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Luxusliner smart verdrahtet

Text: Hans-Robert Koch und Wilfried Braun, Rittal
Auf einem Kreuzfahrtschiff sorgt der Einsatz von LED-Technik für energiesparende Beleuchtung. Rückgrat ist dabei eine intelligente Infrastruktur, bei der auf sehr engem Raum Steuerungssysteme in Schaltschränken verbaut sind – mit hohen Anforderungen an die Installationstechnik.

Anfang Januar wurde der von der Meyer Werft in Papenburg gebaute, 325 Meter lange Luxusliner Norwegian Getaway an die Reederei Norwegian Cruise Line ausgeliefert. Über 4000 Passagiere und 1600 Besatzungsmitglieder finden auf dem Schiff Platz. Das Kreuzer bietet seinen Fahrgästen nicht nur Unterhaltung nach dem neusten Stand der Technik. Zum Standard gehören neben umweltfreundlicher Motorentechnik, Sicherheitsanlagen wie Evakuierungsbeschallung und Brandmeldeanlagen auch intelligente Beleuchtungssysteme. Eine ausgeklügelte indirekte LED-Beleuchtungstechnik ist ein wichtiger Baustein der Schiffsinfrastruktur, die sich über 18 Decks auf einer Länge von 325 Metern und einer Breite von 40 Metern sowie insgesamt auf über 2000 Passagierkabinen erstreckt. Die Beleuchtungskörper lassen sich über Dimmer-Steuerungen auch zentral von der Brücke aus über das ganz Schiff bis zum Maschinenraum regeln. Für die Ausstattung der gesamten LED-Beleuchtung beauftragte die Meyer Werft, Papenburg, das Dienstleistungsunternehmen Funa Nachrichtentechnik.

Flexibilität auf engem Raum

Als Rückgrat der LED-Beleuchtung wurden auf dem Schiff insgesamt 68 Dimmer-Schränke in engen Räumen und Nischen installiert, die über ein Netzwerk auf Glasfaser- und CAT7-Basis redundant aufgebaut und miteinander verbunden sind. Hohe Anforderungen bestanden dabei insbesondere an die Installationstechnik. Da die Planungen bereits zwei bis drei Jahre vor der Ablieferung des Schiffs begannen und zu diesem Zeitpunkt die finale Planung der Räume noch nicht festlag, musste die Installationstechnik möglichst so auslegt sein, dass sich spätere Änderungen ohne Probleme anpassen lassen. Zum Beispiel, wenn zusätzliche Stromkreise nachgerüstet werden müssen. „Wenn eine Infrastruktur nicht nachträglich flexibel ausbau- und erweiterbar ist, hat man verloren – dann muss man eventuell später Decken aufmachen und Kabel zeitaufwendig neu verlegen“, betont Andreas Köhler, Geschäftsführer bei Funa Nachrichtentechnik.

Variable Ausbaumöglichkeiten

Das galt auch für die auf engem Raum verbauten Schranksysteme von Rittal, in die Funa die kompletten Steuerungsmodule inklusive der erforderlichen Leistungselektronik für die Beleuchtungssysteme eingebaut hat. „Mit dem System-Einzelschrank SE 8 und unseren Installationslösungen ist es uns gelungen, viele Komponenten unterzubringen und gleichzeitig eine hohe Flexibilität sicherzustellen“, sagt Köhler. Dabei war für Funa und den Reeder eine strukturierte und übersichtliche Installation wichtig, um spätere Nachrüstungen und Servicearbeiten ohne Probleme durchzuführen. Die vielfältigen Ausbaumöglichkeiten und das des Schaltschranks auf Grundlage einer standardisierten Systemtechnik und das umfangreiche Zubehör sind dabei von Vorteil.

Im Gegensatz zu Anreihschränken mit Rahmengestell und abnehmbaren Seitenwänden ist der Korpus des System-Einzelschranks aus einem Stück Stahlblech gefertigt. Das erleichterte das Handling, da auf die Montage der Seitenwände verzichtet werden kann. „Wenn man bei einem fertigen Schaltschrank keine Seitenwand bestellen, lagern und montieren muss, haben Anwender deutliche Einsparpotenziale“, erklärt Matthias Müller, Abteilungsleiter Produktmanagement Modular Enclosures bei Rittal. Für den einfachen Zugang zum Schrank ist die Rückwand verschraubt ausgeführt. Am integrierten Bodenrahmen lassen sich Kabeleinführungslösungen wie beim Anreihsystem TS 8 verwenden. Türen und Sockel des SE 8 sind ebenfalls aus dem TS 8 Programm übernommen. Interessant sind die konstruktiven Möglichkeiten. So ist beispielsweise ein automatischer Potenzialausgleich des Schrankkorpus mit Rückwand und Bodenblechen realisiert. Spezielle Kontaktelemente, die sich bei der Montage in die Oberflächenbeschichtung eindrücken, stellen eine sichere elektrisch leitende Verbindung her. So werden Kosten und Montagezeiten deutlich reduziert.

Modulare Standardprodukte

„80 bis 90 Prozent der Anforderungen bei der Gehäusetechnik ließen sich dabei durch Standardkomponenten aus dem Rittal-Systemprogramm erfüllen“, erklärt Köhler. Zugute kommt dem Systemintegrator dabei die hohe Modularität des Schaltschrankprogramms, etwa bei den verschiedensten Schließsystemen. Das ist von Vorteil, da die Dimmerschränke bei Funa in Emden soweit wie möglich verdrahtet und fertig montiert werden. Sollten dann allerdings kurz vor Auslieferung oder später auf dem Schiff noch Änderungen vorgenommen werden müssen, greift der Anlagenbauer einfach auf Zubehörkomponenten zurück.

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