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UL-Listed CMG zertifiziertes Profinetkabel Bild: Helukabel
UL-Zertifizierung

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Zulassung allein reicht nicht

Text: Angela Struck für Helukabel
UL ist nicht gleich UL: Daher sollte die Auswahl der Zulassungsart für elektrische Leitungen wohl überlegt erfolgen. Da es zu erheblichen Problemen kommen kann, empfiehlt ein Kabelhersteller, dass sich die verantwortlichen Mitarbeiter zunächst mit den Zulassungen beschäftigen, bevor sie die Kabel für ihre Maschinenkonstruktion auswählen.

Der nordamerikanische Markt ist ein wichtiger Absatzmarkt für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau und fordert eine UL-Zulassung. Es kann entweder eine Maschine als Ganzes UL-zugelassen werden oder alle verwendeten Einzelkomponenten haben eine UL-Kennzeichnung. Der zweite Weg erleichtert die Abnahme im Allgemeinen.

Underwriters Laboratories, kurz UL, wurde 1894 als unabhängige Organisation gegründet. Sie untersucht und zertifiziert Produkte hinsichtlich ihrer Sicherheit. „Unsere Kunden fordern oft eine UL-Zulassung, ohne die Inhalte sowie Vor- und Nachteile der einzelnen Zulassungsarten zu kennen“, beschreibt Horst Messerer, Produktmanager Daten- Netzwerk- & Bustechnik bei Helukabel, ein grundsätzliches Problem. Generell erleichtert eine UL-Zulassung den Eintritt in den kanadischen und US-amerikanischen Markt, da damit eine grundlegende Akzeptanz vorhanden ist. Jedoch gibt es große Unterschiede in den einzelnen Zulassungsarten und deren Behandlungen durch die Prüfer.

Problem vorprogrammiert

Horst Messerer erläutert die Problematik anhand eines typischen Beispiels: „Ein Maschinenbauer stellt in einer Fabrikhalle mehrere Maschinen auf. Diese werden mit einer Schleppkettenleitung mit PUR-Mantel verkabelt, welche eine Zulassung UL-Recognized AWM Style oder UL-Listed CMX besitzt. PUR ist ein hervorragender Werkstoff für permanent bewegte Leitungen mit langer Standzeit und langer Lebensdauer. Aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung ist das Material aber nicht hoch flammwidrig. Für die Verkabelung innerhalb der Maschine eignet sich dieses Kabel zwar sehr gut, nicht aber sobald die einzelnen Maschinen miteinander verbunden werden. Dann ergibt sich folgendes Problem: Die Leitungen werden beispielsweise am Boden in Kabelschächten oder über Kabeltragschienen verlegt. Diese Verlegart fällt unter die Gebäudeverkabelung (CM/CMG), die einen Bündelbrandtest erfüllen muss. Bei der sogenannten Pritschenverlegung verlangen die Amerikaner eine hohe Flammwidrigkeit. Der prüfende Fire Marshal wird somit die Verkabelung in der Maschine abnehmen, nicht aber die Verkabelung zwischen den Maschinen. Dann muss das verbaute Kabel komplett oder teilweise wieder ausgebaut und durch beispielsweise eine Version mit PVC-Mantel und UL-Listed CMG ersetzt werden.“

Lichtung und Dschungel zugleich

Grundsätzlich wird unterschieden zwischen der UL-Listed Norm und dem Prüfsiegel UL-Recognized: „UL-Listed Norminhalte sind allgemein bekannt. Damit genießt die Norm für die Verkabelung in Gebäuden, von Werksausrüstung und Feldverkabelung der Maschinen und Anlagen eine höhere Akzeptanz bei den Prüfern“, erklärt Messerer. „Der Prüfer hat die ständig wiederkehrenden Normen sogar meist im Kopf und kann so eine schnellere Entscheidung bei der Abnahme treffen.“ Für den Maschinen- und Anlagenbauer ergeben sich Zeiteinsparungen und geringere Prüf- und Abnahmekosten.

