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Bild: Hummel
A&D fragt nach

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Grenzübergreifend verbunden

Text: Jessica Schuster, A&D
Auf der SPS IPC Drives präsentierte Hummel erstmals das Produktportfolio des Steckverbinderherstellers Jaeger Connecteurs aus der Champagne in Frankreich. 2014 hatte Hummel das französische Unternehmen übernommen. A&D fragt Ralf Schuler, Vorstand Vertrieb und Marketing bei Hummel, nach den Beweggründen und wie die Zukunft aussieht.
A&D:

Was sprach für die Übernahme von Jaeger Connecteurs?

Ralf Schuler:

Kontakte zu Jaeger bestanden schon lange vor der eigentlichen Übernahme. Im Laufe der Zeit hat sich bei Jaeger abgezeichnet, dass es keine zufriedenstellende Nachfolgeregelung geben würde. Hinzu kamen Schwierigkeiten, die sich aus teils veralteten Produktionsanlagen und Investitionsstau ergeben hatten. Gleichzeitig hat Jaeger aber einen guten Ruf und etablierte Stecksysteme für Branchen wie Bergbau, Kraftwerksbau, Schiffsbau, Bahntechnik, Automotive, Hermetik, Labortechnik oder Robotics. Diese Situation war der Start für gemeinsame Gespräche, an deren Ende die gemeinsame Zukunft stand.

Welche Auswirkungen hat das auf die beiden Unternehmen?

Die Übernahme hat zu einer Stärkung beider Firmen geführt. Wir haben alle Mitarbeiter übernommen und überdies eine mehrjährige Standort- und Arbeitsplatzzusage ausgesprochen. Parallel hierzu wurde in die Produktionsanlagen und die Infrastruktur investiert. Das hat anscheinend die Jaeger-Mitarbeiter motiviert, woraus zügig erste Erfolge entstanden. Die Lieferzeiten und Liefertreue haben sich ebenso verbessert wie der Umsatz. Auf Aussenkommunikation hatten wir bis zur SPS IPC Drives 2015 verzichtet, um alles auf einer soliden Basis vorbereiten zu können.

Brachte die Übernahme auch Vorteile für Hummel?

Ja, den positiven Effekt spüren wir auch an den Hummel-Standorten, denn die Modernisierung und Instandhaltung der Jaeger-Anlagen und Werkzeuge wurde zu einem beträchtlichen Teil von verschiedenen Fachbereichen umgesetzt. Zudem übernimmt das Unternehmen einen Teil der bisher von Jaeger fremd zugekauften Wertschöpfung bei den Serienprodukten.

Wird sich die Mitarbeiterstruktur ändern?

Nicht wirklich. Es wird keine Kürzungen geben und auch in Zukunft wird an allen Standorten produziert. Die Mitarbeiter werden aber künftig länderübergreifend enger zusammenarbeiten, weil die Zahl der gemeinsamen Projekte steigt. Für alle unsere Standorte gilt aber, dass qualifizierte Facharbeiter und Ingenieure benötigt werden, um künftige Aufgaben zu meistern.

Welche Vorteile haben Kunden von Ihrem Engagement bei Jaeger Connecteurs?

Sie profitieren von einem großen Portfolio an Rundsteckverbindern. Kunden haben nun über Hummel Zugang zu einem Sortiment, das sich nahezu verdoppelt hat. Wir bieten die gesamte Palette an Rundsteckverbindern von M8 bis M40 mit Splitterboxen und zahlreichen Sonderlösungen. Hinzu kommt, dass Jaeger viele Speziallösungen mit guten Produkteigenschaften bietet, wie Stecksysteme mit 55 Kontakten, Stromleitfähigkeit bis 300 A, Salzwasserbeständigkeit bis 10 bar oder Vakuumdichtigkeit bis zu 10-9 atm cm3 / s. Daraus ergeben sich zahlreiche interessante Ansatzpunkte für diverse Anwendungen.

Welche Synergieeffekte verspricht sich Hummel aus der Zusammenarbeit?

Im Mittelpunkt stehen die deutlich erweiterte Produktpalette sowie der gemeinsame Vertrieb. Jaeger ist für uns der Türöffner zu Branchen, die bisher noch nicht so stark adressiert wurden. Von dieser Synergie versprechen wir uns starke Impulse für beide Unternehmen. Auch bei der Entwicklung neuer Produkte und Lösungen haben wir durch die Kooperation weitere Vorteile.

In welchen Punkten gibt es Überschneidungen, wo ergänzen sich die Produktspektren?

Glücklicherweise überwiegen die Ergänzungen deutlich. Überschneidungen gibt es nur in wenigen Produktgruppen, wie bei speziellen M23- oder M27-Steckern. Da werden wir künftig eine gemeinsame Lösung präsentieren. Interessant für uns ist, dass wir mit Jaeger M8- und M12-Rundsteckverbinder in unser Produktprogramm bekommen und damit für unsere Kunden zum Komplettanbieter in der gesamten Palette von M8 bis M40 werden.

Wie lautet die künftige strategische Ausrichtung?

Zukünftig möchten wir das Thema Rundsteckverbinder Schritt für Schritt noch weiter ausbauen. Unsere jüngste Neuheit – der auf der SPS vielbeachtete Leistungsstecker M12 Power – ist dafür das beste Beispiel. Mit dem M12 Power in den Kodiervarianten K/L/S/T mit bis zu 630 V / 16 A / 125 oC werden sich neue Anwendungen ergeben. Kunden nehmen uns als Lösungsanbieter mit einem sehr großen Produktportfolio wahr. Zu unserem Sortiment gehören außer den Rundsteckverbindern auch Kabelverschraubungen, Industriegehäuse, kundenspezifische Komplettlösungen, Touchsysteme und Heizungszubehör. Damit werden wir für unsere Kunden zum Lösungsanbieter für neue Applikationen. Genau das ist unser Anspruch und entspricht unserer strategischen Ausrichtung.

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