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Mit dem Dampfschiff zu neuen Ufern

Text: Simone Käfer, A&D Fotos: Schurter
Seit 80 Jahren gibt es das Unternehmen Schurter schon. Seinen Erfahrungsschatz will der Schweizer Hersteller von Elektronikkomponenten nutzen, um mit einer neuen Strategie tiefer in den Automatisierungsmarkt vorzudringen.

Ein Dampfschiff scheint für ein modernes Elektronikunternehmen nicht stilgerecht. Zu einer Jubiläumsfeier 300Mitarbeiter damit über den Vierwaldstättersee bei Luzern zu schippern schon eher. Wenn das Unternehmen dann noch 80-jähriges Bestehen feiert, hat die Kombination aus Moderne und Nostalgie wieder Klasse. Der Jubilar ist Schurter, ein Schweizer Hersteller von Elektronik- und IPC-Komponenten mit Sitz in Luzern. Als Heinrich Schurter 1933 sein Unternehmen in Luzern gründete, zählte man allein in der Schweizer Maschinenindustrie Arbeitslose in fünfstelliger Höhe. Denn auch die Schweiz war von der damaligen Weltwirtschaftskrise gebeutelt. Rolf Schurter übernahm die Firma 1959 in zweiter Generation bereits schuldenfrei. Er baute den Export aus und gründete 1970 die erste Tochtergesellschaft in Deutschland. Schon 16 Jahre später übergab er die Leitung an die dritte Generation. Hans-Rudolf Schurter übernahm den Familienbetrieb mit einem Umsatz von etwa 30 Millionen Euro und 500 Mitarbeitern im In- und Ausland. Letztere sind seither auf knapp 1600, der Umsatz auf über 160 Millionen Euro angewachsen. Zahlreiche Firmen wurden hinzugekauft oder neu gegründet und auch Fertigungsstandorte in Osteuropa und Asien eröffnet. Seit 1990 sind zudem alle Aktivitäten unter dem Dach der Schurter Holding in Luzern gebündelt. Nicht alle Firmen haben eine so lange Geschichte zu verzeichnen. Der heutige CEO der Gruppe Hans-Rudolf Schurter sieht den Erfolg darin, dass sein familiengeführtes Unternehmen technisch immer Schritt halten konnte: „Wir geben der Innovation den nötigen Raum.“ Dieser werde mit Investitionen aus einer soliden Eigenkapitalbasis gespeist, denn auch die finanzielle Unabhängigkeit gehört zum Erfolgsrezept des Unternehmens. Kombiniert man dann noch eine stabile Führung mit langjährigen Mitarbeitern, hat man alle Zutaten für ein jahrzehntelanges Bestehen á la Schurter.

Veränderungen im Anmarsch

Nach 80 Jahren darf sich aber auch mal etwas ändern; bei Schurter sind es sogar gleich zwei Dinge. Die erste Veränderung beginnt mit dem 65. Geburtstag des Geschäftsführers im nächsten Jahr. Denn dann gibt er die operative Führung ab und will noch einige Jahre als Präsident im Verwaltungsrat tätig sein. Jedoch übernimmt den Chefsessel nicht sein Sohn. Erstmals in der Firmengeschichte wird die operative Leitung der Firma in familienunabhängige Hände gegeben - zumindest für eine Führungsgeneration. Dabei steht eine firmeninterne Lösung im Vordergrund. „Ich hoffe, dass der Generationenwechsel mit möglichst wenig Aussetzern über die Bühne geht,“ kommentiert Hans-Rudolf Schurter. Die zweite �?nderung ist strategischer Natur: Um tiefer in den Automatisierungsmarkt vorzudringen, will Schurter künftig auch Gesamtlösungen anbieten. Das Produktportfolio spricht dafür, da es neben Elektronikkomponenten auch Tastaturen, Metallgehäuse und Bestückungsaktivitäten umfasst. Aufgrund der Organisationsstruktur hatte das Unternehmen aber bis heute darauf verzichtet. „Mit der neugegründeten Abteilung Solutions vernetzen wir nun all unsere Aktivitäten, Abteilungen und Produkte und können unseren Kunden auch Gesamtlösungen anbieten,“ sagt Hans-Rudolf Schurter. Getestet werde die neue Geschäftserweiterung vorerst in der Schweiz: „Sofern wir mit unserer Strategie erfolgreich sind, werden weitere Märkte folgen.“

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