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„Immer öfter ganzheitlich“

Text: Fragen: Mathis Bayerdörfer, A&D Foto: Siemens
Weil der Trend zu mehr Effizienz in der Industrie nicht weit genug greift, fordern auch gesetzliche Richtlinien ein umfassendes Energie-Management. Über das Potenzial durchgängiger Lösungen für Gebäude- und Fertigungstechnik sprach A&D mit Andreas Matthé, CEO des Siemens-Geschäftsbereichs Low Voltage & Products.
A&D:

Herr Matthé, welche Faktoren stehen hinter der Entwicklung eines umfassenden Energie-Management-Systems?

Andreas Matthé:

An vorderster Front steht der Kostenaspekt, vor allem in energieintensiven Betrieben, wie Gießereien, Papierfabriken oder Aluminiumwerken. Der nächste Punkt sind natürlich die gesetzlichen Vorschriften, ab wann ein Energie-Management gefordert ist und wie es gestaltet werden muss. Der dritte Aspekt liegt im Marketing. Viele Firmen nutzen eine energieeffiziente und damit nachhaltige Produktion für Marketingzwecke. Diese drei Aspekte stellen das Thema Energieeffizienz und -management in den Vordergrund.

Welchen Beitrag kann die Mittel- und Niederspannungstechnik an dieser Stelle leisten?

Andreas Matthé:

Wir sehen heute bei unseren Kunden, aber auch bei unseren eigenen Gebäuden oder Produktionsanlagen, wie wichtig entsprechende Management-Systeme sind, um den Energiebedarf und -verbrauch zu analysieren und zu kontrollieren. Wir bieten dafür die gesamte elektrische Infrastruktur: sowohl die Messgeräte als auch die nötige Software. Unsere Leistungsschalter beispielsweise erfassen die Messwerte und geben sie an das zentrale System weiter, damit der Anlagenbetreiber den Prozess oder das Gebäude energietechnisch verbessern kann.

Müssen Gebäude- und Fertigungstechnik im Sinne eines ganzheitlichen Energie-Managements stärker zusammenwachsen?

Andreas Matthé:

Beide Bereiche sollen in Zukunft gemeinsam gemanagt werden, deshalb müssen sie auch zusammenwachsen. Heute liegt der Fokus der Industrie aber noch eher auf der Prozessoptimierung, auch was die Effizienz betrifft. Im nächsten Schritt kommt dann sicherlich das Gebäude-Management dazu. Bezieht man Büro- oder Verwaltungsgebäude ein, lässt sich der Bogen noch weiter spannen: zum Beispiel in Bezug auf die eigene Energieerzeugung mit Solardächern.

Mittelfristig führt an der Zusammenführung also kein Weg vorbei?

Andreas Matthé:

Das wird so kommen. Bei neuen Fabriken gibt es immer öfter schon einen ganzheitlichen Ansatz: Was ist die beste Lösung? Wie kann Energie aus dem Fertigungsprozess im Gebäude genutzt werden? Immer wichtiger werden dann auch Sicherheit und Anlagenschutz. Je enger die Prozesse verknüpft sind, desto wichtiger sind eine stabile Energieversorgung und die selektive Abschaltung im Fehlerfall. Hier kommen dann unsere Produkte zum Zuge, die Fehlerquellen eingrenzen und präventiv in die Zukunft schauen, bevor es in der Produktion zum Stillstand kommt.

Wie wird sich die Situation weiterentwickeln?

Andreas Matthé:

Auf der einen Seite wird es weiterhin die sicherheitsrelevanten Ansprüche geben, die der VDE oder anderen Gremien fordern. Man muss also stets darauf achten, dass die eingesetzten Geräte alle Qualitätsstandards erfüllen. Auf der anderen Seite spielt das Thema Verfügbarkeit eine große Rolle. Kunden müssen in Zukunft verstärkt darauf achten, wie ihr Schutzkonzept aussieht und welche Komponenten es benötigt: vom Brandschutz bis zum Leitungsschutz oder dem Schutz vor elektrischen Schlägen.

Gehen Ansätze im Bereich Condition Monitoring mit der effizienten Produktion einher?

Andreas Matthé:

Ja, das läuft zusammen. Mit Condition Monitoring kann eine Anlage deutlich länger gefahren werden. Der Betreiber erkennt Probleme rechtzeitig und kann Wartungsintervalle entsprechend takten. Mit unseren Produkten können wir sogar den Alterungszustand des Materials bestimmen oder prüfen, ob ein mechanisches Problem vorliegt.

In Deutschland gibt es nicht immer die Möglichkeit, eine Produktion komplett neu aufzubauen. Wie sieht es bei Modernisierungsprojekten aus?

Andreas Matthé:

Auch Modernisierung steht heute für Produktivitätssteigerung. Das setzt aber ganauso Prozesssteuerung, Energieeffizienz und eine Verbesserung der Schutzmechanismen voraus. Diese Punkte gelten für Neubau und Retrofit im gleichen Maße.

Wenn ein Kunde eine ganzheitliche Lösung für seine Gebäude und Anlagen möchte, bekommt er sie bei Ihnen aus einer Hand?

Andreas Matthé:

Ja. Egal von welchem Ansatzpunkt der Kunde kommt, ob über die Sektoren Industry, Energy oder Infrastructures & Cities: Die durchgängige Lösung bekommt er von uns aus einer Hand. Alle Komponenten und Lösungen von Siemens für den Automatisierungs- und Fertigungsprozess, für IT und Gebäude, passen über die Sektorengrenzen hinaus optimal zusammen.

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