unterstützung haben dabei die Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen Detecon, Gisa sowie M3 gegeben, die mit eigenen Fachbeiträgen ebenfalls Position zu den veränderten Anforderungen der Energiebranche beziehen.

Technologische Anforderungen sind komplex und vielschichtig

Vor allem auf der Technologieseite treiben die Energieversorger zwei wesentliche Themen. Auf der einen Seite steht die massive Zunahme an strukturierten, aber insbesondere unstrukturierten Daten. Diese entstehen durch die Überwachung der Energieerzeugung und der Netze in Echtzeit, die Machine-to-Machine-Kommunikation, die Nutzung von Online-Portalen und Apps sowie die Anbindung der Service-Techniker an die Unternehmensanwendungen durch mobile Endgeräte. Einen großen Schub wird es zudem künftig durch Smart Grid und Smart Metering geben. Bis 2022 sollen 80 Prozent der Privathaushalte in Deutschland mit intelligenten Zählern ausgestattet sein. Für Neubauten und Grundrenovierungen ist der Einbau von Smart Meter bereits seit 2010 vorgeschrieben.

Auf der anderen Seite sind die klassischen Energie-Prozesse wie Abrechnung, Anlagenmanagement, Produktionsplanung und -steuerung oder Vertrieb bereits heute von den IT-Prozessen abhängig und werden von ihnen gesteuert. Während aber in den einzelnen Fachprozessen bereits Fortschritte bei der Digitalisierung gemacht wurden, haben Energieversorger laut Dossier große Schwierigkeiten bei der Verknüpfung der Fach- und IT-Prozesse und der Integration. „Hier müssen Silo-Strukturen schnellstmöglich aufgelöst und durch Standards und Automatisierung Wettbewerbsvorteile geschaffen werden“, fordern die Autoren des Branchendossiers.

Mit intelligenten Konzepten Kunden binden

Eine bedeutende Rolle im Verdrängungsmarkt wird künftig spielen, wer die Kundenbedürfnisse am schnellsten und am besten versteht und es schafft, mit intelligenten Konzepten Mehrwerte für seine Kunden zu generieren und sie damit an das Unternehmen zu binden. Wer hier aber nicht flexibel und schnell auf die veränderten Anforderungen reagiert, wird wohl langfristig vom Markt verschwinden. Daher werden auch Kooperationen mit Technologie-Unternehmen wie Cisco, Google, Intel oder Apple für Energieversorger in Zukunft überlebenswichtig sein. Denn diese IT-Konzerne positionieren sich immer stärker auf dem Zukunftsmarkt für „Smart Home“, also der intelligenten Gebäudesteuerung, sowie in der Datenübertragung mit mobilen Endgeräten und Cloud Computing.

Business muss IT besser verstehen und nutzen!

Für Energieunternehmen gibt es auf dem Weg zur digitalen Transformation noch viele Herausforderungen zu bewältigen. Ein Schwerpunkt liegt derzeit auf der Modernisierung der IT-Systeme durch Standardisierung, der Nutzung von Virtualisierungstechnologien sowie einem stärkeren Outsourcing der IT-Infrastruktur. Durch diese Maßnahmen soll die Effizienz sowie die Qualität der IT-Unterstützung für die Fachprozesse verbessert sowie in der IT gebundenes Kapital für IT-Innovationen freigemacht werden.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die engere Zusammenarbeit zwischen Business und IT. Hierfür sind eine Top-Management-Attention sowie die stärkere Einbindung des CIOs (Chief Information Officer oder Leiter Informationstechnologie) in strategische Fragestellungen zwingend notwendig. Denn im Zuge der Digitalisierung haben fast alle neuen Strategien einen Bezug zur IT, spätestens dann, wenn Datensicherheitsaspekte oder die Integration neuer Technologien und Abläufe in die bestehenden IT-Prozesse berücksichtigt werden müssen.

Gleichzeitig ändern sich aber auch die Anforderungen an die Zusammenarbeit mit externen Beratungs- und IT-Dienstleistern. Die bisherigen IT-Dienstleister bringen nicht immer die benötigten Kompetenzen hinsichtlich der Konzeption und Umsetzung der neuen Themen mit wie virtuelle Kraftwerke, Smart Metering oder Big Data. „EVU benötigen Dienstleistungspartner, die sowohl die physikalischen und energiespezifischen Themen beherrschen als auch die klassische IT-Welt gut kennen. Vor allem kommt es darauf an, wie gut sie beide Welten miteinander verzahnen können“, beschreibt Mario Zillmann, Leiter Professional Services bei Lünendonk, die Veränderungen in den Sourcing-Strategien.

Das Branchendossier steht auf www.luenendonk-shop.de kostenfrei zum Download bereit. (ckd)

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