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Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Text: Andrea Freitag für Lohmeier Fotos: Lohmeier
Kurzschlüsse und Überhitzungen in dicht bepackten Schaltschränken können verheerende Folgen haben. Herkömmliche Brandmeldeanlagen erkennen die Gefahr oft nicht rechtzeitig. Ein neues Schutzsystem erstickt einen möglichen Brand bereits im Keim.

In dicht bepackten Schaltschränken verbirgt sich eine oft unterschätzte Gefahr: Kurzschlüsse oder Überhitzung können Brände verursachen, die sich durch Kabel unter Umständen unbemerkt ausbreiten. Herkömmliche Brandmeldeanlagen in Fabrikgebäuden erkennen solche Brände oft nicht schnell genug.Sie lösen erst dann einen Alarm aus, wenn sich Rauch in der Halle ausbreitet und dort installierte Brandmelder ansprechen - im Schaltschrank sind dann jedoch schon beträchtliche Schäden entstanden. In Umgebungen mit vielen leicht entzündlichen Materialien (zum Beispiel in der Holzverarbeitung oder Möbelherstellung) multiplizieren sich solche Schäden zudem schnell, bevor Brandmelder einen Alarm ausgeben - und nicht selten stehen Firmen nach einem Großbrand vor dem Aus. Bekämpft man den Brand hingegen direkt an der Entstehungsstelle, wird womöglich nicht die gesamte Anlage in Mitleidenschaft gezogen. Lange Stillstandzeiten und kostspielige Produktionsausfälle lassen sich so vermeiden. „Uns sind Fälle bekannt, in denen durch Schaltschrankbrände verheerende Schäden in Produktionsanlagen entstanden sind“, sagt Markus Nerge, Leiter des Marketings bei Lohmeier. Durch geeignete Brandschutzmaßnahmen direkt im Schaltschrank könne dies leicht verhindert werden, allerdings werde diesem Thema nicht überall die nötige Bedeutung beigemessen. „Hinzu kommt, dass ältere Fabrikgebäude, die unter Bestandsschutz stehen, oft nicht die aktuellen Brandschutzvorschriften erfüllen müssen“, ergänzt Nerge. Eine schnelle und gezielte Brandbekämpfung dagegen wendet größere Schäden ab, die durch eine unkontrollierbare Ausbreitung auftreten würden. Zusammen mit der Firma Multimon Sonderlöschanlagen bietet Lohmeier ein System, das automatisch Brände in Schaltschränken erkennt, meldet und löscht. Das Brandschutzsystem lässt sich leicht installieren und eignet sich besonders für den Schutz von Elektronik in Steuer- und Leitzentralen, EDV-Räumen und Laboren sowie Stromversorgungs- und -verteilungsanlagen. Weitere Anwendungen finden sich in der Holz- und Metallverarbeitung oder in Windkraftanlagen.

Aufbau im Detail

Das Brandschutzsystem setzt sich im Wesentlichen aus einem Hauptschaltschrank mit integrierter Brandmeldezentrale, Löschgasvorrat und Alarmierungskomponenten sowie Detektionsrohrleitungen und einer Löschrohrleitung zusammen. Die Schränke basieren auf den Anreihschaltschränken der RS-Baureihe von Lohmeier und lassen sich an die zu überwachenden Schränke anreihen oder separat in einem Abstand bis 20 m aufstellen. Wahlweise sind Ausführungen für die Wandmontage möglich.Die Branddetektion erfolgt über ein Rauchansaugsystem, das über die Detektionsrohrleitungen an den angeschlossenen Schaltschränken ständig Luftproben entnimmt. Diese werden auf Rauch- und Rußteilchen analysiert. Werden Indizien für einen Entstehungsbrand erkannt, so schaltet die Brandmeldezentrale den Strom in den angeschlossenen Schaltschränken ab, alarmiert die Feuerwehr und bei Bedarf die Umgebung mittels einer Sirene oder Signalleuchte.Zur Ansteuerung der automatischen Löschanlage ist das Rauchansaugsystem redundant ausgeführt. Die Auslösung erfolgt, sobald beide Detektoren gleichzeitig ein Feuer melden. Eine Brandausbreitung verhindert das Inertgas Argon, das nach dem Prinzip der Sauerstoffverdrängung arbeitet. Anders als Löschschaum richtet das Gas an der im Schaltschrank installierten Elektronik keine zusätzlichen Schäden an und verflüchtigt sich im Laufe der Zeit wieder. Dadurch verringert sich Zeit für Reparatur und Wiederinbetriebnahme. Der Betrieb kann weitergehen, sobald das defekte Bauteil getauscht wurde.

Autarkes Aktivlöschsystem

Ergänzend zu dieser Lösung will Lohmeier in Kürze ein autarkes Aktivlöschsystem im 19"-Format für geschlossene IT-Racks oder andere geschlossenen Schranksysteme vorstellen. Sein Einsatz ist bei ein bis vier Schaltschränken wirtschaftlich sinnvoll, größere Anlagen erfordern die oben beschriebene Lösung. Das 19"-System ist für den Einsatz in Produktionssteuerungen, Server- und Telekommunikationsschränken, Stromversorgungs- und Verteilungsschränken sowie dezentralen Schaltschränken konzipiert. Es detektiert Brände ebenfalls bereits in der Entstehungsphase. Das Brandfrüherkennungs- und Löschsystem ist mit zwei sensiblen Rauchsensoren ausgestattet; weitere Komponenten sind ein druckfester Metallbehälter mit dem Löschmittel Novec 1230, ein Auslösemechanismus mit Ventil und Treibgaspatrone, eine Löschmittel-Schwundüberwachung und die Löschdüse. Es benötigt 1HE Einbauraum und lässt sich somit leicht montieren. Eine integrierte Notstromversorgung gewährleistet einen unterbrechungsfreien Betrieb bis zu vier Stunden. Betriebsstörungen werden durch die Selbstüberwachung der Systeme automatisch erkannt. Zur Weitermeldung von Alarmen und Störungen sowie für Energieabschaltungen stehen potenzialfreie Kontakte zur Verfügung.

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