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Neue Kabel für mehr Sicherheit

Text: Judy Lim und Jürgen Beck, Lapp Foto: cookelma, Lapp
Komplexe Überwachungs- und Sicherheitssysteme in Industrie- und Verkehrsinfrastrukturen erfordern immer größerer Datenübertragungen. Deshalb lösen Lichtwellenleiter zunehmend Kupfer- und Koaxialkabel ab. Ein neues Modell sorgt dafür, dass im Brandfall 90 Minuten lang weiter Daten übermittelt werden. So kann das Kabel Informationen und Menschenleben retten.

Ob in U-Bahnschächten, in Bergwerken, öffentlichen Gebäuden oder auf Ölbohrinseln - zahlreiche Orte, an denen sich viele Menschen aufhalten und die über eingeschränkte Zu- und Ausgänge verfügen, erfordern hohe Sicherheits- und Brandschutzvorkehrungen. Zu diesem Zweck werden zunehmend Gebäudeautomatisierungssysteme, Überwachungsanlagen sowie Systeme zum Gefahren-Management installiert. Feuerbeständige Kabel sind wichtig, um Systeme zu verbinden, Brände zu erkennen und zu löschen, aber auch, um Gebäude während eines Brandes zu überwachen und sicherzustellen, dass Aufzüge oder automatische Türen weiterhin funktionieren.

Volle Funktionalität bei einem Brand

Mithilfe verschiedener nationaler und internationaler Normen bezüglich der Brandeigenschaften und der Feuerbeständigkeit von Kabeln kann man eine Risikoeinschätzung verschiedener Kabeltypen vornehmen. Die wichtigste internationale Norm zur Feuerbeständigkeit ist IEC 60331 mit verschiedenen Einzelstandards, je nachdem ob es sich um ein Starkstrom-, Daten-, Kommunikations- oder Glasfaserkabel handelt. Hierbei wird getestet, ob die Kabel auch unter Flammeneinwirkung weiter ihre Funktion erfüllen.

Traditionell wurden für die Kommunikation zwischen den verschiedenen Komponenten von Überwachungs- und Sicherheitssystemen Kupferkabel verwendet, doch ist die zu verarbeitende Datenmenge deutlich gestiegen. Hohe Bandbreiten und schnelle Übertragungsraten sind nötig für einen immer größeren und schnelleren Datentransfer.

Lichtwellenleiter statt Kupfer- und Koaxialkabel

So sind heute bei diesen Anwendungen bereits häufig Lichtwellenleiter statt Koaxial- und Kupferdatenleitungen in Gebrauch, da sie große Datenmengen über weite Distanzen transportieren können. Sie nutzen dazu Infrarot- oder Laserlicht als Übertragungsmedium. Elektromagnetische Störungsfelder sind kein Problem, weil es keine Metalle oder elektrische Signale gibt, die eine solche Interferenz hervorrufen könnten.

Lapp stellte jüngst ein neues Spezialkabel aus der Reihe der Hitronic-Lichtwellenleiter für den Bereich der Brandsicherheit vor. Das Konzept für diesen Leiter wurde entwickelt, nachdem ein internationaler Kunde Interesse an der Entwicklung eines Koaxialkabels für den Einsatz in Transporttunnels gezeigt hatte, über welches jederzeit Kommunikationssignale ausgetauscht werden können, wenn Fahrer oder Notfalleinrichtungen gewarnt werden müssen. Auf Grund des globalen Trends hin zu mehr Live-Stream-HD-Videokameras auf Straßen und in Verkehrstunnels, kam das Lapp-Entwicklungsteam zu dem Schluss, dass sich ein Glasfaserkabel am besten dafür eignen würde.

Genug Zeit für einen Rettungseinsatz

Nach zahlreichen Prüfungen verschiedener Materialkombinationen und Kabelkonstruktionen in Flammentestkammern erfüllt die Hitronic Fire nun die Anforderungen des Standards IEC 60331-25, der besagt, dass Glasfaserkabel unter Flammeneinwirkung von Temperaturen bis zu 750 °C den Funktionserhalt für eine bestimmte Zeitspanne aufrechterhalten müssen. Bisher gab es bereits Lichtwellenleiter, die dem Feuer 30 Minuten lang widerstehen. Lapp hat nun ein Modell entworfen, das über 90 Minuten lang den Flammen ausgesetzt sein kann. Ausschlaggebend für die Entscheidung war die Tatsache, dass Rettungsorganisationen oft länger als eine halbe Stunde zum Einsatzort brauchen.

Eine Stahlwellenarmierung über den Innenmantel sowie ein zusätzlicher Außenmantel aus schwer brennbarem und halogenfreiem Material sorgen in Kombination für gute Flammwidrigkeit. Da der Schutzmantel der Hitronic Fire frei von PVC und anderen halogenhaltigen Materialien ist, werden zudem nur geringe Rauchgasemissionen verursacht. Neben der kritischen Anwendung in Sicherheitssystemen kann der Lichtwellenleiter auch in schwerindustriellen Umgebungen genutzt werden, die sehr anfällig für Brände sind, wie Metallverarbeitungs- oder Keramikfabriken und auf Öl- und Gasplattformen.

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