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Wetterfeste Gehäuse

Text: Markus Nerge, Lohmeier Foto: Philipp83, Lohmeier
Die zentrale Frage hinter jedem Schaltschrank oder Gehäuse lautet: Wie kann die Elektronik vor den jeweiligen Umgebungsbedingungen geschützt werden? An unterschiedlichen Einsatzorten lauern unterschiedlichen Gefahren, die im schlimmsten Fall zum Maschinenstillstand führen.

Der Gehäusehersteller Lohmeier kennt die unterschiedlichen Anforderungen der Umgebung an einen Schaltschrank: „Unsere Stärke liegt im bedarfsgerechten Modifizieren dieser Gehäuse“, so Vertriebsleiter Dirk Mücke. Wer glaubt, Outdoor-Gehäuse müssten einfach nur etwas dichter sein als das Indoor-Repertoire, der irrt. Natürlich spielt die Dichtigkeit eine entscheidende Rolle, aber der immer noch weit verbreitete Gedanke, dass mit steigender IP-Schutzklasse auch die Tauglichkeit für den Außeneinsatz steigt, ist schlichtweg falsch. Die Dichtigkeitsprüfungen zum Einteilen in die IP-Schutzklassen finden unter genormten Laborbedingungen statt und schaffen eine Vergleichbarkeit der Gehäuse untereinander. Oft haben sie mit der alltäglichen Realität jedoch wenig zu tun.Der Schutz gegen unbefugtes Öffnen oder Vandalismus ist sehr wichtig bei Gehäusen und Schaltschränken, die im Außenbereich installiert sind. Aber sie sind auch einem weitaus unberechenbareren Faktor ausgesetzt: dem Wetter. Wechselnde Temperaturen und Jahreszeiten führen zum Altern der verbauten Materialien. Besonderes Augenmerk muss auf die Dichtungen gelegt werden, da UV-Strahlung im Laufe der Zeit dem Dichtungsmaterial stark zusetzt. Ein anderer Effekt, ist Unterdruckbildung im Gehäuse als Folge hoher Temperaturunterschiede, zum Beispiel von Nacht zu Tag oder Sonnenschein zu Regenschauer. Wenn nicht durch eine spezielle Verschraubung permanent für einen Druckausgleich gesorgt wird, kann Umgebungsluft angesaugt werden, was durch defekte Dichtungen verstärkt wird. Die in der angesaugten Luft enthaltene Feuchtigkeit kann im Gehäuseinneren kondensieren und im Schaltschrankinneren installierte elektronische Komponenten beschädigen.

Unterschiede drinnen und draußen

Mit solchen Widrigkeiten hat man innerhalb einer Fertigungshalle eher nicht zu kämpfen. Der Unterschied zu Indoor-Anwendungen liegt häufig vielmehr darin, dass hier unter Umständen schon die Höhe der Dichtigkeitsklasse entscheidend ist. In solchen Umgebungen hat man es nicht selten mit herumspritzenden Kühl- oder Schmierflüssigkeiten, ölhaltiger Luft oder metallischen Stäuben zu tun. Weder die Flüssigkeiten noch die leitenden Stäube dürfen in den Schaltschrank gelangen: Beide könnten sich auf den verbauten elektronischen Bauteilen absetzen und diese nachhaltig beschädigen. Erschwerend kommt hinzu, dass durch steigende Bauteil-Packdichte im Schrank, steigende Verlustleistungen sowie hohe Umgebungstemperaturen in den Produktionshallen die Temperatur innerhalb des Gehäuses so ansteigen kann, dass Klimatisierungsmaßnahmen notwendig werden - diese reichen von kleinen Innenlüftern bis hin zu komplexen Rückkühlanlagen. Häufig sind Filterlüfter ausreichend, wenn es die Umgebungstemperatur zulässt. Sonst kommen Kühlgeräte zum Einsatz, die aktiv eingreifen und das Innenleben kühlen können. Beide Maßnahmen dürfen dabei allerdings die Schutzart des Schranks nicht verringern. Bei all diesen Unterschieden zwischen Indoor- und Outdoor-Anwendungen, gibt es allerdings auch viele Gemeinsamkeiten. Stabilität und Montagefreundlichkeit sind ein Muss, drinnen wie draußen.

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