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Innovationen am laufenden Meter

Text: Harry Jacob, A&D
TKD Kabel baut sein Sortiment mit neuentwickelten Produkten weiter aus und will auch seine Services verbessern. A&D sprach mit Dr. Wilhelm Engst über die jüngsten Veränderungen, die größten Herausforderungen und die weitere Entwicklung des Kabelanbieters.
A&D:

Das Unternehmen TKD ist einer­seits durch Übernahmen gewachsen, andererseits selbst Teil der TKH Group. Bringt die Konzernzugehörigkeit ­Vorteile?

Wilhelm Engst:

TKD Kabel entstand 2008 aus dem Zusammenschluß von drei bis dahin eigenständigen Kabel­anbietern in Deutschland, die seit den 90er Jahren zur TKH-Gruppe gehörten. Die Kernkompetenz des Unternehmens sind Kabel und Leitungen sowie Kabelsysteme für bewegliche Anwendungen in der Industrie. Dabei arbeiten wir eng mit den Schwesterunternehmen der TKH Connectivity Solutions zusammen und können auf die Kompetenz von sieben Produktionsstandorten und vier Konfektionsstandorten im Konzern zurückgreifen.

Wo liegt der Fokus Ihres Angebotes?

Wir konzentrieren uns überwie­gend auf bewegliche Leitungen für Industrieanwendungen. Um den Anforderungen der unterschiedlichen Anwendungen gerecht werden zu können, haben wir uns auf drei Produkt-Markt-Segmente konzentriert: Industrie, Fördertechnik, Schleppketten. Industrie bedeutet Kabel und Leitungen für den allgemeinen Maschinenbau, Fördertechnik konzentriert sich mit Spezialleitungen auf bewegte An­wendungen im Kran- und fördertechnischen Anlagenbau. Das dritte Produkt-Markt-Segment umfasst Leitungen für Schlepp- beziehungsweise Energieführungsketten bis hin zu einbaufertigen Schleppkettensystemen, zum Beispiel für Automatisierungsanlagen.

Vor knapp zwei Jahren markierte die Kooperation mit Murrplastik den Einstieg von TKD in die Systemtechnik. Was ist daraus geworden?

Das Geschäft hat sich seit dem gut entwickelt und wir haben den Einstieg nicht bereut. Vor der Kooperation waren wir nur auf den Verkauf und die Entwicklung von schleppkettenfähigen Leitungen konzentriert und Murrplastik auf die Entwicklung und Herstellung der Energieführungsketten. Jetzt nimmt uns der Markt als Systemlieferanten wahr. Wir beliefern inzwischen die ersten Kunden mit Komplettsystemen in Serie und haben zahlreiche Pilotprojekte. Hierbei sind die Konfektionska­pazitäten innerhalb unseres Konzerns eine weitere Trumpfkarte. Da wir in der Kooperation TKD-Murrplastik zwei vorhandene Kernkompetenzen zu einem Systemkonzept verbinden, bin ich überzeugt, dass wir unsere Marktposition deutlich ausbauen werden, mit dem längerfristigen Ziel, unter den Top-3-Systemlieferanten der Energieführungsketten zu sein.

Sie sind im Oktober 2011 bei TKD als CEO angetreten, mit dem Ziel, das Lösungsgeschäft auszubauen und das Unternehmen zu stärken. Wie sieht das Zwischenfazit aus?

Die Konzentration auf unsere Kernkompetenzen und deren Abbildung in den drei genannten Produktsegmenten ist ein erstes Ergebnis, aber das ist nur der Anfang. Parallel haben wir unsere internationale Präsenz durch die Gründung der TKD Italia, TKD Suzhou in China und der TKD Mexico deutlich erhöht und die Zusammenarbeit mit den TKH-Gesellschaften massiv ausgebaut. In den Landesgesellschaften haben wir Unternehmerpersönlichkeiten, die nur ein Ziel haben: das Geschäft für TKD erfolgreich zu entwickeln. Wir haben unser Produktportfolio einer erheblichen Verjüngungskur unterzogen und wir beantworten Trends des Marktes mit innovativen Produkten. Bei manchen Neuentwicklungen sind wir zu ambitioniert, das heißt die Entwicklungs- und Einführungsphase dauert länger als erwartet. Insbesondere wenn ein neues Produkt von einem gängigen Standard abweicht, gestalten sich die Überzeugungsarbeit und die gewünschten Praxiserprobungen langwierig.

Kommen wir zu den größten Herausforderungen für einen Kabelhersteller – wie steht es mit dem stark schwankenden Kupferpreis?

Da der Kupferanteil bei Kabeln häufig den größten, zumindest aber einen großen Wertanteil ausmacht, ist es unumgänglich, die Kupfer­preis­ent­wicklung an die Kunden weiterzugeben und den Kabelpreis zeitnah anzupassen. Daher können sich die Kunden jederzeit auf unserer Website über den aktuellen Kupferpreis informieren. Dennoch bleibt für uns ein Preisrisiko, das sich aus dem produktionsbedingten Zeitraum zwischen dem Kupfereinkauf und dem Verkauf des Kabels ergibt. Zudem halten wir einen relativ hohen Lagerbestand vieler unterschiedlicher Artikel, um unseren Kunden eine gute Warenverfügbarkeit zu gewährleisten. Das vergrößert unser Preisrisiko.

Bietet Aluminium da eine Alternative?

Im Bereich der erdverlegten Energiekabel hat ­Aluminium schon sehr langem einen festen Platz. Bei bewegten Leitungen mit feindrähtigen Leitern der Klasse 5 ist der Einsatz von Aluminium bisher eher eine Ausnahme. Dabei hat es wegen des erheblich geringeren Preises ein viel niedrigeres Diebstahlrisiko bei Außenanwendungen. Auch das deutlich geringere Gewicht ist ein Pluspunkt. Die Vorteile von Aluminium haben wir uns bei der Entwicklung der neuen Baureihe Alinduflex zu eigen gemacht. Sie besitzt einen hochflexiblen Aluminium-Leiter, ummantelt mit hochwertigsten Gummimaterialien, und ist so bei gleicher Flexibilität bis zu 60 Prozent leichter als ein vergleichbares Kupferkabel. Wir haben die Verbindungstechnik auf den neuen Leiter abgestimmt und sie ist absolut sicher. Wir kennzeichnen die Leitungen sichtbar mit einem grünen Streifen, um zu signalisieren, dass sie kein Kupfer enthalten. Das ist ein wirksamer Schutz gegen Diebe.

Wie geht es weiter mit TKD in den kommenden 10 Jahren: Wie entwickelt sich der Kabelmarkt und wie das Unternehmen?

Wir haben in den vergangenen gut zwei Jahren unser Profil geschärft und auf der Produktseite eine große Anzahl von Aktualisierungen, Neuerungen und Erweiterungen vorgenommen. Daher sehen wir sehr zuversichtlich in die Zukunft und sind für die kommenden Jahre sehr gut gerüstet. In der TKH-Gruppe gibt es darüber hinaus sehr viel interessante Technologien, die sich in der Zukunft auch mit unserem Produktportfolio kombinieren oder ergänzen lassen. Das ist eine sehr spannende Aufgabe, die uns die Möglichkeit bietet, uns stärker vom Wettbewerb zu differenzieren.

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