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Gute Luft zur Liegezeit

Text: Friesland Kabel
Kreuzfahrtschiffe verbringen rund 40 Prozent ihrer Betriebszeit in Häfen und haben auch während der Liegezeit einen riesigen Energiehunger. Dann lassen sie ihre Hilfsdiesel laufen, was die Umwelt belastet. Jetzt fokussiert ein neues Konzept die umweltfreundliche und schadstoffarme Energieversorgung während der Liegezeit.

Den Energiebedarf moderner Kreuzfahrtschiffe kann man erahnen, wenn man sich anhand der AIDAsol ein Paar Zahlen vor Augen führt: sieben Restaurants, zwölf Bars, Fitness- und Wellnessbereiche, Kino, Casino, Friseur und mehr als eintausend Gästekabinen. Solche Kreuzfahrtschiffe sind richtige schwimmende Kleinstädte.

Out: Stromerzeugung mit Dieselmotoren

Bisher erzeugen im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe die für den Bordbetrieb notwendige Energie mithilfe ihrer schiffseigenen Dieselmotoren. Die Nutzung dieser Maschinen führt im Hafenbereich zu einer hohen Belastung mit Schad- und Schwebstoffen in Form von Rußpartikeln. Die Verringerung von Emissionen während der Hafenliegezeiten ist daher für alle Beteiligten eine Herausforderung.

In: Stromerzeugung durch Flüssigerdgas

Durch eine neue LNG Hybrid Barge wird der Emis­sions- und Partikelausstoß während der Hafenliegezeit künftig deutlich reduziert. Das Pilotprojekt kann bald im Hamburger Hafen begutachtet werden, wo mit dem Bau eines schwimmenden Gaskraftwerkes begonnen wurde. Die Motoren der LNG Hybrid Barge übernehmen die Stromversorgung des Schiffes, indem sie Flüssigerdgas (liquefied natural gas, LNG) verbrennen und dabei Strom produzieren. Das Schiff kann seine Dieselmotoren, deren Abgase die Luft wesentlich mehr verschmutzen als das Flüssigerdgas, dann abschalten. Im Vergleich zur Nutzung von herkömmlichem Marinediesel mit 0,1 Prozent Schwefelanteil werden die Emissionen bei der Energieerzeugung mittels Flüssiggas auf der LNG Hybrid Barge erheblich gesenkt: Der Ausstoß von Schwefeloxiden und Rußpartikeln wird gänzlich vermieden. Die Emission von Stickoxiden verringert sich um bis zu 80 Prozent, der Ausstoß von Kohlendioxid um weitere 30 Prozent.

Auslieferung im Sommer

Die LNG Hybrid Barge wird im Sommer 2014 ausgeliefert – nur zwei Jahre nach Projektbeginn. Die eigens dafür umgerüstete AIDAsol wird als erstes Kreuzfahrtschiff weltweit in der Hamburger Hafen City durch die LNG Hybrid Barge mit Strom versorgt werden. Schon im kommenden Jahr soll das nächste Schiff folgen. AIDA will schrittweise die gesamte Flotte umrüsten. Auch im Winterhalbjahr, wenn die Kreuzfahrtschiffe in wärmeren Gefilden unterwegs sind, kann das neue System genutzt werden: Die gewonnene Energie soll dann ins Stadtnetz eingespeist werden und so täglich rund 11 000 Vierpersonenhaushalte mit Strom und Wärme versorgen.

Prototyp im Hamburger Hafen

Der Prototyp wird zurzeit von der Firma Hybrid Port Energy, einem Tochterunternehmen der Becker Marine Systems, Hamburg, gebaut. Besonders hohe Anforderungen werden an die notwendigen Stromversorgungskabel gestellt. Deshalb beauftragte jetzt Imtech Marine, Hamburg, verantwortlich für die Systemintegration der elektrischen und elektronischen Systeme in der LNG Hybrid Barge, Friesland Kabel mit der Entwicklung und Lieferung der dafür benötigten Verbindungen. Die Kabel müssen sowohl für Land- als auch für marine Anwendungen zertifiziert sein, und sie müssen bei Wind und Wetter zuverlässig funktionieren.

Kabel und Leitungen

Für die Anschlüsse der fünf jeweils 1,5 Megawatt leistenden Gasmotoren werden flexible Mittelspannungskabel zwischen 6 kV/10 kV und 8,7 kV/15 kV benötigt, die zusätzlich über eine BV-Zertifizierung (Bureau Veritas) verfügen. Auch die halogenfreien Datenleitungen für die Messtechnik der LNG Hybrid Barge kommen von Friesland Kabel.

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