Melden Sie sich kostenfrei an, um Artikel vollständig zu lesen...
News und Promotion-Beiträge sind ohne Registrierung kostenfrei zu lesen
Login

Passwort vergessen?
Registrieren
   

Passwort ist zu kurz (mind. 8 Zeichen).
Bild: blende64, iStock; Friedrich Lütze
Seilbahntechink

0 Bewertungen

Mit Schwung auf die Piste

Text: Reinhard Braun, Friedrich Lütze
Zum Auftakt der Skisaison in diesem Winter wurde die neue Pardatschgratbahn im österreichischen Ischgl in Betrieb genommen. Die Dreiseilumlaufbahn 3-S überwindet mit 1251 Metern den weltweit größten Höhenunterschied für eine Seilbahn ihrer Bauart. Mit einer Geschwindigkeit von 7,5 m/s ist sie zudem eine der schnellsten. Auch die technischen Details der Bahn können sich sehen lassen.

Seit 1990 war für die Wintersportler in der Skiregion Ischgl / Idalp eine Einseilumlaufbahn mit Vierergondeln im Betrieb. Aufgrund stetig wachsender Besucherzahlen war diese Seilbahn mit zwei Teilstrecken und einer Mittelstation jedoch an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Wintersportler mussten mitunter längere Wartzeiten an den Liftzugängen in Kauf nehmen. Im Winter 2014/2015 nahm darum die neue Pardatschgratbahn in Ischgl ihren Betrieb auf. Sie führt vom östlichen Ortskern ohne Zwischenstation hinauf auf den Pardatschgrat. Pro Stunde können 2800 Wintersportler mit Komfort ins Skigebiet gelangen. Die obere Sektion des alten Skilifts blieb bestehen und ermöglicht nun Abfahrten vom Pardatschgrat hinunter zur bisherigen Mittelstation. Eine Weltneuheit ist, dass die Kabinen auch während der Fahrt mit Strom versorgt werden. Bis zu drei Generatoren kommen pro Gondel zum Einsatz und versorgen diese mit Spannung. Somit können zum einen alle Sitze für 28 Fahrgäste durchgehend beheizt werden. Zum anderen ist dadurch zum ersten Mal auch Energie für Innenbeleuchtung, Beheizung und Infotafeln beziehungsweise Anzeigen vorhanden.

Leitung und Verdrahtung

Als die Anfrage von Doppelmayr eintraf, war schnelles Handeln gefragt. Innerhalb von acht Wochen entwickelten und realisierten die Ingenieure von Lütze ein funktionstüchtiges Verkabelungskonzept mit den entsprechenden Steckern und Leitungen. Eines war dabei jedoch von Anfang an klar: Bei den Anforderungen konnte nicht auf eine Standardleitung von der Stange zurückgegriffen werden. Um den Ansprüchen gerecht werden zu können, mussten bestehende Leitungen entsprechend angepasst werden. Konkret: Die neu zu entwerfende Kombileitung sollte sowohl in der Lage sein, die Spannung von den unabhängigen Generatoren in die Kabine zu leiten als auch das Signal für Thermosensoren mitzuführen.

Über zusätzliche Signalleitungen wird die Temperatur der Generatoren überwacht, um auf eine eventuelle Überhitzung derselben reagieren zu können. Wichtige Nebenbedingung: Die einzelnen Leitungen sollten aus montagetechnischen Gründen an verschiedenen Stellen steckbar sein. Die Ingenieure von Lütze setzten bei der Planung der Konfektionen auf schwere Industrie-Steckverbinder, welche für den zukünftigen Einsatz auf der Pardatschgratbahn in Frage kamen. Darüber hinaus musste ein Kompromiss zwischen Leitungsstärke, Biegeradius und maximalem Leitungsquerschnitt gefunden werden. Um den extremen Witterungsbedingungen und der hohen UV-Belastung im Hochgebirge standzuhalten, wurde die neue Leitung mit einem schwarzen, halogenfreien PUR-Mantel ausgestattet. Dieser erlaubt nun einen zuverlässigen Betrieb, selbst bei Temperaturschwankungen von –40 bis +80°C. Die neue PUR-Leitung ermöglicht zudem einen sehr geringen Biegeradius bis maximal 10 mal dem Eigendurchmesser und eignet sich somit für die beengten Einbauverhältnisse und den bewegten Einsatz.

Die Generatoren arbeiten ähnlich wie bei einem Fahrraddynamo. Sie sitzen über der Kabine an den Laufrollen und erzeugen so Strom während der Fahrt. Da die Leitungen direkt von den Generatoren über das Gestänge hinunter zum Verteilerkasten führen, sind diese durch die sich in Bewegung befindliche Kabine selbst auch ständig in Bewegung und müssen entsprechende Biegebelastungen aushalten können.

Stecker- und Montagekonzept

Die neuen Leitungen wurden vom Hersteller komplett mit IP65-Steckern vormontiert angeliefert. Lütze setzte dabei auf robuste Alu-Stecker und -gehäuse, welche mit einer speziellen Beschichtung ausgestattet sind und sich besonders für den Außeneinsatz eignen. Einzelne Verbindungsleitungen mussten ohne vormontiertes Steckergehäuse geliefert werden, da dies für den Einbau in das Gestänge aus Platzgründen notwendig war. Die Leitungen waren so vorbereitet, dass die Stecker vor Ort mittels einfacher Plug&Play-Montage verbunden werden konnten.

Auch die benötigten Verteilerkästen wurden von Lütze komplett gefertigt und vorab verdrahtet. Diese dienen als Übergabestelle und zentraler Sammelpunkt. Sie enthalten unter anderem spezielle 80V-Sicherungen. Die Kästen erfüllen die Norm IP65 und schützen das Innenleben entsprechend bei allen Witterungsbedingungen, selbst wenn darauf Schnee liegt oder schmilzt. Sie verfügen zudem über eine integrierte Zwangsbelüftung. Eine eingebaute Membran verhindert die Bildung von Kondenswasser auf der Innenseite.

Bildergalerie

Firmen zu diesem Artikel

Nach oben