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Blendwirkung: Auf jeden Fall lästig, aber nicht immer gefährlich. Bild: republica / iStockphoto
Unterschätztes Sicherheitsrisiko

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Autsch: Das geht ins Auge

Gleißende Reflektionen von PV-Anlagen werden oft erst beachtet, wenn die Anlagen stehen. Blendgutachten können auch dann noch helfen.

Wenn Photovoltaikanlagen das „Fahren auf Sicht“ und Erkennen von Signalen im Verkehr behindern, sind die Blendungen nicht nur lästig, sondern ein Sicherheitsrisiko. Errichter und Investoren beauftragen daher immer wieder Gutachten für geplante PV-Anlagen. Dies zum Beispiel für Anlagen in der Nähe von Flughäfen, wo es insbesondere um die Berechnung der potentiellen Blendung beim Anflug und im Tower geht.

In vielen Fällen kann jedoch nach Aufnahme der Gegebenheiten vor Ort und detaillierter Berechnung des Blendverhaltens laut Encome Energy Performance Entwarnung gegeben werden. Zum Beispiel wenn eine Blendung stattfindet, die Sonne aber zum Blendzeitpunkt in derselben Richtung wie die blendende PV-Anlage steht.

„Die Blendwirkung durch die Photovoltaikanlage wird dabei nicht wesentlich vergrößert“, erläutert DI Jakob Zehndorfer, Vertriebsleiter bei Encome Energy Performance und gerichtlich beeideter Sachverständiger für Photovoltaik.

Auf die Frage nach Blendung wird in den meisten Fällen keine Ja/Nein-Antwort gefunden. Beinahe jede Glasoberfläche wird an bestimmten Orten zu bestimmten Zeiten blenden. Die Frage sei nur, ob diese Blendung von den betroffenen Parteien als störend empfunden wird oder ob sie vergleichbar mit dem normalen Sonnenlicht zu diesem Zeitpunkt ist.

Was ein Blendgutachten leisten sollte

Wer bei Schönwetter aus einem Flugzeug blickt, kennt die vielen leuchtenden Punkte am Boden, die meist Reflektionen auf Dachfenstern, glasierten Dachziegeln oder Autoscheiben sind. Diese sind für einen Piloten normalerweise irrelevant, solange er nicht nahe eines solchen Punktes landen muss. Ein gutes Blendgutachten berechnet daher nicht nur die Stärke, den Zeitpunkt und die Richtung der Blendung, sondern geht auch auf den Zustand und die Bedürfnisse des Geblendeten (zum Beispiel des geblendeten Piloten) ein. Die Berechnung liefert dann die Daten, die in grafischer oder Zahlen-Form dargestellt werden.

Des Weiteren sollte ein Blendgutachten in Fällen, wo die PV-Anlage schon fertiggestellt ist und Blendung verursacht, effektive blendreduzierende Maßnahmen vorschlagen. Wände, Zäune und Bäume können hier ebenso Abhilfe schaffen, wie lokale Verschattungsmaßnahmen.

Ein Praxisbeispiel

Durch Reflektion kam es beispielsweise in der Nähe eines Bahngleises in den Morgenstunden zu so starkem Gegenlicht, dass der Lokführer ein Haltesignal nicht mehr erkennen konnte. Die vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen umfassten lokale Abschattungen, ein Signalschild, das Versetzen des Signals und andere Maßnahmen, die nun in Kosten und Akzeptanz von den beteiligten Parteien evaluiert werden. (kk)

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