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„Ich wollte mein eigener Chef sein“

Text: Peter Runz, TDK-Lambda Fotos: Olivier Le Moal; TDK-Lambda
Es ist lange her, dass sich der gelernte Installateur Fritz Lohmeier selbstständig machte: Lohmeier Schaltschrank-Systeme feiert in diesem Jahr 50-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum will Enkelsohn Louis Bloch von seinem Großvater wissen, was das Familienunternehmen erfolgreich gemacht hat.

Louis Bloch: Wie kam es eigentlich zur Firmengründung?

Fritz Lohmeier: In den 60er Jahren konnte man sehen, wie die Wirtschaft aufblühte. Immer mehr Produktionsbetriebe prägten das Leben. Es war eine spannende Zeit rund um Stahl, Kohle, Automobile, Elektrotechnik und eine boomende Bauindustrie. Mir war rasch klar: Mit meiner Ausbildung als Installateur hatte ich eine ausgezeichnete Startposition für die Selbstständigkeit. Außerdem hatte ich viele Ideen im Kopf und wollte als mein eigener Chef selbst bestimmen, woran und wofür ich arbeite.

Wie hast du das dann gemacht?

Lohmeier: 1963 stieg die Zahl der Bauplätze so rasch an, dass die Elektrizitätswerke es kaum schafften, die entsprechenden Stromanschlüsse zu legen. Ein Engpass waren die vorläufigen Strom-anschlüsse auf den Baustellen für die Maschinen. Dort benötigte man spezielle Baustromverteiler. Als Installateur auf Großbaustellen merkte ich, dass es davon nicht genug gab und dass keine Firma aus der Gegend solche Verteiler liefern konnte. Von Stahlblechverarbeitung verstand ich einiges und Material besorgte ich mir im Elektrogroßhandel. So konnte ich passende Verteilergehäuse herstellen und sie voll einsatzbereit ausstatten.

Hattest du eine eigene Werkstatt?

Lohmeier: Nein, ich habe im Keller meines Elternhauses losgelegt - ohne Angestellte und Spezialgeräte, nur mit meinem Werkzeugkasten, ein paar Tafeln Blech und etwas Farbe. Die ersten selbstgebauten Verteiler verkaufte ich an verschiedene Baumaschinenhändler. Das entwickelte sich schnell zu einem sehr gut laufenden Geschäft.

Wie ging es dann weiter?

Lohmeier: Ich bin nach zwei Jahren zu meinem Bruder Wilhelm umgezogen. Der hatte eine Tischlerei, von der ich einen Teil benutzen durfte. Zu dieser Zeit ging der Bau-Boom deutlich zurück, doch ich hatte eine neue Marktlücke entdeckt. Im Maschinenbau brauchte man nämlich auch Gehäuse, und die wurden zu jener Zeit oft noch aus einem Kunststoff namens Bakelit gebaut. Diese waren aber nicht sehr robust, weshalb viele Firmen auf meine stabilen Gehäuse aus Stahlblech umstiegen. Das lief bald so gut, dass es alleine einfach nicht mehr zu schaffen war. 1967 stellte ich deshalb die ersten Mitarbeiter ein und 1970 haben wir gemeinsam unsere erste eigene Fa-brik in Vlotho-Hollwiesen gebaut. Anfangs waren es sechs oder sieben Angestellte. Wegen der ständig wachsenden Zahl von Aufträgen mussten wir ungefähr alle zwei Jahre unseren Betrieb erweitern. Doch auch das Gelände reichte irgendwann nicht mehr aus, weshalb wir 1987 von der Stadt Vlotho unser heutiges Firmengrundstück gekauft haben.

Das Grundstück, auf dem wir wohnen?

Lohmeier: Genau. Das Fachwerkhaus war damals sehr vernachlässigt. Wir haben es mit sehr viel Zeit, Energie und Liebe restauriert und nicht nur deshalb bedeutet uns dieses Gebäude sehr viel: Zusammen mit dem neuen Anbau symbolisiert es auch die Verknüpfung von bewusster Bodenständigkeit und fortschrittlicher Moderne in unserem Unternehmen.

Das hört sich viel Arbeit an. Hat dir das denn immer Spaß gemacht?

Lohmeier: Auch wenn ich lange Zeit kaum Freizeit hatte, war ich immer gerne mein eigener Chef. Nicht ganz so leicht fiel mit allerdings der Schritt zum Unternehmer, weil ich mich zuallererst als Techniker und Entwickler fühlte. Als ich dann vor zehn Jahren die Geschäftsführung an deine Mutter übergab, war das nicht allzu schwer für mich. Schließlich muss man nach 40 Jahren Vollzeiteinsatz auch mal einen Gang zurückschalten.

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