Hinter UL-Recognized verbergen sich hunderte AWM-Styles (Appliance Wiring Material), die unter der sogenannten Yellow Card (Ausweis von UL, der die vorhandenen AWM-Styles eines Herstellers ausweist) zu finden sind. Diese Zulassungsart ist vergleichbar mit der VDE-Registernummer. Die Vergabe der Zulassung erfolgt folgendermaßen: Ein Produkt für die Maschinen-/Geräteverdrahtung wird mit Angaben zur Applikation bezüglich Spannungsebene, Flammwidrigkeit, Temperaturbereich bei UL eingereicht. Die Behörde prüft dieses Produkt hinsichtlich der Anforderungen und erteilt dann einen vorhandenen AWM-Style, wenn die Paramater passen. Ist das nicht der Fall, wird ein neuer AWM-Style erlassen.

Aufgrund der Vielzahl der Styles weiß der Prüfer nicht auf Anhieb, welche Klassifizierungen sich jeweils dahinter verbergen. Er muss nachschauen, was bei 50 bis 80 verschiedenen Kabeln pro Maschine sehr aufwendig werden kann. Dabei stößt er gegebenenfalls auf ein Kriterium, das die Abnahme verhindert. Der Kunde muss dann umrüsten und erneut eine Zulassung bewirken. Das kostet Zeit und ist teuer.

Empfehlung des Herstellers

„Der Einkäufer oder Techniker sollte sich immer zuerst für die Norm entscheiden, weil die Norm auf dem Kabel einfacher zu prüfen ist und die Abnahme schneller erfolgt“, so der Produktmanager und rät weiter: „Erst wenn er hier nicht fündig wird, kann er sich bei den AWM-Styles umschauen. Mit einem Produkt nach Norm hat er den Prüfer auf seiner Seite, weil er ihm quasi die AWM-Recherche erspart.“ AWM-Styles haben auch Vorteile: Sie sind auf die Anwendung zugeschnitten, denn nicht alle Applikationen lassen sich in die UL-Norm pressen.

Praktisches Beispiel: Schleppkettenleitung

Eine Schleppkettenleitung soll in UL ausgeführt werden. Dafür können standardmäßig zwei Qualitäten gewählt werden: PUR und PVC. Die PVC-Qualität kann als CM- oder CMG-Listed ausgeführt sein. Die PUR-Qualität lässt sich in einen AWM-Style oder als CMX-Listed ausführen. Letztere Version erfüllt aber nur den Einzelkabelbrandtest, somit ergibt sich brandtechnisch kein Vorteil. Während der Prüfer bei der CMX Norm sofort die relativ schwache Brandprüfung kennt, muss er beim AWM-Style nachschauen. Kommt nun die CMG-Schleppkettenleitung mit PVC-Mantel zum Einsatz, wird diese Leitung in der Kette zwar nicht so lange halten wie die PUR-Leitung. Das Kabel lässt sich aber auch in der Pritsche verlegen und der Prüfer wird das abnehmen.

UL-Listed bei Datenleitungen

Datenleitungen werden in der Norm UL444 beschrieben. Je nach Anwendungsfall und Flammwidrigkeit gibt es in den einzelnen Kapiteln die Normzuordnung CMP, CMR, CM, CMG und CMX nach den jeweiligen Kriterien für Datenleitungen. Helukabel hat für diverse PVC Ausführungen CM oder CMG UL-Listed (Bündelbrandtest) aber auch AWM Style UL-Recognized (vertikaler oder horizontaler Einzelbrandtest) im Portfolio. Dasselbe gilt für FRNC (Flame Retardant Non-Corrosive) Ausführungen. Für die PUR-Ausführungen stehen CMX-UL-Listed oder UL-Recognized zur Verfügung. Beide sind nur mit vertikalem oder horizontalem Einzelbrandtest möglich.

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